Rechnungswesen (Bestand)
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Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg, D 38
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg (Archivtektonik) >> Behörden der Übergangszeit um 1803-um 1817 >> Gesamtwürttembergische Behörden und Gerichte 1806-1817 >> Behörden
1806-1817 (Vorakten ab 1786, Nachakten bis 1818)
Überlieferungsgeschichte
Der Bestand enthält Akten der zum Geschäftsbereich des Finanzministeriums zählenden und dem Oberfinanzdepartement unterstehenden Rechenbank (1806-1807), des daraus hervorgegangenen Rechnungsdepartements (1807-1811) und der Sektion der Staatsrechnungen (1811-1817), die zum 1. Januar 1818 in der Oberrechnungskammer aufging. Zum Aufgabenbereich dieser Behörden gehörte insbesondere die Aufsicht über das Kassen- und Rechnungswesen bei den Kameralämtern sowie Zuständigkeiten in folgenden Angelegenheiten, soweit sie mit dem Rechnungswesen in Zusammenhang standen: - Armen- und Gratialsachen, - Besoldungs- und Pensionssachen, - Domänen, -, Forstsachen, - Fronsachen, - Hoheits- und Obrigkeitsrechte, - Kirchen- und Lehranstalten, - Lehnssachen, - Militärsachen.
I. Zur Behördengeschichte: Nach dem Organisationsmanifest vom 18. März 1806 gehörte alles, was sich auf Staatseinnahmen bezog, zum Finanzministeirum. Der Finanzminister war Präsident aller ihm unterstellten Kollegien. Dem Kollegium des Oberfinanzdepartements war die Rechenbank nachgeordnet, in der die bisherigen Rechenbänke der altwürttembergischen Rentkammer, des altwüttembergischen Kirchenrats und der neuwürttembergischen Hofkammer Ellwangen zusammengefasst wurden. Durch das Organisationsedikt vom 4. Juni 1807 wurde aus dem Oberfinanzdepartement die Oberfinanzkammer und als deren 4. Departement aus der Rechenbank das Rechnungsdepartement. Zum Geschäftskreis des Rechnungsdepartements gehörten die Aufsicht über das Kassen- und Rechnungswesen sämtlicher Kameralbeamten und -kassiere, die Aufsicht über das Kassen- und Rechnungswesen sämtlicher Kameralbeamten und -kassiere, das Kautionswesen, die Kanzleikosten- und Schreibmaterialverwaltung, das Besoldungs- und Pensionswesen, die Armenunterstützung, die Kirchen- und Lehranstalten, die Seminarien, das Medizinalwesen, das Sportelwesen, die Schutz- und Schirm-, Bürger- und Beisitzergelder, die Abzug- und Nachsteuer sowie andere Jurisdiktionsgefälle, insofern sie auf das Rechnungswesen Bezug hatten; insbesondere wurden dem Rechnungsdepartement durch Verordnung vom 4. Juni 1807 die Revision der Rechnungen des Marstalls- und Gestützskassiers, der Forstkassen, der bei dem Bergwerks-, Salinen- und Hüttenwesen angestellten Beamten, ferner durch Staatsministerial-Dekret vom 22. Juni 1807 die Revision der Rechnungen bei der Sektion des Straßen-, Brücken- und Wasserbauwesens übertragen. Nach der Finanzorganisation vom 1. Juli 1811 (Reg.-Bl. 337) erhielt das Rechnungsdepartement die Benennung Sektion der Staatsrechnungen. Diese Sektion hatte die Vorschriften für die Form der Rechnungsablegung der Haupt- und Partikularrechner, Etats- und Bilanzsachen, Amtsübergaben, Kautionsangelegenheiten, Untersuchungen und Auseinandersetzungen in Rechnungssachen zu bearbeiten, die Rechnungsablegung in den gesetztlichen Terminen zu überwachen, Probe und Justifikation aller Rechnungen durch die ihr untergeordneten Rechnungskammern vornehmen zu lassen sowie die Aufsicht über das Personal und die Geschäfte der Rechnungskammer und, nach dem Dekret vom 28. August 1811, auch die Aufsicht über die Rechnungskammer sämtlicher direkten und indirekten Steuern wahrzunehmen. Es bestanden insgesamt 5 Rechnungskammern (Kameral-, Forst-, Militär-, Umgeld- und Akziserechnungskammer). Das gesamte zum Finanzdepartement gehörige Rechnungswesen war mithin bei dieser Sektion zusammengezogen. Die Auflösung der Sektion erfolgte mit Verordnung vom 18. November 1817. An ihre Stelle trat mit Wirkung vom 1. Januar 1818 die Oberrechnungskammer.
II. Zur Registratur- und Bestandsgeschichte: Nach der Übersiedlung des Finanzarchivs von Stuttgart nach Ludwigsburg wurden in den Jahren 1858 und 1860 die in dem vormaligen Finanzarchivgebäude zu Stuttgart aufbewahrten Akten, darunter auch die Akten des Rechnungsdepartements, als ältere Finanzministerialregistratur 1806-1817 mit dem Finanzarchiv in Ludwigsburg vereinigt (heute Teil des Bestandes E 221). Teile der Rechnungsakten gelangten auch in die Registraturen der vier Kreisfinanzkammern und wurden mit diesen später dem Finanzarchiv einverleibt. Bei der Neuverzeichnung der Akten der Kreisfinanzkammern und anderer dem Finanzdepartement unterstellten Behörden wurden die Akten des Rechnungsdepartements und der Sektion der Staatsrechnungen aufgehoben und 1958 im Konzept verzeichnet. Wegen des zu erwartenden Anfalls weiterer Akten dieser Provenienz aus anderen Beständen (D 37, Krondomänen, D 39 Landbauwesen) wurde die Fertigstellung des vorliegenden Repertoriums zurückgestellt und erst im Sommer 1965 zum Abschluss gebracht. Das Schriftgut dieses Bestandes ist vollständig. Teile davon befinden sich noch im Bestand des Finanzministeriums (E 221) und können erst bei dessen Neuverzeichnung herausgelöst werden. Da kein Registraturschema vorlag, wurde bei der Verzeichnung ein neuer Ordnungsplan nach Maßgabe des vorhandenen Aktenmaterials gebildet. Die einzelnen Sachrubriken sind in alphabetischer Reihenfolge angeordnet, die Akten liegen innerhalb der Sachgruppen meist chronologisch, nur in Rubrik III, IV, VIII, IX und X nach Kameralämtern. Akten anderer Provenienz wurden mit in den Bestand aufgenommen, soweit sie zum Vorgang gehören oder zeitlich unmittelbar vorangehen. Inhaltlich ist der Bestand weniger bedeutend als andere Behördenregistraturen dieser Zeit (etwa D 37 Krondomänen, D 39 Landbauwesen, D 40 Hofbausachen). Immerhin ist das Aktenmaterial von Interesse für die Geschichte des Rechnungswesens. Besonders hinzuweisen ist auf die Rubriken III und IV, auf die beträchtliche Zahl der Personenakten von Zivil-, Kirchen- und Schuldienern und die Nachweise über Mittel für Besoldung, Kultkosten, Pfarr- und Schulhausbau u.a. Der vorliegende Bestand D 38 umfasst 538 Büschel = 3 lfd. m. Ludwigsburg, September 1965 Gez. A. Müller
III. Zu den Protokollen und Diarien (Klassifikationspunkt 1.): Die Protokolle und Diarien des Hof- bzw. Oberhofbaudepartements (Jahrgänge 1807-1817) entstammen dem aufgelösten Selektbestand E 227. Im Januar 2021 wurden sie von Fabian Müller MA verzeichnet und signiert.
Der Bestand enthält Akten der zum Geschäftsbereich des Finanzministeriums zählenden und dem Oberfinanzdepartement unterstehenden Rechenbank (1806-1807), des daraus hervorgegangenen Rechnungsdepartements (1807-1811) und der Sektion der Staatsrechnungen (1811-1817), die zum 1. Januar 1818 in der Oberrechnungskammer aufging. Zum Aufgabenbereich dieser Behörden gehörte insbesondere die Aufsicht über das Kassen- und Rechnungswesen bei den Kameralämtern sowie Zuständigkeiten in folgenden Angelegenheiten, soweit sie mit dem Rechnungswesen in Zusammenhang standen: - Armen- und Gratialsachen, - Besoldungs- und Pensionssachen, - Domänen, -, Forstsachen, - Fronsachen, - Hoheits- und Obrigkeitsrechte, - Kirchen- und Lehranstalten, - Lehnssachen, - Militärsachen.
I. Zur Behördengeschichte: Nach dem Organisationsmanifest vom 18. März 1806 gehörte alles, was sich auf Staatseinnahmen bezog, zum Finanzministeirum. Der Finanzminister war Präsident aller ihm unterstellten Kollegien. Dem Kollegium des Oberfinanzdepartements war die Rechenbank nachgeordnet, in der die bisherigen Rechenbänke der altwürttembergischen Rentkammer, des altwüttembergischen Kirchenrats und der neuwürttembergischen Hofkammer Ellwangen zusammengefasst wurden. Durch das Organisationsedikt vom 4. Juni 1807 wurde aus dem Oberfinanzdepartement die Oberfinanzkammer und als deren 4. Departement aus der Rechenbank das Rechnungsdepartement. Zum Geschäftskreis des Rechnungsdepartements gehörten die Aufsicht über das Kassen- und Rechnungswesen sämtlicher Kameralbeamten und -kassiere, die Aufsicht über das Kassen- und Rechnungswesen sämtlicher Kameralbeamten und -kassiere, das Kautionswesen, die Kanzleikosten- und Schreibmaterialverwaltung, das Besoldungs- und Pensionswesen, die Armenunterstützung, die Kirchen- und Lehranstalten, die Seminarien, das Medizinalwesen, das Sportelwesen, die Schutz- und Schirm-, Bürger- und Beisitzergelder, die Abzug- und Nachsteuer sowie andere Jurisdiktionsgefälle, insofern sie auf das Rechnungswesen Bezug hatten; insbesondere wurden dem Rechnungsdepartement durch Verordnung vom 4. Juni 1807 die Revision der Rechnungen des Marstalls- und Gestützskassiers, der Forstkassen, der bei dem Bergwerks-, Salinen- und Hüttenwesen angestellten Beamten, ferner durch Staatsministerial-Dekret vom 22. Juni 1807 die Revision der Rechnungen bei der Sektion des Straßen-, Brücken- und Wasserbauwesens übertragen. Nach der Finanzorganisation vom 1. Juli 1811 (Reg.-Bl. 337) erhielt das Rechnungsdepartement die Benennung Sektion der Staatsrechnungen. Diese Sektion hatte die Vorschriften für die Form der Rechnungsablegung der Haupt- und Partikularrechner, Etats- und Bilanzsachen, Amtsübergaben, Kautionsangelegenheiten, Untersuchungen und Auseinandersetzungen in Rechnungssachen zu bearbeiten, die Rechnungsablegung in den gesetztlichen Terminen zu überwachen, Probe und Justifikation aller Rechnungen durch die ihr untergeordneten Rechnungskammern vornehmen zu lassen sowie die Aufsicht über das Personal und die Geschäfte der Rechnungskammer und, nach dem Dekret vom 28. August 1811, auch die Aufsicht über die Rechnungskammer sämtlicher direkten und indirekten Steuern wahrzunehmen. Es bestanden insgesamt 5 Rechnungskammern (Kameral-, Forst-, Militär-, Umgeld- und Akziserechnungskammer). Das gesamte zum Finanzdepartement gehörige Rechnungswesen war mithin bei dieser Sektion zusammengezogen. Die Auflösung der Sektion erfolgte mit Verordnung vom 18. November 1817. An ihre Stelle trat mit Wirkung vom 1. Januar 1818 die Oberrechnungskammer.
II. Zur Registratur- und Bestandsgeschichte: Nach der Übersiedlung des Finanzarchivs von Stuttgart nach Ludwigsburg wurden in den Jahren 1858 und 1860 die in dem vormaligen Finanzarchivgebäude zu Stuttgart aufbewahrten Akten, darunter auch die Akten des Rechnungsdepartements, als ältere Finanzministerialregistratur 1806-1817 mit dem Finanzarchiv in Ludwigsburg vereinigt (heute Teil des Bestandes E 221). Teile der Rechnungsakten gelangten auch in die Registraturen der vier Kreisfinanzkammern und wurden mit diesen später dem Finanzarchiv einverleibt. Bei der Neuverzeichnung der Akten der Kreisfinanzkammern und anderer dem Finanzdepartement unterstellten Behörden wurden die Akten des Rechnungsdepartements und der Sektion der Staatsrechnungen aufgehoben und 1958 im Konzept verzeichnet. Wegen des zu erwartenden Anfalls weiterer Akten dieser Provenienz aus anderen Beständen (D 37, Krondomänen, D 39 Landbauwesen) wurde die Fertigstellung des vorliegenden Repertoriums zurückgestellt und erst im Sommer 1965 zum Abschluss gebracht. Das Schriftgut dieses Bestandes ist vollständig. Teile davon befinden sich noch im Bestand des Finanzministeriums (E 221) und können erst bei dessen Neuverzeichnung herausgelöst werden. Da kein Registraturschema vorlag, wurde bei der Verzeichnung ein neuer Ordnungsplan nach Maßgabe des vorhandenen Aktenmaterials gebildet. Die einzelnen Sachrubriken sind in alphabetischer Reihenfolge angeordnet, die Akten liegen innerhalb der Sachgruppen meist chronologisch, nur in Rubrik III, IV, VIII, IX und X nach Kameralämtern. Akten anderer Provenienz wurden mit in den Bestand aufgenommen, soweit sie zum Vorgang gehören oder zeitlich unmittelbar vorangehen. Inhaltlich ist der Bestand weniger bedeutend als andere Behördenregistraturen dieser Zeit (etwa D 37 Krondomänen, D 39 Landbauwesen, D 40 Hofbausachen). Immerhin ist das Aktenmaterial von Interesse für die Geschichte des Rechnungswesens. Besonders hinzuweisen ist auf die Rubriken III und IV, auf die beträchtliche Zahl der Personenakten von Zivil-, Kirchen- und Schuldienern und die Nachweise über Mittel für Besoldung, Kultkosten, Pfarr- und Schulhausbau u.a. Der vorliegende Bestand D 38 umfasst 538 Büschel = 3 lfd. m. Ludwigsburg, September 1965 Gez. A. Müller
III. Zu den Protokollen und Diarien (Klassifikationspunkt 1.): Die Protokolle und Diarien des Hof- bzw. Oberhofbaudepartements (Jahrgänge 1807-1817) entstammen dem aufgelösten Selektbestand E 227. Im Januar 2021 wurden sie von Fabian Müller MA verzeichnet und signiert.
546 Büschel, 102 Bände (17,1 lfd. m)
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 2:40 PM CET