Notar Johannes Kramer, gebürtig von Sulgen (Saulgau?) und wohnhaft in Weingarten, beurkundet auf dem Hof Schweinberg bei Karsee, daß vor ihm erschienen sind die ehrbaren und wohlbescheidenen Hans Schwarz ("Swartz"), Meier daselbst, auf der einen Seite, Herr Rudolf Moser von Altdorf, Priester des Konstanzer Bistum und Pfarrer in Karsee, sowie die Pfleger der Pfarrkirche Hans Küng vor dem Wald und Konrad Payer zu Karsee auf der anderen Seite. Der begüterte, jedoch alte und kranke Meier stiftet ein Seelgerät, bestehend aus mehreren Zinsbriefen, zugunsten von St. Kilian und St. Ursula, den Patronen der Pfarrkirche zu Karsee, in die er als christliches Glied gehört und wo er im gew[ölb?] begraben werden will. Der erste Brief lautet auf 5 lb h Zins und ist datiert am Samstag nach Fronleichnam (3.6.) 1485. Der zweite lautet auf ein Kapital von 60 lb d bzw. einen Zins daraus von 3 lb d jährlich. Er wurde ausgestellt von Matthias Haimpel zu Rengersweiler ("Renggeschweiler"), Bürger zu Lindau, und Thomas Klainer genannt Nars (?) von Berchtensweiler (=Bettensweiler?) und datiert ist auf St. Othmars Tag (16.11.) 1478. Der dritte enthält eine Verschreibung über 10 lb d Kapital bzw. 10 ß d Zins, ausgestellt von Bartlome Knupfler unter der Halden mit Datum Donnerstag nach Unser lieben Frauen Tag Assumptiationis (17.8.) 1514, der vierte über 20 lb d Kapital bzw. 1 lb d Zins, ausgestellt von Konrad Hutter und datiert Donnerstag nach St. Ulrich (11.7.) 1476, der fünfte über 30 lb d Hauptgut bzw. 1 Malter Hafer und 10 ß d Wangener Maß und Währung (Zins), ausgestellt von Urban Pfanner, datiert am Donnerstag vor Martini (9.11.) 1531, der sechste über 21 lb d Kapital bzw. 1 lb 1 ß d Zins, ausgestellt von Jakob Zeyer (ohne Datumsangabe). Die genannten Zinsbriefe übergibt der Schenker als freie und unwiderrufliche "gots gab und schanckung", die lateinisch donatio inter vivos oder "in teutsch begabung under den lebendigen" genannt wird. Der Schenker gelobt in die Hand des Notars an Eides statt, sich an die Abmachung zu halten und nichts gegen die Schenkung zu unternehmen. Er verzichtet auf alle Einreden. Pfarrer und Pfleger nehmen die Schenkung und Übergabe an.

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Landesarchiv Baden-Württemberg
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