Anspruch auf die kurköln. Wind- und Roßmühle zu Uerdingen. Die umstrittene Mühle erwarb Matthias Gerhards, der zweite Mann der Catharina Kirschkamps, am 16. Aug. 1669 zur Erbpacht (emphiteutecarius). Er entrichtete ein einmaliges „Laudemium“. Das Ehepaar soll eine Einkindschaft (Gleichberechtigung aller Kinder) eingerichtet haben. Beim Tod des Matthias waren seine fünf Kinder (Johannes Karl, Esther, Sibilla, Christine und Johann Dietrich) alle noch minderjährig. Umstritten ist, ob alle anderen Kinder die Mühle ihrem Bruder bzw. Halbbruder Christian Thomberg, einem Sohn ihrer Mutter aus der ersten Ehe mit Laurentius Thomberg, übertrugen oder ob er sie von seiner Mutter nur gepachtet hatte, ob also sein Sohn erbberechtigt ist oder nicht. Der Appellat Heinrich Thomberg ist ein Sohn des Christian Thomberg aus erster Ehe mit Agnes Müller. Eine zweite Ehe Christians mit Ida Hagbolt blieb kinderlos. Nach seinem Tod heiratete Ida Heinrich Kämmerling. Ihre gemeinsamen Kinder sind die Appellanten. Ida Hagbolt nahm die Mühle (nach Auffassung des Appellaten widerrechtlich) in Besitz. Die Erben des Matthias Gerhards sollen ihr die Ansprüche zediert haben. Das RKG bestätigte am 7. September 1726 die Urteile der Vorinstanz und verurteilte die (inzwischen volljährigen) Appellanten zur Abtretung der Mühle und der seit Klageerhebung erzielten Einnahmen gegen Zahlung des ihren Eltern geschuldeten Betrages.
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Anspruch auf die kurköln. Wind- und Roßmühle zu Uerdingen. Die umstrittene Mühle erwarb Matthias Gerhards, der zweite Mann der Catharina Kirschkamps, am 16. Aug. 1669 zur Erbpacht (emphiteutecarius). Er entrichtete ein einmaliges „Laudemium“. Das Ehepaar soll eine Einkindschaft (Gleichberechtigung aller Kinder) eingerichtet haben. Beim Tod des Matthias waren seine fünf Kinder (Johannes Karl, Esther, Sibilla, Christine und Johann Dietrich) alle noch minderjährig. Umstritten ist, ob alle anderen Kinder die Mühle ihrem Bruder bzw. Halbbruder Christian Thomberg, einem Sohn ihrer Mutter aus der ersten Ehe mit Laurentius Thomberg, übertrugen oder ob er sie von seiner Mutter nur gepachtet hatte, ob also sein Sohn erbberechtigt ist oder nicht. Der Appellat Heinrich Thomberg ist ein Sohn des Christian Thomberg aus erster Ehe mit Agnes Müller. Eine zweite Ehe Christians mit Ida Hagbolt blieb kinderlos. Nach seinem Tod heiratete Ida Heinrich Kämmerling. Ihre gemeinsamen Kinder sind die Appellanten. Ida Hagbolt nahm die Mühle (nach Auffassung des Appellaten widerrechtlich) in Besitz. Die Erben des Matthias Gerhards sollen ihr die Ansprüche zediert haben. Das RKG bestätigte am 7. September 1726 die Urteile der Vorinstanz und verurteilte die (inzwischen volljährigen) Appellanten zur Abtretung der Mühle und der seit Klageerhebung erzielten Einnahmen gegen Zahlung des ihren Eltern geschuldeten Betrages.
AA 0627, 3014 - K 4/17
AA 0627 Reichskammergericht, Teil V: I-L
Reichskammergericht, Teil V: I-L >> 2. Buchstabe K
1714 - 1757 (1669 - 1738)
Enthaeltvermerke: Kläger: Nikolaus Scheuten, Franz Wiegels, Schöffe, Bürgermeister Peter Hagbolt (Hackbolt), alle Uerdingen, als Vormünder der unmündigen Kinder des Heinrich Kämmerling und der Ida Hagbolt: Burkhard, Peter, Liborius und Georg, (Bekl.) Beklagter: Heinrich Thomberg (Thumberch), Uerdingen, (Kl.) Prokuratoren (Kl.): Dr. Georg Andreas Geibel 1714 - Subst.: Dr. Ludwig Ernst Hert - Dr. Johann Hermann Scheurer 1735 - Subst.: Lic. Anselm Franz Spoenla - Lic. Simon Heinrich Gondela 1736 - Subst.: Lic. Johann Werner Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Justus Faber 1714 - Subst.: Dr. Johann Friedrich Hoffmann - Dr. Johann Ludwig Pfeiffer 1735 - Subst.: Dr. Johann Wilhelm Ludolf Prozeßart: Appellationis cum restitutione in integrum Instanzen: 1. Offizial Köln 1706 - 2. Offizial Köln als Revisionsinstanz 1709 - 3. RKG 1714 - 1757 (1669 - 1738) Beweismittel: Bd. I: RKG-Urteil vom 7. Sept. 1726 (13 - 14). Auszug aus dem Taufregister von Uerdingen: Heinrich Thomberg, ehelicher Sohn des Christian Thomberg und der Agnes Müller, wurde am 30. Jan. 1678 getauft, sein Vater („parens“) starb 1689 (Q 4). Erbpachtbrief des Erzbischofs Maximilian Heinrich von Köln für Matthias Gerhards über die umstrittene Mühle, 16. Aug. 1669 (Q 14). Taxierung der Erbpachtgerechtigkeit der Mühle durch die Schöffen des Gerichts zu Uerdingen, 3. Feb. 1714 (Q 23). Kautionsschein der Appellanten (Q 27). Genealogisches Schema Thomberg - Kämmerling - Gerhards (Q 39 und 380). Zeugnis des Pastors Johannes Bongartz aus dem Pfarregister von Uerdingen: Eheschließung des Heinrich Thomberg und der Sibilla Dörgens am 7. Juli 1706, Geburt der Tochter Maria Agnes am 24. Mai 1710, Tod des Heinrich Thomberg am 22. Nov. 1716 (Q 46). Zeugenverhör des Philipp Heinrich Gerhards, Enkels der Catharina Kirschkamps und des Matthias Gerhards, über die Mühle 1. Aug. 1725 (Q 50). Zeugnis des Pastors von Uerdingen über die Taufdaten des Burkhard Kämmerling (12. April 1691), später Kaplan in Uerdingen, und seines Bruders Peter (16. März 1692) 27. Okt. 1725 (Q 51). Mandatum de exequendo sine clausula (Q 65). Botenlohnschein (Q 66). „Status capitalium et pensionum“ des Müllers Matthias Gerhards vom Jahr 1669 (Q 74). „Status stabilium meliorationum“ die Mühle betreffend 1690 - 1734 (Q 75 und 77). Zeugenaussagen (304 und 327 - 336). Angaben über die Mahlgenossen der Mühle (318 - 324). Jährliche Ausgaben für den Unterhalt der Mühle (325f.). Bd. II: Zeugenaussagen (1 - 43). Beschreibung: 2 Bde., 15 cm, 703 Bl.; Bd. I: 380 Bl., lose, Q 1 - 86 außer 25, 31 Beilagen; Bd. II: 323 Bl., lose, 2 Beilagen und Q 25a und b (Vorakten).
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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21.04.2026, 9:41 AM CEST