Auflösung und Beschlagnahmung bei der internationalen Bibelforschervereinigung [Zeugen Jehovas]
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Polizeireg, 89a
Polizeiregistratur
Polizeiregistratur >> 5. Politische Polizei >> 5.6 Drittes Reich
1933 - 1934
Enthält: enthält u.a.: Bl. 23 - 108. Polizei-Funkdienst Geheimes Staatspolizeiamt Berlin: Verbot für ganz Preußen (27.6.33). - Oberbürgermeister-Ortspolizeibehörde Politische Abt. an Staatspolizeistelle Recklinghausen: Vollzug der Auflösung in Münster (30.6.33). - Einvernahme K., Vorstitzender der Bibelforscher-Vereinigung Zeugen Jehovas in Münster und Belehrung (29.6.33). - Bericht über Durchsuchungen (29.6.33); Bescheinigungen, "keinen Anspruch" auf das von der Polizei mitgenommene Schrifttum zu haben (28.6.33). - [SA]-Truppführer: Meldungen, es sei zu Ohren gekommen, daß sich Familien noch als Bibelforscher betätigten (12.7.33) sowie weitere Polizeiakten hierzu. - Geheimes Staatspolizeiamt Berlin via Recklinghausen: Freigabe des beschlagnahmten Vermögens, Entlassung aus Schutzhaft, Betätigung bleibt verboten (13.10.33). - desgl.: Vernichtung beschlagnahmter Schriften (5.12.33); Verzeichnis der am 30.4.33 beschlagnahmten Bücher. Einverständniserklärungen zur "restlosen Vernichtung" (30.12.33). - Staatspolizeistelle Recklinghausen: illegale Tätigkeit, die "Orgnisation [sei] in verschärfter Weise weiter zu beobachten" (8.3.34) sowie weitere Schriftstücke hierzu (Verhaftungen, geheime Postsendungen, etc.). Darin u.a. Polizei-Hauptwachtmeister Münster: Haussuchungen im Beisein des Rottenführers G. von der SA (16.6.34). Oberbürgermeister als Ortspolizeibehörde Politische Abt. an Postamt I (Domplatz) und II (Bahnpostamt): "erhöhte Aufmerksamkeit" (18.6.34). - Liste der Versammlungsteilnehmer vor dem Verbot; Bericht über die indirekte Tätigkeit (23.8.34); Einvernahme des B. hierzu, "nicht nationalsozialistisch eingestellt und auch noch nicht gewesen" (24.8.34); Einvernahme des A. bzw. B.K. (26.-28.8.34), "Beide erklären, dass sie nach wie vor, wo sie gehen und stehen, das Königreich Gottes, welches alle Menschen im Vater unser erflehen, im Sinne Jehovas verkünden werden" (28.8.34). - Bericht über Wohnungsdurchsuchung im Beisein Scharführer SA (29.8.34). Einvernahme B.K. (29.6.33); Bahnpostamt 22 Münster an Ortspolizeistelle Politische Abt.: übersenden eine in Rheine angehaltene Bibelforscherbroschüre aus Australien (15.11.34). Vernichtung beschlagnahmter Bücher (24.9.34). - Pfarrer V., Pfarramt St. Josef Münster an "die politische Polizei der Stadt Münster": anliegendes Buch wurde mir heute mit dem Begleitschreiben ins Haus gebracht, darf mir gestatten, es Ihnen "zur weiteren Verfolgung zu überlassen" (14.10.34) samt Begleitschreiben Frau H. an Pfarrer V.: "Angriffe auf unsere kath. Geistlichkeit. ... Sollen Sie als Pfarrer von St. Josef da nicht helfen können, daß denen das unsaubere Handwerk gelegt wird?"; Bearbeitungsvermerk, Einvernahme des Herrn H. ("mir nicht bekannt, dass meine Frau das Buch dem Pfarrer gegeben hat", 22.10.34) und Pfarrer V. (er habe sich den Inhalt "nicht weiter angesehen", 19.11.34); Befragung und Durchsuchung bei B. ("ganz fanatischer Anhänger", 22.11.34). - Beobachtungen, daß L. Zeitschriften aus der Schweiz erhalten habe (18.11.34); Durchsuchung bei L. (19.11.34); Abschrift Abonnementsangebot "des G.Z./W.T." aus der Schweiz; Einvernahme L. (22.11.34); Überwachungen und Durchsuchungen (18.4.35). - Denunziation der Frau B. gegenüber dem Polizeimeister G.: der bei ihr wohnende Sch. habe heute Druckschriften verbrannt (23.4.35) und Durchsuchung im Beisein von [SA]-Oberscharführer H.: Beschlagnahmungen von Büchern der Bibelforscher (23.4.35) sowie weitere Durchsuchungen (24./25.4.34).
Archivale
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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