Forderung aus einem Pferdekauf (Rotulus)
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GerKer, 782
GerKer Schöffengericht Kerpen
Schöffengericht Kerpen >> 1 Zivilsachen >> 1.1 Forderungen - Geld / Sachen
1685
Enthält: Am 12.3.1663 hatte Wilhelm Esser für seinen Bruder Heinrich bei dem Pferdehändler Johann Scheben ein Pferd gekauft - weil er, Wilhelm, dem Kaufmann wohl bekannt war ("in gutem praedicato gestanden"), während sein Bruder Heinrich "bey demselben kein Kennes gehabt" hatte und damals auch nicht über das Geld zur Zahlung eines solchen Pferdekaufs verfügte, wie der damals mitgenommene Zeuge Sebastian Mausbach erklärt. Doch Heinrich Esser blieb die Erstattung der Vorauszahlung schuldig. Deshalb klagt Wilhelm jetzt, gut 20 Jahre später, gegen seinen Bruder und fordert das Geld gerichtlich ein. Am 8.5. beginnen die mündlichen Verhandlungen. Heinrich Esser bestreitet dabei, seinen Bruder damals zu dem Pferdekauf bevollmächtigt zu haben. Das vom Kläger darüber beigebrachte Dokument beziehe sich auf eine [hier nicht näher bezeichnete] Handlung im Jahr 1674: Er habe damals zugunsten des Klägers beim Schultheißen eine gepfändete Kuh einlösen ("restituieren") müssen. Der Beklagte bittet daher auch jetzt, ihn mangels Beweis der Vollmacht bei Kostenerstattung von der Klage zu absolvieren. Der Kläger legt jetzt das Original - eine Schickung ("Missio") an den Kaufmann Christian Birckman (a.a.O. Drinckman) vor und das Gericht bestätigt die Übereinstimung mit der vorhin eingereichten Kopie. Heinrich Eßer bleibt jedoch bei seiner Abweisung. Er erklärt, dass er seinem Vater, der offensichtlich ebenfalls für ihn eingestanden war, für das Pferd 35 Rtlr und seinem Bruder Johann 22 und 1 1/2 Rtlr gezahlt hätte. Die Klage seines Bruders Wilhelm werde aber davon nicht berührt und sei daher unbegründet ("weilen solches uff meines Bruders Wilhelms uff selbige Jahren gestelte Klagh hin nicht fundirt"). Das Gericht befiehlt beiden Parteien, ihre Position noch einmal mit Beweisen zu unterlegen, um sie dann einem unparteiischen Richter vorzulegen und "datis utrimque sportulis necessariis" (d. h. nach Zahlung der üblichen Gerichtsgebühren) zum Abschluss zu bringen. Da auch die erneuten und endgültigen Stellungnahmen nebst Beilagen ("Recessus paritorium" [Vergleichsvorschlag, dem zu gehorchen sei] und "General-Recapitulation" [General-Wiederholung]) keine Annäherung bringen, setzt das Gericht die Inrotulation und Kollationierung der Akten (d. h. die Aktenzusammenstellung zur Versendung an den unabhängigen Richter) auf den 23.10. an. Hier bricht die Überlieferung ab.
Schriftstücke: 1 (Fragment)
Archivale
Birckman (a.a.O. Drinckman,s. dort), Christian, Kaufmann
Esser - Heinrich
Esser - Wilhelm
Hilbrandt, Bertram, Gerichtsschreiber
Scheven (Scheffen, Scheben), Johann, Pferdehändler
Pferdekauf
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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09.01.2026, 11:21 AM CET