Auf unserer Webseite werden neben den technisch erforderlichen Cookies noch Cookies zur statistischen Auswertung gesetzt. Sie können die Website auch ohne diese Cookies nutzen. Durch Klicken auf „Ich stimme zu“ erklären Sie sich einverstanden, dass wir Cookies zu Analyse-Zwecken setzen. Sie können Ihre Cookie-Einstellungen hier einsehen und ändern.
B Rep. 149 Berliner Festspiel GmbH (Bestand)
Anmelden
Um Merklisten nutzen zu können, müssen Sie sich zunächst anmelden.
Landesarchiv Berlin (Archivtektonik) >> B Bestände (West-) Berliner Behörden bis 1990 >> B 2 Senat von Berlin >> B 2.2 Nachgeordnete Einrichtungen
Vorwort: B Rep. 149 - Berliner Festspiele GmbH
1. Institutionengeschichte
Die seit 1951 zunächst als Berliner Festwochen bestehende, am 7. März 1967 durch ein Verwaltungsabkommen zwischen dem Bund und Berlin in ihre heutige Rechtsform über-führte Berliner Festspiele GmbH mit Sitz in der Budapester Straße 48-50 im Bezirk Charlottenburg - im so genannten "Bikini-Haus" - ist Trägerorganisation von neun Festspielveranstaltungen, die z. T. weit über Berlin und die Bundesrepublik hinausreichende Bedeutung haben:
1) Internationale Filmfestspiele Berlin
2) Berliner Festwochen
3) Theatertreffen Berlin
4) Jazz Fest Berlin
5) Horizonte-Festival der Weltkulturen
6) Theatertreffen der Jugend
7) Treffen Junge Musikszene
8) Treffen Junger Autoren
9) musik-biennale
Die in Verbindung mit der "Spitzenorganisation der Filmwirtschaft e. V." veranstalteten Internationalen Filmfestspiele Berlin (IFB) sind neben Cannes und Venedig eines von weltweit drei A-Filmfestivals. Gründer der 1951 ins Leben gerufenen Berlinale waren der Filmhistoriker und Jurist Alfred Bauer (bis 1976 auch Leiter des Festivals), der US-Filmoffizier Oscar Marlay und der Publizist Manfred Barthel. Nach erfolgreicher Wiederho-lung der Veranstaltung 1952 und 1953 beschloss das Abgeordnetenhaus von Berlin am 15. Oktober 1953, die IFB zu einer ständigen, jährlich durchzuführenden Einrichtung zu machen. 1956 erhielten sie die Anerkennung des Internationalen Produzentenverbandes als A-Festival mit dem Recht, eine internationale Jury einzusetzen, offizielle Preise zu verteilen und Filme vorzuführen, die außer dem Ursprungsland noch nicht öffentlich ge-zeigt wurden. Bis 1977 fanden die IFB Ende Juni, danach auf Initiative des neuen Festi-valleiters, des Journalisten Wolf Donner, jeweils von Mitte bis Ende Februar für zwölf Ta-ge statt. Im Mai 1979 übernahm der Filmemacher und Ex-Festivalchef von Lyon und Lo-carno, Moritz de Hadeln, die Leitung des Festivals. Zweiter Festivaldirektor ist Ulrich Gre-gor, der Leiter des 1970 während einer Krise der Berlinale gegründeten "Internationalen Forums des jungen Films". Die IFB gliedern sich in die fünf Bereiche Wettbewerb, Inter-nationales Forum des Jungen Films, Panorama, Retrospektive und das Internationale Kinderfilmfest.
Die 1951 zum ersten Mal gleichzeitig mit der Einweihung des Schiller-Theaters veranstal-teten Berliner Festwochen setzen die Tradition Berlins als bedeutende Kunst-, Theater- und Musikstadt fort. Sie sind ein Vermächtnis des damaligen Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Ernst Reuter, und ihres künstlerischen Schöpfers und langjährigen ersten Leiters Gerhart von Westermann. 1953 wurden sie durch Beschluss des Abgeordneten-hauses von Berlin zur ständigen Einrichtung erklärt und finden seitdem in ununterbro-chener Folge statt. Daher verstanden sich die Berliner Festwochen von Anbeginn an als Ost-West-Forum, auf dem zahlreiche osteuropäische Künstler ihre Arbeiten in Westeuropa vorstellen konnten. Die Berliner Festwochen stehen unter der Leitung des Intendanten der Berliner Festspiele GmbH.
Der 1964 als Forum der deutschsprachigen Bühnen zunächst unter dem Namen "Berliner Theaterwettbewerb" eingerichteten Veranstaltungsreihe ging eine zweijährige Erpro-bungsphase innerhalb der Berliner Festwochen voraus. Ab 1964 wählte ein unabhängiges Gremium von anfangs zehn namhaften Kritikern (später nur noch sieben) die wichtigsten Inszenierungen der vergangenen Spielzeit an den deutschsprachigen Bühnen (einschließ-lich Österreichs und der Schweiz) aus. Seit 1965 wurden sie jeweils im Mai in einem auf ca. 20 Tage konzentrierten Treffen unter der organisatorischen Verantwortung des jewei-ligen Festwochenleiters präsentiert, seit 1966 unter dem Namen "Theatertreffen Berlin". Zusatzprogramme und Begleitveranstaltungen wie "Pantomime - Musik - Tanz - Theater" der Akademie der Künste, der "Stückemarkt" oder das "Forum junger Bühnenange-höriger" erweiterten das Spektrum des Theatertreffens in den Folgejahren.
Alljährlich im Herbst veranstaltet die Berliner Festspiele GmbH ein drei- bis fünftägiges Jazz-Festival, das auf zwei bis drei Konzerten pro Tag jeweils einen bestimmten Schwer-punkt, etwa eine bestimmte Region (Karibik, Indien, Afrika) oder eine stilistische Epoche (Black Music, Swing, Modern Jazz, Mainstream oder Bebop), vorstellt. Der seit 1959 bei den Festwochen berücksichtigte Künstlerische Jazz führte im Zusammenhang mit dem Grundthema "Afrika" 1964 zur Einrichtung der Berliner Jazztage. Erstmals 1965 erhielten sie einen eigenen Termin außerhalb der Festwochen und beschließen seither im Herbst die Berliner Festspiele.
Die künstlerische Leitung hatte zunächst Joachim Ernst Berendt, seit 1971 zeichnete der Schweizer Musiker und Komponist George Gruntz für die thematische Konzeption und die Auswahl der Orchester, Bands und Musiker verantwortlich. Seit 1981 firmiert die Veran-staltungsreihe unter der Bezeichnung JazzFest Berlin. Veranstaltungsorte sind in der Regel die Philharmonie und das Delphi-Kino.
Das in der Regel alle drei Jahre durchgeführte "Horizonte-Festival der Weltkulturen" fand erstmals 1979 statt. Die Idee zu der Veranstaltung entstand in einer vom damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt angeregten und geleiteten Gesprächsrunde, die im Aspen-Institut Berlin und im Haus des Bundeskanzlers tagte. Im Rahmen der Horizonte standen bisher jeweils große Ausstellungen im Mittelpunkt, die durch Musikveranstaltungen, Theater- und Filmaufführungen, Lesungen, wissenschaftliche Symposien und Publikationen ergänzt wurden.
Das jährlich seit 1980 in Berlin stattfindende Theatertreffen der Jugend ist ein bundes-weites Schüler-Theatertreffen. Es wird im Auftrag des Bundesministers für Bildung und Wissenschaft im Zusammenwirken mit den Kulturministerien der Länder durchgeführt. Bewerben können sich Schülertheatergruppen aller Schulstufen und -arten sowie Auszu-bildende, Jugend- und Freie Gruppen.
Das seit 1984 in Berlin stattfindende Treffen junger Liedermacher - seit 1991 Treffen junger Musikszene - ist die Schlussveranstaltung des Bundeswettbewerbs "Schüler ma-chen Lieder". Teilnehmer sind Schüler und Schülergruppen aller Schulstufen und -arten, Auszubildende, Jugend- und Freie Gruppen.
Das seit 1986 in Berlin stattfindende Treffen junger Autoren ist die Schlussveranstaltung des Bundeswettbewerbs "Schüler schreiben". Teilnehmer sind Schüler und Auszubildende zweier Altersklassen.
Die 1967 in Ost-Berlin gegründete musik-biennale wird seit 1991 von der Berliner Fest-spiele GmbH als gesamtdeutsches Musikfest für Neue, insbesondere für zeitgenössische Musik durchgeführt. Die vom Verband der Komponisten und Musikwissenschaftler der DDR in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Kultur der DDR als Internationales Fest für zeitgenössische Musik gegründete musik-biennale ist eines der wenigen Festivals der DDR, das im Zuge der Vereinigung übernommen und fortgeführt wurde. Es fand bisher alle zwei Jahre statt.
Das 1981 von jungen Musikern aus zwölf europäischen Ländern gegründete und als ein-getragener Verein rechtlich organisierte Chamber Orchestra of Europe hat seit 1988 sei-nen Hauptsitz in Berlin. Dabei stellt die Berliner Festspiele GmbH dem Orchester seine Infrastruktur zur Verfügung. Der Vorstand des Orchesters, dessen Musiker von Projekt zu Projekt wechseln, hat seinen Sitz in London. Das Orchester wird von Claudio Abbado in künstlerischen Fragen beraten, hat jedoch keinen festen Leiter. Der jeweilige Dirigent wird erst im Hinblick auf die geplanten Programme gewählt.
1987 war die Berliner Festspiele GmbH mit der Durchführung der 750-Jahr-Feier der Stadt Berlin beauftragt.
Die Intendanten der Berliner Festspiele waren
1951-1962 Gerhart von Westermann
1963 Wolfgang Stresemann
1964-1967 Nicolas Nabokov
1968 Peter Löffler
1969-1972 Walther Schmieding
seit 1973 Ulrich Eckhardt
2. Bestandsgeschichte
Der nach der Bearbeitung noch rund 200 lfm umfassende Bestand gelangte über vier größere Aktenübernahmen in den Jahren 1988, 1989, 1993 und 1995 in das Landesarchiv Berlin.
Die Ordnungs- und Verzeichnungsarbeiten wurden von Mitarbeiter/innen im Rahmen eines ABM-Projektes unter der Leitung von Herrn Volker Viergutz durchgeführt.
Da die Altakten ohne jegliche vorherige Bewertung in das Landesarchiv übernommen wur-den, erfolgte während der Erschließungsarbeiten die Entscheidung über die dauernde Archivwürdigkeit bzw. Kassation einzelner Aktenordner. Im Rahmen dieser Bewertung wurden ca. 80 lfm Akten kassiert. Hierbei handelte es sich vor allem um Quittungen, Rechnungen, Bestellungen, Verteilerlisten, Adressendateien, Hotelreservierungen, Kata-loge-Kopien, Exponatebeschreibungen sowie Duplikate.
Auf Grund des relativ großen Umfanges des Aktenbestandes wurde auf eine feingliedrige, detaillierte Erschließung verzichtet. Die vorgenommene Grob-Klassifikation basiert auf den großen wichtigen Aufgabenbereichen der Berliner Festspiele GmbH. Wegen der teilweise nicht sachgemäßen Ablage der Unterlagen war oftmals eine korrekte Zuordnung nicht immer möglich. Dadurch ergeben sich inhaltliche Überschneidungen zwischen einzelnen Sachgruppen. Vor allem die Sachgruppe "Presse und Information" enthält fast zu allen künstlerischen Sachgruppen entsprechendes Material. Die erstellten Indices beschränken sich auf Personen und auf die Titel von Filmen, Theaterstücken und anderen Auf-führungen. Der Personenindex erfasst Künstler, Mitarbeiter und auch Zeitangestellte, da über deren Dienstzeiten und Vergütung Nachweise in der Überlieferung enthalten sind.
So bietet das vorliegende Findbuch keinen Idealzustand, ist aber gegenüber einer ungeordneten Menge dieses Ausmaßes und ohne bisher existierende provisorische Findhilfs-mittel sicher für die Benutzung eine spürbare Erleichterung.
3. Korrespondierende Bestände
B Rep. 007 Senator für Volksbildung
B Rep. 014 Senator für Wissenschaft und Kunst/Senatsverwaltung für Wissen-schaft, Forschung und Kultur
B Rep. 017 Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten
B Rep. 126 Deutsche Oper Berlin
B Rep. 127 Staatliche Schauspielbühnen
B Rep. 128 Hebbel-Theater/Berliner Theater
B Rep. 129 Freie Volksbühne
B Rep. 130 Theater des Westens
B Rep. 135 Berliner Philharmonisches Orchester
B Rep. 148 Büro Öffentlichkeitsarbeit "Berlin - Kulturstadt Europas 1988"
B Rep. 150 Organisationsbüro B 750
B Rep. 164 Kunsthalle Berlin
B Rep. 165 Kongreßhalle Berlin
B Rep. 166 Ausstellungs-, Messe- und Kongreß GmbH (AMK)
B Rep. 166-01 Deutschlandhalle GmbH
C Rep. 121 Magistrat von Berlin/Kultur
C Rep. 132 Schauspielhaus/Konzerthaus
C Rep. 167 Deutsche Staatsoper
C Rep. 721 Büro Berliner Festtage
C Rep. 723 Konzert- und Gastspieldirektion Berlin
C Rep. 729 Maxim-Gorki-Theater
C Rep. 734 Volksbühne
F Rep. 129 Theatergeschichtliche Sammlung
4. Literatur
Internationale Filmfestspiele Berlin 1951-1984. Filme. Namen. Zahlen, Berlin 1985
Internationale Filmfestspiele Berlin 1985-1990. Filme. Namen. Zahlen, Berlin (1990)
25 Jahre Theatertreffen Berlin 1964-1988, hrsg. von Ulrich Eckhard und Börries von Lie-bermann, Berlin 1988
Das Kulturelle Jahr (1977 ff. Berlins Kulturelles Jahr) 1976-1980. - Berlin (W) 1977-1988 (= Berliner Forum; 77, 3; 78, 4; 79, 4; 80, 4; 81, 5; 85, 5; 86, 3; 87, 3; 88, 3). Von 1982 bis 1989 u. d. T.: Berlins Kulturelles Leben. In: Berlin in Geschichte und Gegenwart. Jahrbuch des Landesarchivs Berlin 1983-1990, Berlin 1983-1990
25 Jahre Theater in Berlin. Theaterpremieren 1945-1970 (= Schriftenreihe zur Berliner Zeitgeschichte, Bd. 7), Berlin 1972
10 Jahre Theater in Berlin. Premieren der Spielzeiten 1970/71-1979/80 (= Schriftenreihe zur Berliner Zeitgeschichte, Bd. 10), Berlin 1980
Preuß, Sabine: Die Theater-Spielzeit 1980/81; Premieren von Berliner Theatern 1982; Das Theaterjahr 1983 ff. In: Berlin in Geschichte und Gegenwart. Jahrbuch des Landesarchivs Berlin 1982 ff., Berlin 1982 ff.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Für nähere Informationen zu Nutzungs- und Verwertungsrechten kontaktieren Sie bitte info@landesarchiv.berlin.de.