Heinrich [Österreicher], Abt von Schussenried, und Heinrich von Schellenberg von Wasserburg entscheiden in der Güte im Streit zwischen Abt und Konvent von Weingarten und Marquard von Königsegg, Ritter, über Vogtrecht, Vogtgülten, Gericht und anderes, die letzterer auf Gütern und Leuten des Klosters beanspruchte. Der bisher dem von Königsegg gehörende Hof in Blönried, auf dem Dietrich Wiggenhauser sitzt, soll künftig Weingarten gehören, doch muß das Kloster die darauf lastende Gült von 3 lb h an das ewige Licht in der Hl. Geist Kapelle zu Weingarten übernehmen. Königsegg verzichtet zugunsten von Weingarten auf seine Vogtrechte auf zwei Höfen in Baienbach von jeweils 1 Scheffel Hafer und 7 ß d nebst anderen Rechten wie Gerichtszwang, Dienstbarkeit und Hundehaltung ("hund zu erziehen"). Er verzichtet weiter auf Vogtrechte von zwei Gütern in Schlupfen, bestehend aus jährlich 1 Scheffel Hafer, 7 ß d, einer Weinfahrt und 8 "artten" (von "Aren" = Ackern?), desgleichen auf das Vogtrecht von zwei Gütern in Kümmerazhofen, auf denen Jakob Stärck d.Ä. und Martin Malenbrey sitzen, bestehend aus jährlich 1/2 Scheffel Hafer und Hühnern. Das Gütli und die Schmiede in Reute bei Fronhofen, wovon Königsegg bisher 16 ß d bzw. 4 ß d bezog, soll künftig Weingarten gehören. Abgesprochen werden ihm weiter die Vogtrechte auf den Höfen in Ruprechtsbruck, Lützelbach (=Litzelbach) und Haggenmoos, wo Königsegg bisher 24 "artten", Weinfahrten und andere Dienste genoß. Die Klosterleute zu Stainibach (=Steinenbach) haben Königsegg bisher wegen der Weide "etlich artten" geleistet, die sie auch künftig schuldig sein sollen. Die von Ällendorf (=Aulendorf) dürfen künftig nicht mehr mit den Schweinen in den Wäldern des Klosters bei Stainibach und Blönried weiden. Der Meier zum Bossen (=Boosen) und Hans Rügker von Wolherrüti (=Wallenreute) leisten Königsegg weiterhin die bisherigen Abgaben und Dienste, weil sie den Tannwald als Weide und zur Entnahme von Brennholz nutzen. Im Gegenzug übergibt Weingarten Königsegg den Hof zu Ällendorf, den Strasser bewirtschaftet, den Hof zu Steegen sowie einen jährlichen Zins von 2 lb d aus der Mühle in Ällendorf.

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Landesarchiv Baden-Württemberg
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