Georg Ehinger, Lehrer beider Rechte und kaiserlicher Fiskal, bekennt, dass die Ulmer Bürgerin Agnes Bischoff, Witwe des Ulrich Senglin, vor ihrem Tod testamentarisch eine Stiftung für die von dem verstorbenen Grautucher Heinrich Haim genannt Langheinz gestiftete Messe im Ulmer Münster an dem Altar unter den Glocken an dem großen Pfeiler angeordnet und dieser 200 rheinische Gulden hinterlassen hat. Er als ihr Testamentsvollstrecker möchte nun diese Stiftung ausführen. Da sich aber herausgestellt hat, dass Agnes Bischof bei ihrem Tod sehr viel mehr jährliche Einkünfte als Bargeld hinterlassen hat, übergibt er der ewigen Messe anstelle der 200 Gulden die folgenden jährlichen Zinsen mit den dazugehörigen Zinsbriefen: - 6 Gulden vom Haus des Schneiders Peter Wagner. - 2 Gulden vom Garten des Bäckers Heinrich Hainlin vor dem Herdbruckertor [abgegangen, Donaustraße, Bereich östlich von Herdbruckerstraße 30, Lagerbuch Nr. 1/3]. - 1 Gulden von dem Haus des Sauerbäckers Peter Lutz vor dem Fauentor [abgegangen zwischen Frauenstraße 56 und 61, Lagerbuch Nr. 417]. - 1 Gulden von dem Acker des Paul Rämler in Söflingen ("Seflingen") [Stadt Ulm] oberhalb der alten Steinbrücke. Diese Zinsen können gegen Bezahlung von insgesamt 200 rheinischen Gulden abgelöst werden. Sie sind an den Kaplan des Altars Heinrich Stierlin und seine Nachfolger zu entrichten.