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Carl Engler an Karl Weltzien

Verzeichnungsstufe:
Archivale
Archivaliensignatur:
KIT-Archiv, 27072 / 108
Kontext:
27072 Nachlass Karl Weltzien >> 1 Korrespondenzstücke in der alphabetischen Folge der Absender >> 1.34 Engler, Carl (*1842, +1925)
Laufzeit:
1866 August 16, Halle
Enthältvermerke:
Enthält: (2r) Engler bedankt sich nicht nur für die von Weltzien übersandten "Abhandlungen", sondern vor allem für die Begleitung seines wissenschaftlichen Werdegangs. Engler übersendet beiliegend eine Weltzien gewidmete "Abhandlung". Die Übersetzung wurde von einem Philologen übernommen, aber nicht endkorrigiert. (2v) Mayer und Engler, "keine besonderen Lateiner", übernahmen diese Aufgabe. Zur Habilitation an der Universität Halle ist die Ablegung einer Philosophieprüfung notwendig, wenn wie im Falle Englers die Promotion nicht an einer preußischen Universität erfolgte. Engler studierte die Geschichte der Philosophie bis zu Hegel, dessen Ansichten zur Chemie er nicht teilen kann. Prüfer war (Julius) Schaller. Dieser nahm wie verabredet Descartes ("Cartesius") durch. Geprüft werden in Halle auch die Haupt- und Nebenfächer. Engler musste ein Examen in Chemie ablegen und wählte Mineralogie anstelle von Physik als weiteres Prüfungsfach. Prüfer in Mineralogie war nicht (Heinrich) Girard, sondern (Christian Gottfried Andreas) Giebel, der die Härtegrade von Mineralien abprüfte. Giebel ist eng mit (Max Hermann) Siewert befreundet, nicht aber mit Engler. Nach dem Examen folgte der Probevortrag "Über die Gärung" vor der Fakultät sowie anschließend ein "Colloquium". (3v) Engler beschreibt die Modalitäten der Disputation in Halle. Respondent war (Karl August Lossen), der Bruder von (Wilhelm) Lossen in Heidelberg. Im Anschluss an die Disputation erhielt Engler vom Dekan (4r) die "venia docendi". Engler wird im kommenden Semester pharmazeutische Chemie dreistündig als Privatkolleg sowie die Geschichte der Chemie bis (Antoine Laurent) Lavoisier einstündig und öffentlich lesen. Chemische Technologie folgt im Sommersemester, aufgrund der notwendigen längeren Vorbereitung und dem Wunsch, der Vorlesung Exkursionen folgen zu lassen. In Halle ist die Cholera ausgebrochen. Engler lädt Weltzien daher nicht nach Halle ein. Weltzien war früher einmal in Halle. 44 Menschen starben am Vortag in Halle an Cholera. Engler sieht in der Vermeidung des Trinkens von "schlechte[m] Horizontalwasser" eine vorbeugende Schutzmaßnahme. Auch hat man sich bei Unwohlsein gegen Verkühlung zu schützen. Engler trinkt "kalten Kaffe und Rothwein". (Wilhelm Heinrich) Heintz ist wegen des Choleraausbruchs mit seiner Familie über Heidelberg in die Schweiz gereist. (4v) Engler verbleibt bis zum Beginn des Wintersemesters in Halle. Er wird im Laboratorium an der Untersuchung einer Säure sowie über Indigo arbeiten. Halle war weniger als Karlsruhe in den Krieg involviert. Schwarzweiße Fahnen und die Anwesenheit "verwundete[r] Österreicher" sind die Zeichen des Krieges in Halle. Der Stimmungsumschwung der Badener hin zu Österreich wie auch die "Leidenschaft" für (Franz von) Roggenbach und (Heinrich von) Treitschke sind für Engler nicht nachvollziehbar. Laut Zeitungsberichten legten sich in Baden mittlerweile die "freundschaftliche Gesinnung gegen Österreich" und der "Haß gegen Preußen". Engler erhofft sich einen Brief von Weltzien mit Neuigkeiten aus Karlsruhe. Er lässt Weltziens Ehefrau grüßen. (1r) Fragment eines Siegelabdrucks auf Lack
Umfang:
4 Blatt
Archivalientyp:
Handschriften
Indexbegriffe Ort:
Baden-Baden/DE
Halle/DE
Heidelberg/DE
Digitalisat im Angebot des Archivs:
kein Digitalisat verfügbar
Bestand:
27072 Nachlass Karl Weltzien