Gewerkschaften und Berufsverbände: Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) - Kreisbüro Wiesbaden-Rheingau-Taunus, Wiesbaden (Bestand)
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2029
Hessisches Hauptstaatsarchiv (Archivtektonik) >> Gliederung >> Bestände nichtstaatlicher Herkunft >> Organisationen und Einrichtungen >> Gewerkschaften und Berufsverbände
Bestandsgeschichte: Der Bestand setzt sich aus verschiedenen Provenienzen zusammen, wobei die Hauptmasse naturgemäß auf den DGB-Kreis, seine Nebenstellen und Ortskartelle entfällt. Besonders ist auf die Überlieferung von Archivalien der beiden Vorgängerinstitutionen, der Demokratischen Einheitsgewerkschaft Wiesbaden (1945-1946) und des Freien Gewerkschaftsbundes Hessen, Bezirk Wiesbaden (1946-1949), hinzuweisen. Daneben sind Einzelstücke verschiedener Gewerkschaften und des SPD-Ortsvereins Wiesbaden zu verzeichnen, deren Vorhandensein auf die räumliche Nachbarschaft im Gewerkschaftshaus bzw. auf die in Personalunion geführten Geschäfte sowie auf eine gemeinsame Sammlungsaktion zurückzuführen ist. Hinsichtlich der vielfältigen Aufgaben des GDB-Kreises Wiesbaden (-Rheingau-Taunus), wie sie einer Aufstellung vom Mai 1965 zu entnehmen sind (z.B. Nr. 25), ist festzustellen, dass nur ein verschwindend geringer Teil der dazu sicherlich angefallenen Unterlagen erhaltengeblieben ist, der überwiegende Teil aber schon früher als nicht aufbewahrungswürdig vernichtet wurde. Größere Verluste sind namentlich beim Umzug in das neue Gewerkschaftshaus eingetreten. Es ist in diesem Zusammenhang von Interesse, dass 1965 die 'Führung des Archivs' zu den Aufgabenbereichen der Kreisstelle rechnete, also offenbar eine bewusste Auswahl der Akten vorgenommen wurde. Drei Jahre zuvor war der Vorstand bereits an die Gewerkschaften mit der Bitte herangetreten, ihre alten Mitglieder zu einer Abgabe historischer Dokumente zu bewegen (Nr. 33, Rundschreiben vom 14.08.1962). Die gesamte Abgabe ist demnach mehr als eine historische Sammlung zu betrachten. Unterstrichen wird dieser Befund durch den weiten zeitlichen Umfang der Abgabe, der von 1945 bis zum Anfang der 70er Jahre reicht und darüber hinaus nur einzelne Fragmente enthält. Geschäftsberichte und Rechnungsabschlüsse sind fast gar nicht erhalten, selbst die Vorstandsprotokolle nur fragmentarisch vorhanden. Mehr Wert wurde offensichtlich auf die Dokumentation der Gründungszeit und der Veranstaltungen (Festlichkeiten, Aktionen, Bildungsprogramm) - vor allem in Form von Rundschreiben - gelegt. Besonders wertvoll sind die Organisationsberichte. Sie ermöglichen es, die personelle und strukturelle Organisation für die Zeit von 1950 bis 1974 zu rekonstruieren. Sie finden ihre Ergänzung z.T. in den Tätigkeitsberichten, die aber nur für die Rechtsstelle einigermaßen vollständig (bis 1988) vorliegen. Die Ausschüsse (Frauen, Jugend, Kultur, Angestellte [ab 1950] und Beamte [ab 1951] sowie später andere, z.T. nur zeitweilig existierende Ausschüsse) sind mit Ausnahme des Frauenausschusses (bzw. Tätigkeit der Frauensekretärin) für die 60er Jahre nur unzureichend bis gar nicht dokumentiert. Von der Tätigkeit der Nebenstellen und Ortskartelle liegen hauptsächlich Unterlagen der 1969 aufgelösten Nebenstelle Bad Schwalbach und des 1982 eingegangenen Ortskartells Biebrich a.Rh. vor.
Im Jahr 1996 wurden dem Hessischen Hauptstaatsarchiv von dem DGB-Kreis Wiesbaden-Rheingau-Taunus etwa 4 lfd. m Akten zur Übernahme angeboten. Hiervon wurden schließlich ca. 1,5 lfd. m als archivwürdig übernommen (Zugang 66/1996). Im Rahmen seiner Ausbildung wurde von Archivreferendar Dr. Kröger im Jahr 2001 die Ordnung und Verzeichnung des Bestandes vorgenommen. Die Verzeichnungseinheiten mussten zu einem Teil erst (neu) gebildet werden. Rücksicht auf frühere Zusammenhänge wurde dabei genommen, sofern dies bei dem vorgefundenen Überlieferungszustand möglich war. Eine zweite Abgabe soll im Dezember 2001 erfolgen.
Geschichte des Bestandsbildners: Nach mehreren vergeblichen Versuchen seit dem 30. April 1945 genehmigte die amerikanische Militärregierung am 27.09.1945 die Bildung der Demokratischen Einheitsgewerkschaft (Stadtkreis Wiesbaden). 14 Tage darauf wurde deren Zuständigkeitsbereich auf den gesamten Arbeitsamtsbezirk Wiesbaden ausgedehnt. Im März 1946 schloss sich die ebenfalls 1945 gegründete Einheitsgewerkschaft für den Rheingaukreis an. Daneben existierte seit Oktober 1945 auch im Untertaunuskreis ein Zusammenschluss der Freien Gewerkschaften. Nachdem 1946 durch Delegierte der damals in Hessen arbeitenden 14 Landesgewerkschaften der 'Freie Gewerkschaftsbund Hessen' gegründet worden war, erfolgte auch in Wiesbaden die Änderung der Organisationsstruktur. Sie wurde der Militärregierung durch eine schlichte Mitteilung der 'Umbenennung' zur Kenntnis gegeben. Wiesbaden stellte im Rahmen dieser Organisationsform einen Bezirk mit Zahlstellen in Limburg a.d. Lahn und im Rheingau dar. Die abermalige Änderung der Organisationsstruktur erfolgte mit der Gründung des Deutschen Gewerkschaftsbundes und der damit verbundenen Umwandlung der Bezirksleitung Wiesbaden in einen Kreisausschuss (seit 1963 'Kreis') im Landesbezirk Hessen zum 1. Januar 1950. Nach dem ersten Organisationsbericht (Stand 1.1.1950) verfügte der Kreisausschuss über Nebenstellen in Bad Schwalbach und Rüdesheim a.Rh. sowie 22 Ortskartelle, die seine Arbeit in der Region unterstützen. 1961/1962 wurden die meisten Ortskartelle aufgelöst und durch Vertrauensleute ersetzt. Am 1.1.1963 waren nur noch fünf Ortskartelle vorhanden. Für die Erledigung der Aufgaben standen 1950 dem geschäftsführenden Vorsitzenden Emil Dietz zwei Rechtssekretäre, ein Jugendsekretär, eine Frauensekretärin, eine Stenotypistin und eine Kontoristin zur Verfügung, darüber hinaus in den Nebenstellen je ein Sekretär und eine Kontoristin. Am 1. April 1996 wurden die DGB-Kreise Wiesbaden-Rheingau-Taunus und Limburg-Weilburg zum DGB-Kreis Wiesbaden-Limburg zusammengeschlossen. In Limburg bestand weiterhin eine DGB-Rechtsstelle bis zur Umwandlung der DGB-Rechtsschutzstelle Wiesbaden in eine GmbH (zwischen 1997 und 2001). Infolge der durch die Mitgliederbewegung abermals notwendig gewordenen Umstrukturierung ging der neue Kreis am 1. November 2001 in der DGB-Region Frankfurt-Rhein-Main auf.
Findmittel: Online-Datenbank (Arcinsys)
Im Jahr 1996 wurden dem Hessischen Hauptstaatsarchiv von dem DGB-Kreis Wiesbaden-Rheingau-Taunus etwa 4 lfd. m Akten zur Übernahme angeboten. Hiervon wurden schließlich ca. 1,5 lfd. m als archivwürdig übernommen (Zugang 66/1996). Im Rahmen seiner Ausbildung wurde von Archivreferendar Dr. Kröger im Jahr 2001 die Ordnung und Verzeichnung des Bestandes vorgenommen. Die Verzeichnungseinheiten mussten zu einem Teil erst (neu) gebildet werden. Rücksicht auf frühere Zusammenhänge wurde dabei genommen, sofern dies bei dem vorgefundenen Überlieferungszustand möglich war. Eine zweite Abgabe soll im Dezember 2001 erfolgen.
Geschichte des Bestandsbildners: Nach mehreren vergeblichen Versuchen seit dem 30. April 1945 genehmigte die amerikanische Militärregierung am 27.09.1945 die Bildung der Demokratischen Einheitsgewerkschaft (Stadtkreis Wiesbaden). 14 Tage darauf wurde deren Zuständigkeitsbereich auf den gesamten Arbeitsamtsbezirk Wiesbaden ausgedehnt. Im März 1946 schloss sich die ebenfalls 1945 gegründete Einheitsgewerkschaft für den Rheingaukreis an. Daneben existierte seit Oktober 1945 auch im Untertaunuskreis ein Zusammenschluss der Freien Gewerkschaften. Nachdem 1946 durch Delegierte der damals in Hessen arbeitenden 14 Landesgewerkschaften der 'Freie Gewerkschaftsbund Hessen' gegründet worden war, erfolgte auch in Wiesbaden die Änderung der Organisationsstruktur. Sie wurde der Militärregierung durch eine schlichte Mitteilung der 'Umbenennung' zur Kenntnis gegeben. Wiesbaden stellte im Rahmen dieser Organisationsform einen Bezirk mit Zahlstellen in Limburg a.d. Lahn und im Rheingau dar. Die abermalige Änderung der Organisationsstruktur erfolgte mit der Gründung des Deutschen Gewerkschaftsbundes und der damit verbundenen Umwandlung der Bezirksleitung Wiesbaden in einen Kreisausschuss (seit 1963 'Kreis') im Landesbezirk Hessen zum 1. Januar 1950. Nach dem ersten Organisationsbericht (Stand 1.1.1950) verfügte der Kreisausschuss über Nebenstellen in Bad Schwalbach und Rüdesheim a.Rh. sowie 22 Ortskartelle, die seine Arbeit in der Region unterstützen. 1961/1962 wurden die meisten Ortskartelle aufgelöst und durch Vertrauensleute ersetzt. Am 1.1.1963 waren nur noch fünf Ortskartelle vorhanden. Für die Erledigung der Aufgaben standen 1950 dem geschäftsführenden Vorsitzenden Emil Dietz zwei Rechtssekretäre, ein Jugendsekretär, eine Frauensekretärin, eine Stenotypistin und eine Kontoristin zur Verfügung, darüber hinaus in den Nebenstellen je ein Sekretär und eine Kontoristin. Am 1. April 1996 wurden die DGB-Kreise Wiesbaden-Rheingau-Taunus und Limburg-Weilburg zum DGB-Kreis Wiesbaden-Limburg zusammengeschlossen. In Limburg bestand weiterhin eine DGB-Rechtsstelle bis zur Umwandlung der DGB-Rechtsschutzstelle Wiesbaden in eine GmbH (zwischen 1997 und 2001). Infolge der durch die Mitgliederbewegung abermals notwendig gewordenen Umstrukturierung ging der neue Kreis am 1. November 2001 in der DGB-Region Frankfurt-Rhein-Main auf.
Findmittel: Online-Datenbank (Arcinsys)
Bestand
Literatur: Ulrich, Axel: Ein neues Leben beginnt. Die Gründung der Demokratischen Einheitsgewerkschaft Wiesbaden. Hrsgg. vom DGB Wiesbaden-Rheingau-Taunus zum 50. Jahrestag der Gründung. Wiesbaden 1995. [Dienstbib. XXXVI, 979]
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
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17.06.2025, 12:53 PM CEST