Martin Molfenter der Ältere und sein Sohn Martin Molfenter der Jüngere, beide Bürger zu Ulm, bekennen, dass ihnen der Hauskomtur der Deutschordenskommende in Ulm [abgegangen, Bereich Bahnhofstraße 11-13, Bahnhofstraße 5, Parz. 281/1 und 281/3] Peter von Gundelsheim [Gde. Theilenhofen/Lkr. Weißenburg-Gunzenhausen] auf Lebenszeit des Martin Molfenter des Jüngeren ein Drittel der Au der Kommende in Ulm mit den zugehörigen Mähdern zwischen den Giessen und der Iller anstoßend an andere Güter und Mähder der Kommende, die die Hold von Wiblingen [Stadt Ulm] bewirtschaften, sowie an die Au des Rats der Stadt Ulm verliehen hat. Diese Au der Kommende wurde erst kürzlich vermessen und auf ungefähr 33 Jauchert veranschlagt. Außerdem hat er ihnen noch ein Drittel an ungefähr 0,5 Jauchert einer anderen Au der Kommende verliehen. Die beiden Lehenstücke fallen nach dem Tod des Martin Molfenter des Jüngeren wieder an die Kommende zurück. Sie haben davon jedes Jahr 8 Pfund Heller Ulmer Währung an die Kommende zu entrichten. Bei Säumnissen in der Lieferung des Zinses oder wenn sie ihren Teil der Auen verpfänden, verkaufen oder auf andere Weise belasten, fallen diese wieder an die Kommende zurück. Werden Teile der Auen durch Hochwasser abgeschwemmt, darf der Zins deswegen nicht vermindert werden. Desgleichen soll aber der Zins auch dann nicht erhöht werden, wenn durch Hochwasser Land angeschwemmt wird. Wenn der Holzwart der Kommende in Gögglingen [Stadt Ulm] die von der Kommende selbst bewirtschaftete Au, die den beiden verliehenen Auen gegenüberliegt, besichtigen möchte, sollen Vater oder Sohn Molfenter in kostenlos dorthin fahren. Sie und die anderen Inhaber der Auen sollen dort mindestens 4 Tagwerk oder, sofern dies als nutzbringend erscheint, auch mehr roden und in Wiesen umwandeln. Sollten sie dagegen der Ansicht sein, dass eine Umwandlung von mehr als 4 Tagwerk der Auen in Wiesen keinen Nutzen bringt, dann sollen der Hauskomtur und sie je zwei Personen bestimmen, die nach Besichtigung der Sache festlegen, wieviel in Wiesen umgewandelt werden soll.

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Haus der Stadtgeschichte - Stadtarchiv Ulm
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