Willi Dickhut (Bestand)
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Na 003
Stadtarchiv Solingen (Archivtektonik) >> Bestände nichtstädtischer Provenienz >> Nachlässe und Sammlungen
1929 - 1992
Vorwort Willi Dickhut geboren am 29. April 1904 in Schalksmühle, gestorben am 8. Mai 1992 in Solingen Besuch der Volksschule Lehre als Schlosser und Dreher Politische Tätigkeiten und Funktionen 1920 Beteiligung am Generalstreik gegen den Kapp-Putsch 1921 Organisation im Deutschen Metallarbeiter-Verband (freie Gewerkschaft) 1926 – 1930 Mitglied der Leitung der Schlosserbranche im Deutschen Metallarbeiter-Verband, nach dessen Spaltung Mitglied des »Einheits-Verbandes der Metallarbeiter« (kommunistische Gewerkschaft), am 1. März 1933 von den Faschisten aufgelöst, Mitglied der »Internationalen Roten Hilfe« und des Touristenvereins “Die Naturfreunde” Im März 1926 Eintritt in die Kommunistische Partei Deutschlands und aktiver Funktionär (Aufbau von Betriebsgruppen und Herausgabe von Betriebszeitungen) 1928/ 29 acht Monate in der Sowjetunion als Fabrikfacharbeiter tätig - nach seiner Rückkehr verstärkt für die KPD aktiv Im März 1933 Wahl zum Stadtverordneten von Solingen Unter den Nationalsozialisten bis 1935 in 'Schutzhaft' Nach seiner Haftentlassung illegale Arbeit für die KPD in Solingen 1938 Verurteilung vom Sondergericht Hamm zu einem Jahr und neun Monaten Gefängnis Im August 1944 erneute Verhaftung Im November 1944 Flucht aus dem Gefängnis während eines schweren Bombenangriffs auf Solingen 1945 - 1946 Aufbau der KPD, aktiver Funktionär (unter anderem stellvertretender Kaderleiter im Parteivorstand) 1966 Parteiausschluss wegen seiner Kritik an den Verhältnissen in der Sowjetunion 1971 Buch über die Restauration des Kapitalismus in der UdSSR erscheint erstmals. Darin entwickelt Dickhut eine grundsätzliche Kritik an den Veränderungen in der UdSSR nach der Machtübernahme Chruschtschows, die er als Verrat am Sozialismus und Ursache für das Scheitern der UdSSR ansah. Nach dem Ausschluss aus der KPD engagierte er sich in der KPD/ML und förderte die Vereinigung von KAB (ML) und KPD/ML (RW) zum Kommunistischen Arbeiterbund Deutschlands (KABD) 1972, der die Gründung der MLPD vorbereitete. Willi Dickhut war von 1969 bis 1991 für die Schriftenreihe Revolutionärer Weg verantwortlich. Der Nachlass enthält Schilderungen der Nachkriegszeit, Unterlagen zum Wiederaufbau von Parteien, Genossenschaften und Gewerkschaften, Parteizeitungen und -programme und Schriften Dickhuts. Die älteren Teile des Bestandes hat Willi Dickhut selbst ausgewertet in: So war´s damals. Tatsachenbericht eines Solinger Arbeiters 1926-1948, 1979; s. auch Ders.: Was geschah danach? (ab 1949), 1990 Publikationen von Willi Dickhut in der Archivbibliothek: 1. 90 Jahre Novemberrevolution, Essen 2008, aus: Dickhut, Willi: Proletarischer Widerstand gegen Krieg und Faschismus. 1987; Signatur KA 9382 2. Ich habe mein Leben lang gekämpft. Dokumentation der Veranstaltungsreihe zum Lebenswerk von Willi Dickhut vom 9. bis 12. Mai 2002 in Wuppertal und Gelsenkirchen, hrsg. von den Veranst. Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD), Essen 2002; Signatur KA 9373 3. Was geschah danach? Zweiter Tatsachenbericht eines Solinger Arbeiters ab 1949, Essen 1990; Signatur KA 6145/2 4. So war's damals ... Tatsachenbericht eines Solinger Arbeiters 1926 - 1948, Stuttgart 1979; Signatur KA 6145/1 5. Dickhut, Willi; Proletarischer Widerstand gegen Faschismus und Krieg, Düsseldorf 1977, Signatur KA 7040/1+2 Solingen, März 2011
Eingrenzung und Inhalt: * 29.4.1904 † 8.5.1992. KPD-Funktionär 1926-1966; Mitbegründer der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD). Bestand enthält u.a.: Schilderung der Nachkriegszeit: Wiederaufbau von Parteien, Genossenschaften und Gewerkschaften; Schriften Dickhuts; Parteizeitungen und -programme
Eingrenzung und Inhalt: * 29.4.1904 † 8.5.1992. KPD-Funktionär 1926-1966; Mitbegründer der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD). Bestand enthält u.a.: Schilderung der Nachkriegszeit: Wiederaufbau von Parteien, Genossenschaften und Gewerkschaften; Schriften Dickhuts; Parteizeitungen und -programme
Findbuch: 64 AE
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.11.2025, 13:59 MEZ