Zunftbrief der Schlosser. Ludwig Graf zu Stolberg bestätigt eine inserierte Ordnung der Wertheimer Schlosser: 1. Wer ins Handwerk aufgenommen werden will, muss seine eheliche Geburt nachweisen, 2. Wer aufgenommen werden will, muss einen Lehrbrief nachweisen, 3. Es soll niemand aufgenommen werden, dessen Frau sich unehrlich verhalten hat oder unehelicher Geburt ist, 4. Wer aufgenommen wird, soll dem Handwerk zwei Gulden geben, der Sohn eines Meisters nur einen Gulden, 5. Ein Auswärtiger, der eine Meisterstochter heiratet, soll ebenfalls einen Gulden geben. Wenn ein Meisterssohn und eine Meisterstochter heiraten und ins Handwerk aufgenommen werden wollen, brauchen sie dafür nichts zu zahlen, 6. Die Annahme von Lehrlingen soll im Beisein zweier weiterer Meister erfolgen, die Mindestlehrzeit beträgt drei Jahre, 7. Der Lehrjunge zahlt einen halben Gulden ans Handwerk, der Lehrmeister einen Ort und einen Gulden, 8. Jeder Meister soll nur einen Lehrling haben. Nur für eine Übergangszeit von 14 Tagen sind zwei Lehrlinge gestattet, 9. Kein Meister soll einem anderen Gesinde oder Gesellen abwerben, 10. Arbeit von anderen Meistern darf erst übernommen werden, wenn diese mit dem Bauherrn abgerechnet haben, 11. Gebote durch das Handwerk sollen nur an Sonn- oder Feiertagen stattfinden, damit sie niemanden an der Arbeit hindern, 12. Wenn jemand ein Gebot machen und dafür das Handwerk versammeln will, soll er dafür zwei Turnosen Botgeld zahlen, 13. Wer zum gebotenen Gebot nicht kommt, zahlt zwei Turnosen Strafe, 14.Wenn ein Mitglied des Handwerks Schulden macht und außer Landes geht, soll ihm so lange nachgeschrieben werden, bis er kommt und sich vergleicht, 15. Stümper und Landesfremde, die sich im Handwerk betätigen, sollen auf Anzeige des Handwerks von der Herrschaft aus dem Land geschafft werden, 16. Wenn fremde Schlosser kommen, sollen zwei Gesellen oder Lehrjungen Arbeit für sie suchen, 17. Kein Geselle oder Lehrjunge soll einen anderen aus der Werkstatt zum Weintrinken oder Herumspazieren abholen. Ankündigung des Sekretsiegels der Wertheimer Befehlshaber.