Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 21. März 1740, wodurch Peuchen von der Klage auf Abtretung des Eisenhüttenwerks zu Jünkerath freigesprochen worden ist, wenn die Erben de L’Eau nicht innerhalb von 6 Wochen bessere Beweise für ihren von mütterlicher bzw. großmütterlicher Seite herrührenden Anspruch auf das Eisenhüttenwerk erbringen würden. Die Appellanten behaupten, die eine Hälfte der Eisenhütte käme ihnen kraft Erbrecht nach dem Tod der Anna Maria Ruth von Asp zu, da das streitige Werk von deren Dotalgeldern (angeblich 1200 Pattacons oder 2400 Gulden, tatsächlich nur 800 Pattacons/Patagons) und sonstigen gemeinsamen ehelichen Mitteln erworben worden sei. Johannes de L’Eau habe jedoch nach dem Tod seiner ersten Gattin widerrechtlich und zum Nachteil seiner 6 Kinder aus erster Ehe das Eisenhüttenwerk an den Abt von Altenberg verpfändet, der es an den Appellaten übertragen habe. Die Appellanten beanspruchen ferner ein Vorzugsrecht auf die andere Hälfte der Eisenhütte gegenüber den Gläubigern. Der Appellat sei nur Zessionar, nicht aber Eigentümer des auf 5728 Rtlr. geschätzten Eisenhüttenwerks. Das RKG bestätigt zwar das Urteil der Vorinstanz am 17. Okt. 1783, erlegt dem Appellaten jedoch auf, die Appellanten für die von Anna Maria Ruth von Asp eingebrachten Dotalgelder von 800 Pattacons samt Zinsen von 5 % ab 1735 zu entschädigen. Es lehnt mit Urteil vom 30. April 1789 die Restitutionsklage der Appellaten ab, bestätigt das 1783 ergangene Urteil und kompensiert die an der „Restitutionsinstanz“ entstandenen Prozeßkosten der Parteien gegeneinander. Mit Urteil vom 18. Feb. 1791 weist es auch eine neue Restitutionsklage und ein Gesuch auf „declaratio sententiae“ ab. Am 10. Dez. 1794 urteilt das RKG nach Maßgabe des Hüttenprivilegs von 1687, daß die Appellaten den Appellanten 333 1/3 Rtlr. und seit 1735 Zinsen bezahlen sollen.
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Berufung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 21. März 1740, wodurch Peuchen von der Klage auf Abtretung des Eisenhüttenwerks zu Jünkerath freigesprochen worden ist, wenn die Erben de L’Eau nicht innerhalb von 6 Wochen bessere Beweise für ihren von mütterlicher bzw. großmütterlicher Seite herrührenden Anspruch auf das Eisenhüttenwerk erbringen würden. Die Appellanten behaupten, die eine Hälfte der Eisenhütte käme ihnen kraft Erbrecht nach dem Tod der Anna Maria Ruth von Asp zu, da das streitige Werk von deren Dotalgeldern (angeblich 1200 Pattacons oder 2400 Gulden, tatsächlich nur 800 Pattacons/Patagons) und sonstigen gemeinsamen ehelichen Mitteln erworben worden sei. Johannes de L’Eau habe jedoch nach dem Tod seiner ersten Gattin widerrechtlich und zum Nachteil seiner 6 Kinder aus erster Ehe das Eisenhüttenwerk an den Abt von Altenberg verpfändet, der es an den Appellaten übertragen habe. Die Appellanten beanspruchen ferner ein Vorzugsrecht auf die andere Hälfte der Eisenhütte gegenüber den Gläubigern. Der Appellat sei nur Zessionar, nicht aber Eigentümer des auf 5728 Rtlr. geschätzten Eisenhüttenwerks. Das RKG bestätigt zwar das Urteil der Vorinstanz am 17. Okt. 1783, erlegt dem Appellaten jedoch auf, die Appellanten für die von Anna Maria Ruth von Asp eingebrachten Dotalgelder von 800 Pattacons samt Zinsen von 5 % ab 1735 zu entschädigen. Es lehnt mit Urteil vom 30. April 1789 die Restitutionsklage der Appellaten ab, bestätigt das 1783 ergangene Urteil und kompensiert die an der „Restitutionsinstanz“ entstandenen Prozeßkosten der Parteien gegeneinander. Mit Urteil vom 18. Feb. 1791 weist es auch eine neue Restitutionsklage und ein Gesuch auf „declaratio sententiae“ ab. Am 10. Dez. 1794 urteilt das RKG nach Maßgabe des Hüttenprivilegs von 1687, daß die Appellaten den Appellanten 333 1/3 Rtlr. und seit 1735 Zinsen bezahlen sollen.
AA 0627, 3340 - L 192/621
AA 0627 Reichskammergericht, Teil V: I-L
Reichskammergericht, Teil V: I-L >> 3. Buchstabe L
1742 - 1804 (1671 - 1794)
Enthaeltvermerke: Kläger: Erben de L’Eau (Deleau): Theodor de L’Eau, Agent des Reichshofrats in Wien und Rat verschiedener Reichsfürsten und Stände, 1755 Reichsritter, zu Wien, Sohn des Johannes de L’Eau und seiner ersten Gattin Anna Maria Ruth von Asp(e), und Johannes Heinrich Faymonville auf der Hammerhütte bei Kronenburg (Kr. Schleiden) sowie seine Brüder Johannes Theodor Faymonville, Presbyter, und Johannes Faymonville, Enkel der oben genannten Eheleute, seit 1765 Franciscus Benedictus Pfeiffer als Miterbe und A. Faymonville, seit 1783 Gottfried Waban, pfälz.-bayerischer Rat, namens seiner drei Töchter, zu München, (Kl.) Beklagter: Abraham Peuchen, Hüttenmeister auf der Jünkerather Hütte (Kr. Daun), seit 1766 Johann Theodor Peuchen und Johann Henrich Müncker, seit 1784 Johann Wilhelm Peuchen für sich und die übrigen Erben, seit 1785 Abraham Müncker zu Jünkerath, seit 1791 Augusta Gräfin von Sternberg, geborene und regierende Gräfin von Manderscheid, Blankenheim und Gerolstein, (Bekl.: ders. und der Abt von Altenberg) Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Goy 1742 - Subst.: Dr. G(eorg) M(elchior) Hofmann - Lic. Franz Christoph Bolles 1746 - Subst.: Lic. Kaspar Scheurer - Subst.: Lic. Johann Franz Wolff 1755 - Dr. Johann Wilhelm Mainoné 1765 - Subst.: Dr. Franz Philipp Greß - Lic. Johann Peter Paul Helffrich 1783 - Subst.: Lic. Gabriel Niderer Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Wilhelm Weylach 1742 - Subst.: Lic. C. P. Lang - Lic. Hermann Joseph Valentin Schick 1766 - Subst.: Dr. Philipp Jakob Rasor - Subst.: Lic. Damian Ferdinand Haas 1785 - Subst.: Lic. Johann Friedrich Lang(e) 1790 - Dr. Franz Karl von Sachs [1781] 1791 - Subst.: Lic. F. W. A. Helffrich Prozeßart: Appellationis, nunc (1784) restitutionis in integrum, nunc (1789) executionis Instanzen: 1. Gräfliche manderscheidisch-blankenheimische und gerolsteinische Kanzlei (Direktor und Räte) 1735 - 1740 - 2. RKG 1742 - 1804 (1671 - 1794) Beweismittel: Ehevertrag von 1676 zwischen Johannes de L’Eau, Sohn des Stahlhüttenmeisters Gerhard de L’Eau, und der Anna Maria Ruth, Tochter des manderscheidischen Oberamtmanns Johann Ruth von Asp(e) (Q 8). Teilungsvertrag von 1696 zwischen den Erben des Johann Ruth (Q 10f., 13a, 40). Eisenhüttenkonzession von 1687 für Johannes de L’Eau, arenbergischer Landschultheiß und Hüttenmeister auf der Ahrhütte, und seine Gattin (Q 12). Schulden des Johannes de L’Eau beim Abt von Altenberg (Q 13b). Auflistung der 1720 versteigerten Lehnsgüter des Johannes de L’Eau (Q 17). Quittung des Johannes de L’Eau von 1677 für seinen Schwager Gerhard Ruth von Asp(e) über den Empfang der Morgengabe von 800 Patacons (Q 18f.). Zession des Eisenhüttenwerks zu Jünkerath, das kraft Gerichtsurteil den Eheleuten Johannes de L’Eau und Christina Coels aberkannt worden ist, durch den Abt von Altenberg 1721 an Abraham Peuchen, den bisherigen Pächter des Eisenhüttenwerks, und seine Gattin Sophia Günthers (Q 20). Zeugenrotulus (Q 29). Auszug aus dem Taufregister der Pfarrkirche von Spa (Belgien) betr. Taufe des Andreas, Sohns des Andreas Lewasson und der Johanna Servals de Creppe, von 1671 (Q 47). Auszug aus dem Totenbuch der Pfarrkirche von Lommersdorf (Kr. Schleiden) betr. Tod der Anna Maria Ruth „ab ast“ 1687 (Q 48). RKG-Urteil vom 17. Okt. 1783 (Q 52). Erbteilung von 1734 zu Spa zwischen Johann Theodor de L’Eau, Reichshofratagent in Wien, und Antonius Faymonville für sich und seine Brüder Johann Theodor, Priester, Johann Heinrich und Johann Faymonville (Q 55). Vertrag von 1755 zwischen Lorenz Michel de L’Eau (Deleau), Bürgermeister von Spa, und seinem Vetter Johann Heinrich Faymonville auf der Hammerhütte einerseits und dem Testamentvollstrecker des verstorbenen Franz Belossin andererseits (Q 59). Auszug aus dem Register der Güter der Familie de L’Eau und Faymonville im Bezirk Spa (Q 62). Teilungsvertrag von 1690 vor dem Gericht von Spa zwischen den Kindern des Kaufmanns Gerhard de L’Eau mit Namen Jean de L’Eau, Bürgermeister von Arenberg, Jean Nicolas de L’Eau, Jacques Laurent de L’Eau, Anne Marie de L’Eau, Gattin des Martin de Potesta, Kaufmanns zu Koblenz, und Katharina de L’Eau, Gattin des Augustin Cocqueler, Bürgermeisters von Spa (Q 68). Teilungsvertrag von 1702 zwischen Michel de L’Eau, Johann de L’Eau u.a. (Q 72). Auflistung des 5. und 10. Pfennings von den 1720 versteigerten im Arenbergischen und Bergischen gelegenen Lehnsgütern des de L’Eau (Q 88). Prozeßkostenrechnungen und Gebührenverzeichnis (Q 95-97, 99-105). Auszug aus der gräfl.- manderscheidischen Akziseordnung von 1738 (Q 147 und Q 150). Beschreibung: 4 Bde., 16,5 cm; Bd. I: 1,5 cm, 81 Bl., gebunden, Protokoll; Bd. Ia: 7 cm, 479 Bl., gebunden, Q 1 - 24, 26 - 86, Beilagen von 1786; Bd. II: 4,5 cm, 269 Bl., gebunden, Q 87 - 154; Bd. III: 3,5 cm, 239 Bl., gebunden, Q 25 (Priora).
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
28.04.2026, 8:18 AM CEST