Abt Diethelm [von Krenkingen] und der Konvent des Benediktinerklosters Reichenau ("Augien.") [Lkr. Konstanz] beurkunden: Der Edelherr Witegow von Albeck ("Albecge") [Stadt Langenau/Alb-Donau-Kreis] hat zu seinem und seiner Eltern Seelenheil erreicht, dass ein Ministeriale des Klosters Reichenau alle seine Besitzrechte am Michaelsberg bei Ulm ("mons sancti Michahelis apud Ulmam") dem Kloster Reichenau übertragen hat. Auf den Rat geistlicher Männer hat er dann dort ein Spital für Bedürftige und eine Herberge für Pilger errichtet. Diese sollen dort von Kanonikern, die nach der Regel des heiligen Augustinus leben, unter Leitung eines Propstes versorgt werden. Der Propst darf zu diesem Zweck Mitbrüder aufnehmen. Doch soll deren Anzahl eine bestimmte Grenze nicht überschreiten, damit genügend Mittel zur Versorgung der Bedürftigen und Pilger übrig bleiben. Den Brüder wird das Recht der freien Propstwahl zugestanden. Den von ihnen Gewählten hat der Abt von Reichenau zu investieren. Bei zwiespältiger Wahl soll der Abt mit Rat des Vogtes des Spitals den von der Mehrheit Gewählten investieren. Wenn die Chorherren die Wahl verzögern, dann soll der Abt im Beisein des Vogtes die Gründe dafür untersuchen. Stellt sich dabei heraus, dass sie die Wahl ohne gewichtigen Grund hinausgezögert haben, kann der Abt zusammen mit dem Vogt einen Angehörigen des Augustinerchorherrenordens als Propst einsetzen. Der Stifter des Spitals Witegow hat die Schutzvogtei ohne Anspruch auf Einkünfte und Dienstleistungen übernommen. Sie soll künftig immer vom Ältesten des Geschlechts von Albeck ausgeübt werden. Der Stifter hat außerdem zu seinem Seelenheil seine Eigenleute und seine bewegliche und unbewegliche Habe dem von ihm gestifteten Spital übergeben. Auch hat er angeordnet, dass dort neben den Brüdern kein Frauenkonvent entstehen darf, wie dies bei anderen Klöstern üblich ist. Abt und Konvent des Klosters Reichenau nehmen die Stiftung an und verpflichten sich zur Einhaltung der Anordnungen des Stifters.

Show full title
Haus der Stadtgeschichte - Stadtarchiv Ulm
Data provider's object view
Loading...