Schule und Kindergarten Crispenhofen (Bestand)
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Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein, GemA Wei 13/1
Landesarchiv Baden-Württemberg, Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein (Archivtektonik) >> Kommunalarchive im Hohenlohekreis >> Stadt- und Gemeindearchive >> Gemeindearchiv Weißbach >> Öffentliche Einrichtungen
(ca. 1812-1856) 1942-1986
Inhalt und Bewertung
Die Geschichte der Crispenhofener Schule reicht bis ins 16. Jht. zurück. Der vorliegende Bestand bildet jedoch überwiegend nur die Zeit vom Zweiten Weltkrieg bis zur Schließung 1969 ab. Die wachsende Zahl der Schüler infolge des Zuzugs von Flüchtlingen nach dem Krieg führte vorübergehend zur Zweiklassigkeit (Unter- und Oberklasse) der Volksschule und zur Anstellung einer zweiten Lehrkraft. In den 1950/60er Jahren ging die Schülerzahl allmählich wieder zurück, sodass die bis dahin achtstufige Volksschule 1966 in eine reine Grundschule umgewandelt wurde. 1969 erfolgte die Stillegung des Schulbetriebs.
Der Evangelische Kindergarten von Crispenhofen nutzt seit 1968 Räumlichkeiten im alten Schulhaus.
Gliederung: 1. Grund- und Volksschule; 2. Kindergarten.
1. Zur Geschichte von Schule und Kindergarten in Crispenhofen: Die Geschichte der Crispenhofener Schule reicht zurück bis ins 16. Jht.. Bis 1752 fand hier der gemeinsame Unterricht für die Schüler aus Crispenhofen und Weißbach statt. Der Bau eines neuen Schulhauses wurde 1711 fertig gestellt. Mit dem württembergischen Volksschulgesetz von 1909 kam das bis dahin kirchliche Schulwesen gänzlich unter staatliche Aufsicht. Die Zuständigkeit auf der unteren Verwaltungsebene stellte sich folgendermaßen dar: 1913-1927 Evangelisches Bezirksschulamt Künzelsau, 1927-1934 Evangelisches Bezirksschulamt Öhringen, 1934-1956 Bezirksschulamt Öhringen, 1956-1965 Bezirksschulamt Künzelsau, ab 1965 Staatliches Schulamt Künzelsau. Die Zahl der Schüler in Crispenhofen wuchs allmählich, sodass 1921/22 die Volksschule in zwei Klassen aufgeteilt sowie 1924 ein neues Schulhaus in der Criesbacher Straße Nr. 23 eingeweiht wurde. Doch da in den folgenden Jahren die Schülerzahl wieder abnahm, kehrte man 1938 zur Einklassigkeit zurück. Der Zuzug von Flüchtlingen führte nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem erneuten Anstieg, bis Ende 1948 ein Höchststand von 80 Schülern in Crispenhofen erreicht wurde. Um einen angemessenen Unterricht zu gewährleisten, beschäftigte man zeitweise eine zusätzliche zweite Lehrkraft, die zugleich auch in Weißbach tätig war. Doch erst 1953 wurde eine außerplanmäßige zweite Lehrerstelle in Crispenhofen vom Bezirksschulamt offiziell genehmigt und eingerichtet. Ab 1949 fand der Unterricht an der achtstufigen Volksschule in zwei Klassen statt: einer Unter- und einer Oberklasse für die Jahrgangsstufen 1-4 bzw. 5-8. In den 1950/60er Jahren schankten die Schülerzahlen stark, mit rückläufiger Tendenz. 1966 besuchten noch 70 Kinder die Crispenhofener Schule. In demselben Jahr wurde die zweite Lehrerstelle gestrichen und die Volksschule in eine reine Grundschule für die Jahrgangsstufen 1-4 umgewandelt; auf die Grundschule gingen 1966 33 Schüler. Die Oberklassen aus Crispenhofen und Weißbach wurden als Hauptschule zusammengefasst und nach Niedernhall verlegt, allerdings hielt man den Unterricht zunächst teilweise im Schulhaus in Weißbach ab. 1969 erfolgte die Stilllegung auch der Grundschule in Crispenhofen. Die Grundschüler mussten von nun an nach Weißbach gehen. Bereits seit 1968 nutzt der Evangelische Kindergarten von Crispenhofen Räumlichkeiten im alten Schulhaus in der Criesbacher Straße. Später diente das Gebäude auch als Vereinsheim und seit 2006, nach einer umfassenden Sanierung, als Dorfgemeinschaftshaus. Schulleiter in Crispenhofen nach dem Zweiten Weltkrieg: 1946-1947 Ernst Frey (stellvertretend) 1947 Fritz Breyer (stellvertretend) 1948-1965 Ernst Frey 1965-1967 Gerta v. Kanitz 1967-1969 Gerlinde Küstner 1969 Ehrenfried Biehal
2. Zu Geschichte und Verzeichnung des Bestandes: Bis auf wenige Vorakten stammt die schriftliche Überlieferung der Grund- und Volksschule Crispenhofen vor allem aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Über das Schicksal der älteren Unterlagen ist nichts bekannt. Weitere Verluste ergaben sich in den Jahren nach der Schließung der Schule aus Schädigungen am Material durch schlechte Lagerung, Wassereinbruch und Ungeziefer sowie möglicherweise durch unkontrollierte Aktenentnahme. Hinsichtlich der Aktenführung bemühte sich die Schulleitung ab den frühen 1950er Jahren um die Einhaltung einer Registraturordnung, doch wurde diese nicht konsequent befolgt. Abgesehen von Fehlern bei der richtigen Zuordnung wurde ein großer Teil der überlieferten Unterlagen ohne Beachtung von Aktenzeichen abgelegt. Nach der Schließung der Schule 1969 scheint sich niemand mehr um die Akten gekümmert zu haben, sodass sie im folgenden unsachgemäß gelagert wurden und immer mehr in Unordnung gerieten, zumal sie im Schulhaus offenbar auch für jedermann zugänglich waren. Zuletzt wurden die Akten der Volks- und Grundschule, ein Teil der Akten des Kindergartens sowie Teile der alten Schulbibliothek gemeinsam auf dem Dachboden des alten Schulhauses gelagert. Bei einem Unwetter wurden Akten und Bücher wegen eines undichten Dachs stark durchnässt und in Mitleidenschaft gezogen. Danach wurden die Unterlagen auf dem Dachboden zum Trocknen ausgelegt. Wegen starker Verschmutzung, Feuchtigkeitsschäden, Schimmel sowie Schädlingsfraß musste bei der Bergung der Akten durch den Kreisarchivar im Sommer 2007 ein großer Teil des Materials entsorgt werden, da es nicht mehr zu retten war. Zugleich wurde eine archivische Bewertung durchgeführt, bei der nicht archivwürdige Unterlagen (insbesondere Drucksachen) aussortiert wurden. Während der Restbestand an Büchern der Schulbibliothek an Ort und Stelle verblieb, wurden die archivwürdigen Akten der Schule und des Kindergartens ins Kreisarchiv nach Neuenstein geholt. Auch das archivierte Material ist teilweise stark beschädigt. Aus den beschriebenen Mängeln bei der Aktenführung, vor allem aber bei der späteren Lagerung ergab sich für die Erschließung die Notwendigkeit, den Bestand unabhängig von früheren Ordnungsschemata völlig neu nach inhaltlichen Kriterien zu formieren. Abgesehen von Sortierarbeiten im Jahr 2007 wurden die Unterlagen in den Jahren 2009 und 2010 von Kreisarchivar Dr. Thomas Kreutzer - kurzzeitig unterstützt von der Praktikantin Judith Litkiewicz - erschlossen und verzeichnet. Anschließend wurde der Bestand dem Gemeindearchiv Weißbach hinzugefügt. Der Bestand "Schule und Kindergarten Crispenhofen" beinhaltet 53 Aktenbüschel und 39 Bände bzw. Hefte (Schule: 53 Bü., 26 Bde.; Kindergarten: 13 Bde.) mit einem Umfang von 0,85 lfd. m und einer Laufzeit von 1942 bis 1986 (Schule: 1942-1969, Kindergarten: 1968-1986), mit Vorakten ab 1812. Die Unterlagen sind gemäß den Bestimmungen des Landesarchivgesetzes von Baden-Württemberg teilweise für die Benutzung gesperrt; davon betroffen sind insbesondere personenbezogene Schülerakten. Die Benutzung erfolgt über das Bürgermeisteramt Weißbach bzw. über das Kreisarchiv des Hohenlohekreises.
3. Literatur und weitere Archivalien: Literatur: - Ludwig Bertz: Schule - gemeinsame und getrennte Wege, in: Kirchenjubiläen 1994: Crispenhofen 650 Jahre, Weißbach 600 Jahre. Hrsg. v. d. Evangelischen Kirchengemeinden Crispenhofen und Weißbach, Weißbach 1994, S. 67-76. - Der Hohenlohekreis. Hrsg. v. Landesarchiv Baden-Württemberg in Verb. m. d. Hohenlohekreis (Baden-Württemberg - Das Land in seinen Kreisen), Ostfildern 2006, bes. Bd. 2, S. 366 u. 374 f. Weitere Archivalien: - Gemeindearchiv Weißbach, Bestand Crispenhofen, A 52. - Landeskirchliches Archiv Stuttgart, Bestand Evangelisches Bezirksschulamt Öhringen. - Staatsarchiv Ludwigsburg, Bestand F 177 II (Oberamt Künzelsau), Bü 252. Neuenstein, 1.7.2010 Dr. Thomas Kreutzer, Kreisarchivar
53 Bü., 39 Bde./Hefte (0,85 lfd. m)
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:39 MEZ