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Laufzeit: 1514 - 2010
Findmittel: Datenbank; Findbuch, 1 Bd.
Das Geheime Staatsarchiv PK hat das Familienarchiv von Buttlar-Venedien im Juli 2012 von der Familie von Buttlar als Depositum übernommen. Der Zusatz Venedien dient der Unterscheidung von anderen Linien der weitverzweigten Familie von Buttlar, die seit 1170 urkundlich belegt ist und im osthessisch-oberfränkischen Raum um Fulda ihren Ursprung hat.
Als Ministerialen des Hochstifts Fulda erreichten die von Buttlars den Aufstieg in den niederen Adel. Ab dem 13. Jahrhundert teilte sich das Adelsgeschlecht, dessen in Hessen ansässige Familienzweige bis in die Gegenwart der Althessischen Ritterschaft (Ritterschaftliches Stift Kaufungen) angehören, in mehrere Linien, u. a. die Völkershausener, die Wildprechtroder und die Ziegenberger Linie sowie die stammes- und wappenverwandten Linien Treusch von Buttlar und Treusch von Buttlar-Brandenfels, wozu auch Buttlar-Venedien gehört. Die im Detail variierenden Wappen zeigen eine silberne Butte mit goldenen Beschlägen auf rotem Schildesgrund.
Zweige der Familie gelangten u. a. nach Westfalen, Sachsen, Preußen und Kurland. Das Gut Venedien im Kreis Mohrungen/Regierungsbezirk Königsberg kam in den Besitz der von Buttlars, nachdem Franziska von Brühl (1839-1870), Tochter des Grafen Friedrich Wilhelm (Fritz) von Brühl (1791-1859), den Gutsbesitzer von Venedien, Ludwig von Lücken, geheiratet hatte und ihre Tochter Hedda später Oswald Freiherrn Treusch von Buttlar-Brandenfels ehelichte. Franziska scheint den Nachlass teilweise geordnet zu haben, handelt es sich doch in der Regel um ihre Perspektive, wenn auf Bandrücken oder Schutzumschlägen von Briefen der Großeltern oder von dem Nachlass der Tante die Rede ist.
Hauptbestandteile des Nachlasses sind neben Unterlagen zur Genealogie und Familiengeschichte der Familien von Buttlar und Treusch von Buttlar weitere Teilnachlässe der Familien von Brühl und von Gneisenau sowie der Eheleute Carl (1780-1831) und Marie (1779-1836) von Clausewitz. Die Zusammenführung dieser Provenienzen geschah über den genannten preußischen Generalleutnant Fritz Grafen von Brühl, an den der Nachlass des kinderlosen Ehepaars Clausewitz nach dem Tod seiner Schwester Marie von Clausewitz, geb. Gräfin von Brühl, im Jahre 1836 fiel, und der seit seiner Heirat mit Hedwig Gräfin Neidhardt von Gneisenau (1805-1890), einer Tochter des preußischen Generalfeldmarschalls August Grafen Neidhardt von Gneisenau (1760-1831), im Jahre 1828 in verwandtschaftlicher Beziehung zur Familie von Gneisenau stand. Nachdem Fritz von Brühl 1859 ohne Söhne starb, wurde der Nachlass über seine Enkelin Hedda und somit in direkter Linie innerhalb der Familie von Buttlar weitervererbt.
Schwerpunkte der Überlieferung Brühl - Clausewitz - Gneisenau bilden familieninterne Korrespondenz, Lebenserinnerungen und Werke. Dienstliches ist kaum vorhanden. Als besonders erwähnenswert erscheint der Briefwechsel der Eheleute von Clausewitz mit einer Gesamtlaufzeit von 1806-1831. Es handelt sich um 540 Briefe (1806-1809, 1812-1816, 1828, 1830-1831, jeweils mit Unterbrechungen). Die zu vier Bänden formierten Briefe wurden aus konservatorischen Gründen aus der Heftung gelöst und einzeln verpackt und verzeichnet (Nr. 41-581).
Ein Abgleich mit der noch immer maßgeblichen Edition von Clausewitz-Briefen (Carl von Clausewitz. Ausgewählte Briefe an Marie von Clausewitz und Gneisenau, Auswahl und Einführung von Gerhard Thiele, Berlin 1953) zeigt, dass die Edition nur eine kleine Auswahl der Briefe (in Ausschnitten) des FA umfasst, die Briefe Maries gar nicht beachtet. Umgekehrt führt Thiele zehn Briefe Clausewitz' auf, die nicht Bestandteil des FA sind.
Ein Stammbuch der Familie von Stockhausen ist auf bisher unbekanntem Wege in den Nachlass gelangt.
Laufzeit: 1514-1935
Akzession 42 / 2012, Umfang: 1,6 lfm., letzte vergebene Nr.
Berlin, September 2012 / Dezember 2012
ARef'in Dr. Beyer / ADir'in Dr. Schnelling-Reinicke
Einen Zuwachs erfuhr das FA im Januar 2013 durch eine weitere Abgabe der Familie (Akz. 4 / 2013, Nr. 582-746). Sie umfasst u.a. Unterlagen zum Rittergut Venedien in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, eine große Sammlung von Familienbriefen sowie Dokumente aus dem Nachlass des Generals der Infanterie und Kommandant der Festung Königsberg im Jahr 1945 Otto Lasch. Wegen seiner Kapitulation am 9. April 1945 vor der Roten Armee wurde Lasch in Abwesenheit degradiert und zum Tode verurteilt, Seine Frau und seine beiden Töchter wurden in Berlin bzw. in Dänemark inhaftiert. Die Korrespondenz dieser drei Frauen, Lisette Lasch, geb. Wrobel, Iris von Buttlar, geb. Lasch und Margit Lasch während dieser Zeit nimmt einen Großteil der Familienkorrespondenz ein (Nr. 642-725). Diese Briefe wurden von Familienmitgliedersn transkribiert und von Walrab von Buttlar, Sohn von Iris und Burkhard von Buttlar, für die Familie ediert (Nr. 726). Die Reihenfolge der verzeichneten Briefe im vorliegenden Findbuch folgt daher der Abschrift.
Berlin, Dezember 2014
Dr. Schnelling-Reinicke
letzte vergebene Nr.:
Die Akten sind zu zitieren:
GStA PK, VI. HA Familienarchive und Nachlässe, FA Buttlar-Venedien, v. (Dep.), Nr. #
Die Akten sind zu bestellen:
VI. HA, FA Buttlar-Venedien, v. (Dep.), Nr. #
Literatur:
- Buttlar-Elberberg, Rudolf von, Stammbuch der Althessischen Ritterschaft: enthaltend die Stammtafeln der im ehemaligen Kurfürstenthum Hessen ansässigen zur Althessischen Ritterschaft gehörigen Geschlechter, Kassel 1888.
- Clausewitz, Carl von, Ausgewählte Briefe an Marie von Clausewitz und Gneisenau, ausgew. und eingel. von Gerhard Thiele, Berlin 1953.
- Ein Kampf im Leben für Freiheit und Reich: Carl und Marie von Clausewitz, hg. und eingel. von Otto Heuschele, Berlin 1953.
- Hahlweg, Werner, Art. Carl von Clausewitz', in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 271-276.
- Linnebach, Karl (Hg.), Karl und Marie von Clausewitz: ein Lebensbild in Briefen und Tagebuchblättern, Berlin 1925.
- Pflugk-Harttung, Julius von / Franz Endres, Die Aufzeichnungen des Generals Ferdinand von Stosch über Gneisenau. Einige Gedanken über das kriegsgeschichtliche Studium des Truppenoffiziers (Militärwochenblatt 1911, Beiheft 8), S. 235-282.
- Schwartz, Karl, Leben des Generals Carl von Clausewitz und der Frau Marie von Clausewitz geb. Gräfin von Brühl: mit Briefen, Aufsätzen, Tagebüchern und anderen Schriftstücken, 2 Bde., Berlin 1878.
- Teske, Hermann, Art. Gneisenau, August Wilhelm Anton Graf Neidhardt von', in: Neue Deutsche Biographie 6, Berlin 1964, S. 484-487.
- Thiele, Gerhard, Gneisenau: Leben und Werk des königlich-preußischen Generalfeldmarschalls. Eine Chronik (Brandenburgische historische Studien 7), Potsdam 1999.
Zitierweise: GStA PK, VI. HA, FA Buttlar-Venedien, v.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person who submitted a compensation claim for damage caused by Nazi persecution. If the application was submitted by a person other than the persecuted person, this other person is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecuted person, if there is one, is noted. In the sources, the persecuted person is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.