Amt Schwalenberg (Bestand)
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L 108 Schwalenberg
Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe (Archivtektonik) >> 1. Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe >> 1.1. Land Lippe (bis 1947) >> 1.1.2. Verwaltung, Justiz >> 1.1.2.2. Allgemeine und innere Verwaltung >> 1.1.2.2.5. Ämter
1651-1895
Landes- und Hoheitssachen, Militär 1744-1879 (18); Amtsangelegenheiten 1766-1879 (21); Bevölkerung, Juden 1755-1893 (58); Sicherheits- und Medizinalpolizei 1779-1879 (26); Steuern, Hypotheken 1734-1895 (68); Grundstücksverkäufe, Ablösungen, Kataster 1651-1890 (647); Land- und Forstwirtschaft, Domänen, Hude 1704-1879 (94); Handel und Gewerbe 1726-1877 (11); Kirche und Schule 1735-1869 (29); Straßen- und Brückenbau 1767-1879 (26); Prozesse 1666-1879 (166).
Bestandsgeschichte: Erst allmähliche Abgrenzung der einzelnen Amtsbezirke gegeneinander; innere Organisation der Ämter als untere Instanz der landesherrlichen Verwaltung mit Zuständigkeit für Verwaltungs- und Justizaufgaben zurückgehend auf eine Verordnung des Grafen Simon V. vom 29. September 1535; mit der Trennung von Justiz und Verwaltung 1879 Ablösung der Ämter durch die Verwaltungsämter bzw. die Amtsgerichte (vgl. L 109 und D 23). - Schwalenberg Samtamt mit Paderborn seit 1323/58; 1808 lippischer Alleinbesitz; 1879 aufgelöst.
Form und Inhalt: Das Amt Schwalenberg stammt aus jenen Erwerbungen, die die Edelherren zur Lippe im 14. Jahrhundert (1323, 1350/58) aus dem Erbe der 1356 erloschenen Grafen von Schwalenberg an sich gebracht hatten. Da die Hälfte des Heinrichschen Teils der Grafschaft an den Bischof von Paderborn gekommen war, besaß Lippe drei Viertel, Paderborn ein Viertel der ganzen Grafschaft.
1557 bis1583 war das Samtamt Schwalenberg zusammen mit den Ämtern Schieder, Barntrup und Sternberg im Besitz der lippischen Nebenlinie zu Pyrmont, 1613 bis 1620 Paragialbesitz des Grafen Hermann zur Lippe-Schwalenberg und seit 1627 Paragialbesitz der Witwe des Grafen Simon VII. zur Lippe und ihres Sohnes, des Grafen Jobst-Hermann, des Begründers der Linie Lippe-Biesterfeld. Die Landeshoheit verblieb der regierenden Linie zu Detmold. 1763 wurden die Biesterfelder und die Weißenfelder Nebenlinien finanziell abgefunden.
Das Verhältnis zu Paderborn richtete sich trotz häufiger Differenzen zu Ende des 18. Jahrhunderts nach folgender Regelung:
Lippe stand die Landeshoheit im Amt Schwalenberg und die Kontribution zu. Drei Viertel der übrigen Einkünfte erhielt Lippe, ein Viertel Paderborn. Aus dem Amt Oldenburg bezog Lippe die Hälfte, aus dem Amt Stoppelberg zwei Drittel der Einkünfte. Die Jurisdiktion war gemeinsam, die Samtgerichte tagten in Schwalenberg. Die Verwaltungsämter eines Drosten und Amtsmanns waren doppelt von Lippe und Paderborn besetzt.
1808 fand zwangsweise die Aufteilung der Samtherrschaft statt. Das Königreich Westphalen verzichtete auf seine Einkünfte im Amt Schwalenberg, wohingegen Lippe auf die Einkünfte aus den Ämtern Oldenburg und Stoppelberg verzichten musste. Diese Regelung wurde von Preußen nach 1815 nach einigem Zögern beibehalten.
1879 wurde das Amt Schwalenberg dem Verwaltungsamt Blomberg angeschlossen. Auch die Justizverwaltung wurde mit dem neuen Amtsgericht nach Blomberg verlegt.
Die Akten dokumentieren weitgehend das 19. Jahrhundert. Älteres ist vernichtet oder im Pertinenzbestand der alten Knochschen Ortsakten aufgegangen.
Die Systematik wurde der alten Amtsregistratur angeglichen.
Es ist zu zitieren: L 108 Schwalenberg Nr. ...
Detmold, im Juli 1977
gez. Sagebiel
Das maschinenschriftliche Findbuch wurde Ende 2008 im Rahmen eines Zeitvertrags durch Susanne Sprenger aus Detmold nach VERA übertragen.
Die Verzeichnungseinheiten Nr. 1151 - 1164 stammen aus dem im Archiv vorgefundenen dienstlichen Nachlass der 2008 verstorbenen früheren Kollegin Ingeborg Kittel. Die überwiegend losen Schriftstücke waren größtenteils mit Bindfaden zu Bündeln geschnürt, deren Inhalt meist (von anderer [?] Hand) auf beigelegten Zetteln angegeben war; zu einigen Stichpunkten gab es mehrere Bündel. Auf dem Stapel lag ein Blatt mit der Aufschrift "Deppemeier" (von Fr. Kittel); gemeint ist sicherlich Heinrich Deppemeier, ehemaliger Lehrer und langjähriger früherer Archivbenutzer, dessen Familie einen Hof in Rischenau-Paenbruch besaß (siehe dazu D 72 Deppemeier / Nachlass Heinrich Deppemeier).
Es handelt sich hauptsächlich um Schriftgut des Amtes Schwalenberg betr. Angelegenheiten des Dorfes Rischenau oder um Unterlagen des Dorfvorstehers; einige 1880 und später datierte Schriftstücke (v.a. Rechnungsbelege) wurden dem Bestand L 109 Blomberg zugeführt.
Detmold, im Juli/Oktober 2009
gez. Arno Schwinger
Bestandsgeschichte: Erst allmähliche Abgrenzung der einzelnen Amtsbezirke gegeneinander; innere Organisation der Ämter als untere Instanz der landesherrlichen Verwaltung mit Zuständigkeit für Verwaltungs- und Justizaufgaben zurückgehend auf eine Verordnung des Grafen Simon V. vom 29. September 1535; mit der Trennung von Justiz und Verwaltung 1879 Ablösung der Ämter durch die Verwaltungsämter bzw. die Amtsgerichte (vgl. L 109 und D 23). - Schwalenberg Samtamt mit Paderborn seit 1323/58; 1808 lippischer Alleinbesitz; 1879 aufgelöst.
Form und Inhalt: Das Amt Schwalenberg stammt aus jenen Erwerbungen, die die Edelherren zur Lippe im 14. Jahrhundert (1323, 1350/58) aus dem Erbe der 1356 erloschenen Grafen von Schwalenberg an sich gebracht hatten. Da die Hälfte des Heinrichschen Teils der Grafschaft an den Bischof von Paderborn gekommen war, besaß Lippe drei Viertel, Paderborn ein Viertel der ganzen Grafschaft.
1557 bis1583 war das Samtamt Schwalenberg zusammen mit den Ämtern Schieder, Barntrup und Sternberg im Besitz der lippischen Nebenlinie zu Pyrmont, 1613 bis 1620 Paragialbesitz des Grafen Hermann zur Lippe-Schwalenberg und seit 1627 Paragialbesitz der Witwe des Grafen Simon VII. zur Lippe und ihres Sohnes, des Grafen Jobst-Hermann, des Begründers der Linie Lippe-Biesterfeld. Die Landeshoheit verblieb der regierenden Linie zu Detmold. 1763 wurden die Biesterfelder und die Weißenfelder Nebenlinien finanziell abgefunden.
Das Verhältnis zu Paderborn richtete sich trotz häufiger Differenzen zu Ende des 18. Jahrhunderts nach folgender Regelung:
Lippe stand die Landeshoheit im Amt Schwalenberg und die Kontribution zu. Drei Viertel der übrigen Einkünfte erhielt Lippe, ein Viertel Paderborn. Aus dem Amt Oldenburg bezog Lippe die Hälfte, aus dem Amt Stoppelberg zwei Drittel der Einkünfte. Die Jurisdiktion war gemeinsam, die Samtgerichte tagten in Schwalenberg. Die Verwaltungsämter eines Drosten und Amtsmanns waren doppelt von Lippe und Paderborn besetzt.
1808 fand zwangsweise die Aufteilung der Samtherrschaft statt. Das Königreich Westphalen verzichtete auf seine Einkünfte im Amt Schwalenberg, wohingegen Lippe auf die Einkünfte aus den Ämtern Oldenburg und Stoppelberg verzichten musste. Diese Regelung wurde von Preußen nach 1815 nach einigem Zögern beibehalten.
1879 wurde das Amt Schwalenberg dem Verwaltungsamt Blomberg angeschlossen. Auch die Justizverwaltung wurde mit dem neuen Amtsgericht nach Blomberg verlegt.
Die Akten dokumentieren weitgehend das 19. Jahrhundert. Älteres ist vernichtet oder im Pertinenzbestand der alten Knochschen Ortsakten aufgegangen.
Die Systematik wurde der alten Amtsregistratur angeglichen.
Es ist zu zitieren: L 108 Schwalenberg Nr. ...
Detmold, im Juli 1977
gez. Sagebiel
Das maschinenschriftliche Findbuch wurde Ende 2008 im Rahmen eines Zeitvertrags durch Susanne Sprenger aus Detmold nach VERA übertragen.
Die Verzeichnungseinheiten Nr. 1151 - 1164 stammen aus dem im Archiv vorgefundenen dienstlichen Nachlass der 2008 verstorbenen früheren Kollegin Ingeborg Kittel. Die überwiegend losen Schriftstücke waren größtenteils mit Bindfaden zu Bündeln geschnürt, deren Inhalt meist (von anderer [?] Hand) auf beigelegten Zetteln angegeben war; zu einigen Stichpunkten gab es mehrere Bündel. Auf dem Stapel lag ein Blatt mit der Aufschrift "Deppemeier" (von Fr. Kittel); gemeint ist sicherlich Heinrich Deppemeier, ehemaliger Lehrer und langjähriger früherer Archivbenutzer, dessen Familie einen Hof in Rischenau-Paenbruch besaß (siehe dazu D 72 Deppemeier / Nachlass Heinrich Deppemeier).
Es handelt sich hauptsächlich um Schriftgut des Amtes Schwalenberg betr. Angelegenheiten des Dorfes Rischenau oder um Unterlagen des Dorfvorstehers; einige 1880 und später datierte Schriftstücke (v.a. Rechnungsbelege) wurden dem Bestand L 109 Blomberg zugeführt.
Detmold, im Juli/Oktober 2009
gez. Arno Schwinger
142 Kartons = 1164 Archivbände 1651-1895. - Findbuch: L 108 Schwalenberg.
Bestand
German
Kittel, Erich / Stöwer, Herbert / Sundergeld, Karl, Die älteren lippischen Landesgesetze und Ordnungen, in: Lippische Mitteilungen, 26 (1957), S. 48-78; Stöwer, Herbert, Die lippische Kommunalverfassung, in: Archivpflege in Westfalen und Lippe Nr. 8, Juli 1976, S. 3-14; Klein, Thomas / Hubatsch, Walter (Hg.), Grundriss zur deutschen Verwaltungsgeschichte, Band 16, Marburg 1981, S. 207ff.; Jeserich, Kurt G. A. / Pohl, Hans / Unruh, Georg-Christoph von (Hg.), Deutsche Verwaltungsgeschichte, Band 1-6, Stuttgart 1983-1988, Band 2, S. 757; Rasch, H., Stadt und Land Schwalenberg. Ein Abriss ihrer Geschichte, 2. Auflage, Lemgo 1967.
Literatur:
Kittel, Geschichte des Landes Lippe
von Donop, Beschreibung des Lippischen Landes
[Quellen:] Archivalien der Bestände L 32 und L 77 A des Staatsarchivs Detmold
Literatur:
Kittel, Geschichte des Landes Lippe
von Donop, Beschreibung des Lippischen Landes
[Quellen:] Archivalien der Bestände L 32 und L 77 A des Staatsarchivs Detmold
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.11.2025, 13:59 MEZ
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