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Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg (Archivtektonik) >> Ober- und Mittelbehörden seit um 1945 >> Geschäftsbereich Ministerium für politische Befreiung >> Heimatspruchkammern: Verwaltungsakten
1946-1948 (Va ab 1933, Na bis 1950)
Behördengeschichte: In der Folge des Gesetzes zur Befreiung von Nationalsozialismus und Militarismus vom 5. März 1946 wurden in den Stadt- und Landkreisen Württemberg-Badens Spruchkammern gebildet. Die Spruchkammer 9 - Crailsheim nahm am 27. Mai 1946 ihre Tätigkeit aufund führte ihre erste Verhandlung am 24. Juli 1946 durch. Ihr Zuständigkeitsbereich erstreckte sich auf folgende 58 Orte: Amlishagen Bächlingen, Bartenstein, Beimbach, Billingsbach, Blaufelden, Brettheim, Crailsheim, Dünsbach, Ellrichshausen, Ettenhausen, Gaggstatt, Gammesfeld, Gerabronn, Goldbach, Gröningen, Gründelhardt, Hausen am Bach, Hengstfeld, Herrentierbach, Honhardt, Hornberg, Jagstheim, Kirchberg/Jagst, Langenburg, Lautenbach, Lendsiedel, Leukershausen, Lenzendorf, Mariäkappel, Marktlustenau, Matzenbach, Michaelbach a.d. Heide, Michelbach a.d. Lücke, Oberspeltach, Onolzheim, Rechenberg, Reubach, Riedbach, Rossfeld, Rot am See, Ruppertshofen, Satteldorf, Schmalfelden, Schrozberg, Simprechtshausen, Spielbach, Stimpfach, Tiefenbach, Triensbach, Unterdeufstetten, Waldtann, Wallhausen, Weipertshofen, Westhartenausen, Wiesenbach, Wildenstein und Wittenweiler. Aufgrund der Kriegszerstörungen in Crailsheim war die Spruchkammer zunächst im Amtsgericht und im Schloß von Langenburg untergebracht. Im Juli/August 1947 erfolgte der Umzug nach Crailsheim, wo Räume im Torbogengebäude des Fliegerhorstes bezogen wurden. Vorsitzende waren Fritz Glöckner, Willy Rudolph, Senatspräsident Dr. Wilhelm Schneider, Otto Schmidt, Otto Hugger, Helmut Pleuß, Gerhard Reinke, Gerhard Liebchen und Wilhelm Schrenck. Als Öffentliche Kläger fungierten Otto Schmidt, Paul Zierrath, Gustav Balzer und Heinrich Moeskes. Den Posten des Geschäftsstellenleiters hatten Paul Zierrath, Helmut Scharschmidt und Fritz Latuske inne. Der Personalbestand der Spruchkammer schwankte zwischen 32 (Sommer 1946) und 65 Personen (Frühjahr 1948). Die eigentliche Tätigkeit der Spruchkammer Crailsheim endete am 30. Juni 1948, doch agierte sie noch kurze Zeit als Arbeitskammer der Spruchkammer Ellwangen weiter, bevor die endgültige Auflösung zum 30. September 1948 erfolgte.
Bestandsgeschichte: Nach der Auflösung der Spruchkammer Aalen im September 1948 gelangten die Akten an das Archiv des Ministeriums für politische Befreiung bzw. an das Zentralarchiv bei der Zentralspruchkammer Nordwürttemberg. Dieses wurde ab 1. Oktober 1950 dem Staatsarchiv Ludwigsburg angegliedert (Bestand EL 902/5). Im Zuge eines Beständeausgleichs vom Jahre 1976 wurden die Verwaltungsakten aller Spruchkammern 1981 an das Hauptstaatsarchiv Stuttgart abgegeben (Bestand EA 11/209), jedoch 1992 aufgrund einer neuen Beständeabgrenzung ihrer Provenienz entsprechend als Akten nachgeordneter Dienststellen des Ministeriums für politische Befreiung in das Staatsarchiv Ludwigsburg zurückgeführt (Bestand EL900/5).
Bearbeiterbericht: Bei Beginn der von Frau Claudia Buggle 1984 vorgenommenen Verzeichnung im Hauptstaatsarchiv Stuttgart befand sich das Schriftgut, zu dem kein Aktenplan vorhanden war, größtenteils in Schnellheftern und Leitzordnern und zusammengeschnürten Aktenbündeln. Die Beschriftung war nur bedingt zur Übernahme für die Verzeichnung geeignet. Korrespondenzserien wurden zu Sachakten neu formiert, schon bestehende Sachakten und eine Betreffserie (vgl. 4.5.) aber in ihrer ursprünglichen Ordnung belassen. Bei der Verzeichnung wurden insgesamt 0,15 lfd. m. kassiert: Lieferscheine, Tagesleistungszettel und Posteinlieferungshefte. Nach der erfolgten Rückführung der Spruchkammer-Verwaltungsakten ins Staatsarchiv Ludwigsburg wurde die Verzeichnung leicht überarbeitet und als vorliegendes Findbuch zum Abschluß gebracht. Der Bestand EL900/5 besteht jetzt aus 59 Archivalieneinheiten mit 2 lfd.m Umfang. Das Repertorium schrieb Frau Hildegard Aufderklamm. Ludwigsburg, im August 1995 Dr. Rainer Brüning
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.