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Dragoner-Regiment 21 (Bestand)
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Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik) >> Neuere Bestände (vornehmlich ab ca. 1800) >> Krieg >> XIV. (Badisches) Armeekorps >> Kavallerie-Formationen
1856-1920
Inhalt und Bewertung
Es handelt sich um die Akten des 2. Badischen Dragoner-Regiments Nr. 21 sowie der Ersatz-Eskadron.
Das Regiment wurde am 6. Januar 1850 als 2. Reiter-Regiment aus den im Jahre 1849 aufgelösten Dragoner-Regimentern neu aufgestellt Am 10. Januar 1855 wurde es in 2. Dragoner-Regiment umbenannt; am 20. September 1856 erhielt es die Bezeichnung 2. Dragoner Regiment Markgraf Maximilian. Am 1. Juli 1871 kam infolge der mit Preußen abgeschlossenen Militärkonvention und der damit verbundenen Durchnummerierung der Einheiten nach preußischem Vorbild der Zusatz Nr. 21 hinzu. Am 29. Juni 1882 erhielt es seine jetzige Bezeichnung. In Friedenszeiten gehörte das Regiment zum Bereich der 28. Kavallerie-Brigade (28. Division). Mit dem Zeitpunkt der Mobilmachung wurde die Brigade mit den ihr unterstellten Regimentern der 6. Kavallerie-Division zugeteilt.
Für die Ausbildung des Ersatzes blieben bei der Mobilmachung der Kavallerie-Regimenter Ersatz-Eskadrons zurück. Die Ersatz-Eskadron des Dragoner-Regiments Nr. 21 war in Bruchsal stationiert.
Inhaltlich besteht der Bestand vor allem aus der Überlieferung der allgemeinen internen Verwaltung eines Kavallerie-Regiments, seinen Gefechten und Bewegungen und der Gewährleistung der permanenten Kampfbereitschaft sowie der Ausbildung in der Ersatz-Eskadron. Besonders nennenswert sind die Aktengruppen über die Regimentsgeschichte, das ostasiatische Expeditionskorps, die Dienstbeschädigungen, den Kasernenneubau in Bruchsal, die Aufstellung einer Freiwilligen-Eskadron, die Kriegsgefangenen, die Personalangelegenheiten, die Ausbildung in der Heimat, die ärztliche Versorgung, die Kriegstagebücher, die militärischen Befehle und die Demobilmachung.
Inhalt des Bestands und Benutzungshinweise: Bestand 456 F 76 enthält die Überlieferung des 2. Badischen Dragoner-Regiments Nr. 21, der dem Verband im Kriegsfall zugeordneten Ersatz-Eskadron sowie der nach 1918 mit der Demobilmachung des Regiments befassten Abwicklungsstelle. Die Laufzeit der Unterlagen erstreckt sich von 1856 bis 1920, wobei die deutliche Mehrzahl der Akten die Jahre um oder nach 1900 beinhaltet. Der Bestand gliedert sich in die bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs entstandenen Friedensakten, die zwischen 1914 und 1918 entstandenen Kriegsakten sowie die Unterlagen der danach tätig gewordenen Abwicklungsstelle. Größere Überlieferungslücken bestehen insbesondere im Hinblick auf die Eskadronen. Die zahlreicher überlieferten Akten des Regimentsstabs sind für den Zeitraum nach 1900 ebenfalls nicht in allen Bereichen als vollständig zu bezeichnen. Das 2. Badische Dragoner-Regiment wurde am 20. Februar 1850 aufgestellt und noch im selben Jahr kurzzeitig nach Preußen verlegt. Ab Dezember 1850 erfolgte die Stationierung des Verbands in Karlsruhe, anschließend in Bruchsal und ab 1862 erneut in Karlsruhe. Ab 1867 war je eine Eskadron in Durlach und später in Rastatt stationiert, die übrigen vier Eskadronen waren in Bruchsal untergebracht. 1855 erhielt das Regiment den Namenszusatz "Markgraf Maximilian". Mit der Teilnahme des Verbands am deutsch-französischen Krieg 1870/71 endete die selbstständige badische Militärverwaltung. Am 1. Juli 1871 kam infolge der mit Preußen abgeschlossenen Militärkonvention und der damit verbundenen Einordnung der badischen Truppen ins preußische Heer eine laufende Nummer zum Formationsnamen hinzu. Damit war die zuletzt gültige Bezeichnung als 2. Badisches Dragoner-Regiment Nr. 21 etabliert. Innerhalb des preußischen Militärs wurde die Formation 1871 zunächst innerhalb der 29. Division des XIV. Armeekorps der 29. Kavallerie-Brigade zugeteilt. 1890 endete die Zuordnung zu diesem Großverband, bis 1914 blieb das Regiment innerhalb des Friedensheeres Bestandteil der 28. Kavallerie-Brigade der 28. Division. In den Jahren nach 1895 erhielt der Verband ein neues Kasernengebäude in Bruchsal, dessen Errichtung im vorliegenden Bestand ebenfalls Niederschlag gefunden hat (vgl. 456 F 76 Nr. 9). Besonders hinzuweisen ist für die Zeit vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs auf die Unterlagen im Zusammenhang der Entsendung deutscher Truppen nach China im Jahr 1900 (vgl. 456 F 76 Nr. 2). Einige Soldaten des Regiments wurden zum Ostasiatischen Expeditionskorps abkommandiert, das bei der Niederschlagung des "Boxeraufstands" mitwirken sollte. Hierzu leistete der Verband von Bruchsal aus in erster Linie logistische Unterstützung bei der Vorbereitung sowie im Anschluss bei der Abwicklung der Expedition. Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs wurde das Regiment zunächst in Lothringen eingesetzt, während in Bruchsal die Aufstellung einer Ersatz-Eskadron begann. Noch im Herbst 1914 folgten dann die Verlegung des Verbands in den Osten und Einsätze bei Lodz und in Litauen. Zwischen Ende September 1917 und Januar 1918 war ein Teil des Verbands unter der Bezeichnung "Detachement Eschborn" hinter der Front in Litauen eingesetzt. Die Tätigkeit der Abteilung bezog sich in erster Linie auf die Wahrnehmung von Polizeiaufgaben, etwa in Form von Patrouillen zur Bekämpfung von Banditen, der Suche nach geflüchteten Kriegsgefangenen und der Sicherung von Ruhe und Ordnung. Mit der Änderung des Regimentskommandeurs wechselte auch die Bezeichnung der Formation. Von Mitte Januar bis Mitte April 1918 wurde die Abteilung als "Detachement Heyl" geführt. Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs begann die Rückverlegung nach Bruchsal. Bis 1920 erfolgte dort die Demobilmachung und anschließende Auflösung des Regiments durch die zu diesem Zweck eingerichtete Abwicklungsstelle.
Bestandsgeschichte: Nach Ende des Ersten Weltkriegs verblieben die Akten der im Bereich des XIV. Armeekorps aufzulösenden Formationen bei den mit ihrer Demobilmachung befassten Abwicklungsstellen. Ab Januar 1920 wurde mit der Einrichtung eines Korpsarchivs begonnen, in dem die Unterlagen der Abwicklungsstellen zusammengeführt wurden. Auf diese Weise gelangte der vorliegende Bestand in das im Herbst 1920 eingerichtete Korpsarchiv nach Heilbronn, welches am 1. April 1921 dem Reichsarchiv in Potsdam als Zweigstelle eingegliedert wurde. Über einen Zwischenschritt im Heeresarchiv Stuttgart gelangten die Unterlagen in den Jahren 1947 bis 1949 zusammen mit der übrigen Überlieferung des XIV. Armeekorps an das Generallandesarchiv Karlsruhe. Eine ausführliche Bestandsgeschichte findet sich in der Einführung zu Bestand 456 F 8. Der Bestand 456 F 76 weist zum größeren Teil preußisch gebundene Akten auf. Zum überwiegenden Teil dürften die Akten bereits durch den Registraturbildner in die noch vorliegende Form gebracht worden sein, der Rest wurde wohl im Anschluss an die Demobilmachung im Rahmen der Erstbearbeitung durch die Reichsarchivzweigstelle Heilbronn formiert. Ein Zugriff auf die zur Überlieferung des XIV. Armeekorps gehörenden Archivalien musste zunächst über die in der Reichsarchivzweigstelle Heilbronn/Stuttgart oder dem Heeresarchiv Stuttgart angefertigten Verzeichnisse erfolgen. Als dauerhafte Findmittel waren diese unzureichend, so dass auf Grundlage der sehr summarisch angelegten Verzeichnisse schrittweise die Neuverzeichnung der Unterlagen stattfand. Der vorliegende Bestand wurde im Oktober 2012 für die Bereitstellung im Internet überarbeitet. Er umfasst 104 Faszikel mit einem Umfang von 2,1 laufenden Metern. Er ist unter der Signatur 456 F 76 Nr. ... zu bestellen.
Korrespondierende Bestände und Literatur: Bestand 65 Handschriften, Nr. 11491, 11492: Regimentsgeschichte des 2. Badischen Dragoner-Regiments Nr. 21. Cron, Hermann: Die Organisation des deutschen Heeres im Weltkriege. Dargestellt auf Grund der Kriegsakten, Berlin 1923. Deist, Wilhelm (Bearb.): Militär und Innenpolitik im Weltkrieg 1914-1918, 2 Teile, Düsseldorf 1970. Fenske, Hans: Die Verwaltung im Ersten Weltkrieg, in: Deutsche Verwaltungsgeschichte, Bd. 3, Stuttgart 1984, S. 866-908. Forstmeier, Friedrich u.a. (Hg.): Deutsche Militärgeschichte in sechs Bänden 1648-1939, München 1983. Harder, Hans-Joachim: Militärgeschichtliches Handbuch Baden-Württemberg, hg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt, Stuttgart 1987. Legde, Adolf: Geschichte des 2. Badischen Dragoner-Regiments Nr. 21, Berlin 1893. Matuschka, Edgar Graf von: Organisationsgeschichte des Heeres 1890-1918, in: Deutsche Militärgeschichte in sechs Bänden 1648-1939, hg. vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt, Bd. 3, München 1983, S. 157-282. Müller-Loebnitz, Wilhelm (Bearb.): Die Badener im Weltkrieg 1914/18, Karlsruhe 1935. Schmidt, Heinrich: Das Grossherzoglich Badische 2. Dragoner-Regiment Markgraf Maximilian im Feldzuge 1870/71 (jetzt 2. Badisches Dragoner-Regiment Markgraf Maximilian Nr. 21). Nach den Kriegsacten bearbeitet, Karlsruhe 1876.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.