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DSHI 510 Riga (Bestand)
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Bestandsbeschreibung: Riga
Riga wurde 1201 gegründet, erhielt 1211 gotländisches, 1294/97 Hamburger und 1350 sein eigenes Rigisches Stadtrecht. Von Beginn an Zentrum des Bistums, seit 1255 des Erzbistums Riga und des Meisters des Deutschen Ordens in Livland von 1330-1480. Seit 1282 Mitglied der Hanse; 1452-1561 Doppelherrschaft durch Deutschen Orden und Erzbischof von Riga; 1561 selbständig, seit 1581 unter polnischer Oberhoheit Starostei Riga. 1621-1710 unter schwedischer, dann bis 1918 unter russischer Oberhoheit. Zentrum des Herzogtums, später des Gouvernements Livland, nach 1918 Hauptstadt der Republik Lettland.
Das Stadtarchiv Riga ist eines der ältesten Archive im Baltikum. Die Überlieferung ist bis 1561 lückenhaft. 1882 wurde das Stadtarchiv gegründet. Stadtarchivare waren seitdem bis 1890 Hermann Hildebrand, danach Philipp Schwartz, die das an verschiedenen Stellen gelagerte Material geordnet hatten. 1890 wurden die verschiedenen Sammlungen an zwei Stellen vereinigt, das Äußere Ratsarchiv im gleichen Gebäude wie das Dommuseum, das Innere Ratsarchiv in einem Gewölbe des Rathauses, von wo es 1928 ins Lettische Staatsarchiv gelangte, zu dem Anfang des 20. Jhs. die Unterlagen der unteren Stadtbehörden hinzukamen. Heute ist das Stadtarchiv eine Filiale des Historischen Staatsarchivs Lettlands in Riga. 1940 wurden Teile des Stadtarchivs in die Verfilmungsaktion der deutschen Archivkommission einbezogen.
Stadtprivilegien und Urkunden aus dem Inneren Archiv, insgesamt 338 Einzelstücke 1220-1561; ”Decreta Senatus” 1563-1595; Handschriften aus dem Inneren Archiv: u. a. das Rigische Stadtrecht seit 1270, das älteste Schuldbuch 1286-1352, das Erbebuch 1385-1773; Ratsprotokolle (Ratskanzlei, Publica) 1603-1605, 1643-1721, 1870-1890; Schragen der Ämter 1415-1766; Wackenbücher, Haken- und Seelenrevisionen der Stadtgüter 1582-1873, darunter Wackenbücher von Lemsal 1601-1822 mit Register; Register zu den Beständen des Stadtarchivs.
845 AE, 1220-1893
Ungedruckte Findhilfsmittel. Inneres Archiv, Register (HS 18./19. Jh., Bd. 1: 198 S.; Bd. 2: 196 S., DSHI Rep. Riga 45, 46); Registraturen der Moscovitica und Ruthenica (HS 17. Jh., 147 S., DSHI Rep. Riga 26); Chronologisches Acten-Register des Rigaschen Rats für Administrativ-Sachen 1887-1889 (DSHI Rep. Riga 44); Vogtei-Gerichts-Register der Stadt Riga 1673-1889 (5 Bde., DSHI Rep. Riga 31-35); Wettgerichts-Register 1693-1882 (2 Bde., DSHI Rep. Riga 36, 37); Akten-Register in Beschwerde-Suppliksachen (DSHI Rep. Riga 38); Hermann Hildebrand: Über die Stadtbücher, in: Heinrich Julius Böthführ: Die Rigische Rathslinie von 1226 bis 1876. 2. Aufl. Riga u.a. 1877 (Nachdruck Hannover-Döhren 1969), S. 18-33; Philipp Schwartz: Das Stadtarchiv, in: Nikolaus Carlberg: Der Stadt Riga Verwaltung und Haushalt 1878-1900. Riga 1901, S. 182-187; Arnold Feuereisen: Das Stadtarchiv. Entstehung und Entwicklung, in: Burchard von Schrenck: Beiträge zur Statistik der Stadt Riga und ihrer Verwaltung, Bd. 1, Riga 1909, S. 315-316; Rīga kā Latvijas galvaspilsēta [Riga - Hauptstadt Lettlands], hrsg. von T. Liventāls, Riga 1932, S. 682-696; Georgij enš: ”Polonica” v Rižskom gorodskom gosudarstvennom archive [”Polonica” im Rigaer Stadtarchiv], in: Učenye zapiski Instituta slavjanovedenija AN SSSR, Moskva 1950, t. II, S. 313, 316, 317; Central’nyj gosudarstvennyj istorièeskij archiv Latvijskoj SSR., S. 24 f.; Georgij enš: Iz istorii archivnogo dela v Latvii, S. 19-28; Digna Bērze: 13.-19. gs. dokumenti vācu valodā Latvijas Valsts vēstures arhīva fondos [Die deutschsprachigen Urkunden aus dem 13.-19. Jh. in den Beständen des Historischen Staatsarchivs Lettlands], in: Latvijas Arhīvi, Nr. 2 (1999), S. 16-23, hier vor allem S. 17 f.; weitere Literatur bei: Grimsted: Archives and Manuscript Repositories, S. 239-244.
Editionen:
Das Rigische Schuldbuch (1286-1352), hrsg. von Hermann Hildebrand, Riga 1852; Jakob Gottlieb Leonhard von Napiersky: Die Quellen des Rigischen Stadtrechts bis zum Jahre 1673, Riga 1876; Die Libri Redituum der Stadt Riga 1334-1574, hrsg. von J. G. L. Napiersky, Riga 1881; Die Erbebücher der Stadt Riga 1384-1579, hrsg. von J. G. L. Napiersky, Riga 1888; Arend Buchholtz: Das älteste Kanzleibuch des Rigaschen Rats, in: Sitzungsberichte d. Gesellschaft für Geschichte und Althertumskunde 1887 (Riga 1888), S. 13-16; Zwei Kämmereiregister der Stadt Riga [erstes Reg.: 1514/1516, zweites Reg.: 1555/1556], hrsg. von August von Bulmerincq, Leipzig 1902; Die Kämmereiregister der Stadt Riga 1348 bis 1361 und 1405 bis 1474, bearb. von A. von Bulmerincq, Leipzig 1909-1913 (Gesellschaft für Geschichte und Altertumskunde der Ostseeprovinzen Rußlands);. Vier Bücher der Landvögte der Stadt Riga, hrsg. von A. von Bulmerincq, Bd. 1-3 (1382-1710), Riga 1923-1931.
Literatur: Friedrich Georg von Bunge: Die Stadt Riga im dreizehnten und vierzehnten Jahrhundert. Geschichte, Verfassung und Rechtszustand, Leipzig 1878 (Nachdruck Amsterdam 1968); Constantin Mettig: Geschichte der Stadt Riga, Riga 1897 (Nachdruck Hannover-Döhren 1967); Friedrich Benninghoven: Rigas Entstehung und der frühhansische Kaufmann, Hamburg 1961 (Nord- und osteuropäische Geschichtsstudien, Bd. 3); Wilhelm Lenz: Die Entwicklung Rigas zur Großstadt, Kitzingen/Main 1954 (Marburger Ostforschungen, Bd. 2); Valda Pētersone: Rīgas pilsētas pārvalde Katrīnas II reformu laikā 1783-1796 [Die Verwaltung der Stadt Riga in der Reformzeit Katharinas II (1783-1796)], in: Latvijas Arhīvi, H. 3 (1994), S. 18-24; Melita Svarāne: Rīdzinieku garīgo intere?u atspoguļojums Rīgas bāriņtiesas materiālos [dt. Zusf.: Widerspiegelung der geistigen Interessen der Bürger von Riga in den Urkunden des Waisengerichts (2. H. d. 18. - 1. H. d. 19. Jhs.)], in: Latvijas Arhīvi, Nr. 1 (1999), S. 34-44; Ligers: Geschichte der baltischen Städte, S. 27-98; Baltisches historisches Ortslexikon. Teil II Lettland, S. 504-510
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.