Biographische Daten: Renate Chotjewitz-Häfner (1937-2008), Autorin und Übersetzerin: Renate Häfner wurde am 1. Mai 1937 in Halberstadt/Harz geboren. Sie absolvierte eine Glasmalerlehre in Ulm, studierte Malerei in Kassel und München sowie Kunstgeschichte, Theatergeschichte, Publizistik in Berlin. 1962 bis 1988 war sie mit dem Schriftsteller Peter O. Chotjewitz verheiratet. Sie lebte sechs Jahre in Rom bevor sie 1973 in die Alte Schule von Kruspis/Haunetal in die nordhessische Provinz zog; ab 1986 wohnte sie zeitweise in Frankfurt am Main.
Ab Mitte der 1970er Jahre engagierte sie sich in Kulturinitiativen, u.a. in Bad Hersfeld. Sie war u.a. 1989 Mitgründerin des Frankfurter Literaturhauses und aktiv im Verband deutscher Schriftsteller (VS) z. B. von 1992 bis 1997 als Sprecherin der Geschichtskommission im VS. Sie starb am 24. November 2008 und ist auf dem Frankfurter Hauptfriedhof begraben.
Als Autorin publizierte Renate Chotjewitz-Häfner seit 1969; bis 1985 in Zusammenarbeit mit P. O. Chotjewitz, u.a. Funkfeatures. Seit 1983 veröffentlichte sie Prosa (Erzählungen), Lyrik, Essays in Anthologien und Zeitschriften. Außerdem übersetze sie aus dem Italienischen zahlreiche Texte von Dario Fo und Franca Rame.
Buchveröffentlichungen u.a.: Feminismus ist kein Pazifismus. Dokumente aus der italienischen Frauenbewegung, Frankfurt 1977; Die mit Tränen säen, (Co-Autorin) München 1980; Die Juden von Rhina, Oberellenbach 1978/88. Stadtplan "Literarisches Frankfurt" Jena/Berlin 1999. Herausgeberin von: Neukirchen - zwischen Haune und Stoppelsberg, Haunetal 2005 und Hessische Literatur im Porträt, Marburg 2006.
Bestandsbeschreibung: Der Bestand wurde dem Archiv der deutschen Frauenbewegung (AddF) 2013 von den Söhnen überlassen.
Im Bestand befindet sich die persönliche schriftliche Überlieferung von 1958 bis 2007 und Tagebücher ab 1968. Darüber hinaus ist eine große Breite an Dokumenten überliefert, z. B. Ausweisdokumente und Zeugnisse, Finanz- und Versicherungsunterlagen, Berichtshefte aus der Zeit der Ausbildung, Unterlagen zu Sprachkursen und Reisen, Souvenirs, ärztliche Dokumente, persönliche Unterlagen und Dokumente zur Familiengeschichte, u. a. zu ihrem Vater, der im Zweiten Weltkrieg 1943 an der Ostfront gefallen und Anlass für mehrere Reisen nach Rußland war. Darüber hinaus sind zu ihren Veröffentlichungen Manuskripte und Materialsammlungen ebenso wie die Belegexemplare vorhanden. Ergänzt wird der Bestand durch Audio- und Videokassetten, sowie von ca. 2000 Fotos, aus den Jahren zwischen 1930 bis 2008. Hinzu kommen zahlreiche Drucke, Graphiken und Bilder von ihr oder befreundeten KünstlerInnen, z. T. mit Widmungen.
Das Bibliotheksgut wurde in die Bibliothek des AddF integriert und ist über die AddF-Datenbank online recherchierbar.
Der Bestand wurde im Rahmen des Projektes "Gleichstellungsbestrebungen von Frauen nach 1945 - Sicherung und Aufarbeitung der Frauen(bewegungs)geschichte in Deutschland" 2016 verzeichnet. Das Projekt wurde gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).
Nutzungsbedingungen:
Das Archivgut, das im Archiv der deutschen Frauenbewegung verwahrt wird, kann 30 Jahre nach Schließung der Unterlagen benutzt werden, soweit dem nicht gesetzliche Vorschriften entgegenstehen. Die Sperrfristen können unter bestimmten Bedingungen auf Antrag verkürzt werden. Siehe hierzu: Benutzungsordnung des AddF.