Eberhard Bloss, Stadtammann, beurkundet, dass vor ihm heute bei der Gerichtssitzung zu Ulm der von Dischingen Anwalt in Gegenwart etlicher ihrer Herren mit dem Fürsprech Bartholomeus Gregg gegen den Hofmeister des Klosters klagte, die von Söflingen hätten ihnen ihr Vieh weggenommen, das sie ohne Entgelt zurückverlangten, der Hofmeister aber durch den Fürsprech Hans Ehinger genannt Künzlin, alter Bürgermeister, vorbrachten, die Dischinger trieben ihr Vieh widerrechtlich in des Klosters Wälder, nämlich in das Pfraunstetter Holz, weshalb es für den Schaden gepfändet worden sei. Nach Rede und Widerrede sprachen die Richter zu Recht, dass der Hofmeister das Vieh denen von Dischingen herausgeben, die Herren derer von Dischingen aber in das Recht stehen sollen: nämlich der Propst zu den Wengen, die Meisterin zu Urspring, Heinrich Kraft, alter Bürgermeiter, Kraft Vetters seligen Kind, Peter Krafts Kind, Jörg Besserer, Ulrich Ungelter, Pfaff Brun, Herman Rot, Heinz Falb und der Nawer. Einige von ihnen, die anwesend waren, sprachen gegen den Hofmeister und für das Recht der Dischinger auf den Tratt und verlangten eine Kundschaft; im Besonderen klagte Ital Kraft, dass des Klosters Amtmann seinen Armmann, der mit dem Vieh ins Holz gegangen, mit dem Schwert bedroht habe, nach des Hofmeisters Entgegnung aber nur dessen Hund. Die Richter (die 2 Fürsprechen, Hans Besserer, alter Bürgermeister, Wilhelm Rot, Heinrich Tiethenhaimer, Peter Ungelter und Hans Wirtemberg) sprachen zu Recht, dass bis spätestens den 11. Juli (Donnerstag nach St. Kilian) geschworene Kundschaft über das Recht der Dischinger und das Verhalten des Amtmanns einzuholen sei.

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Landesarchiv Baden-Württemberg
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