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Es wird bekundet, dass nach dem Tod des Jobst von Merlau zu
Steinau als Letzten dieses Geschlechts im Jahr 1618 [vgl. Nr. 1787]
dessen Güter an Ge...
Urk. 75 Fulda: Reichsabtei, Stift [ehemals: Urkunden R I a]
Fulda: Reichsabtei, Stift [ehemals: Urkunden R I a] >> Reichsabtei, Stift >> 1701-1710
1701 August 9
Ausfertigung, Papier, vier aufgedrückte Lacksiegel
Urkunde
Identifikation (Urkunde): Originaldatierung: So geschehen Fulda den 9ten Augusti 1701
Vermerke (Urkunde): (Voll-) Regest: Es wird bekundet, dass nach dem Tod des Jobst von Merlau zu Steinau als Letzten dieses Geschlechts im Jahr 1618 [vgl. Nr. 1787] dessen Güter an Georg Friedrich von der Tann als Gesamterben (universal erben) und Lehnsfolger übergegangen waren. Teil dieses Erbes waren auch alte Schuldforderungen des Klosters Fulda, die sich auf den ganzen merlauischen Besitz bezogen. Über diese Schuldforderungen kam es in den Jahren 1619 und 1621 zu Güteverhandlungen vor dem kaiserlichen Reichskammergericht in Speyer (mandatum de restituendo et reddendis rationibus). In den Jahren 1624 und 1631 war es unter dem damaligen Abt des Klosters, Johann Bernhard [Schenk zu Schweinsberg], wiederum zu Verhandlungen gekommen, die jedoch wegen Kriegsereignissen [im Dreißigjährigen Krieg] und mehreren Todesfällen auf beiden Seiten scheiterten. 1689 scheiterten die Verhandlungen dann an der Verwüstung Speyers (excidium Spirense) [im Pfälzischen Erbfolgekrieg], die Unterbrechung (irruption) des Gerichtsbetriebs durch die französische Besetzung und den Abtransport der Gerichtsakten. Beim anschließend nach Wetzlar verlegten Reichskammergericht kam es 1694 zu einer Wiederaufnahme (citation ad redintegrandum) des Verfahrens. Zusammen mit dem jetzigen Abt von Fulda, Adalbert [von Schleifras], hat man sich nun gütlich in dieser Sache geeinigt und folgenden Vergleich geschlossen: 1. Das Kloster Fulda überlässt den Erbinteressenten alle seine Güter und Einkünfte mit allen Rechten, die es am Erbe Jobsts von Merlau in Steinau besitzt, für insgesamt 10.000 Gulden in rheinischer oder fuldischer Währung, den Gulden zu je 60 Kreuzern oder 15 leichten Batzen. Die Kaufsumme ist umgehend in bar zu bezahlen. Das Kloster quittiert den merlauischen Erben den Erhalt der genannten Summe ohne weitere Einschränkungen (exception non numeratae vel non acceptae pecuniae). 2. Das Kloster übergibt das merlauische Erbe mit allem Besitz und allen Rechten an die Erbfolger. Damit verzichtet das Kloster künftig auf alle rechtlichen Ansprüche gegen das merlauische Gut. 3. Beide Seiten verzichten mit Abschluss dieses Rechtsgeschäfts vollständig (tam in genere quam in specie) auf Ansprüche gegeneinander (exception rei non sic, sed aliter gestae vel scriptae, erroris calculi, laesionis enormissimae). Beide Seiten unterwerfen sich der Entscheidung des Reichskammergerichts und versprechen, das Ergebnis dieses Vergleichs dem Gericht mitzuteilen. Der Vergleich ist in zweifacher Form ausgefertigt worden. Ankündigung der Unterfertigung. Siegelankündigung. Beide Parteien haben ein Exemplar des Vergleichs erhalten. Handlungsort: Fulda. (siehe Abbildungen: 1. Seite, 2. und 3. Seite, 4. und 5. Seite, 6. Seite, Rückseite; Siegel: 1. Lacksiegel, 2. Lacksiegel, 3. Lacksiegel, 4. Lacksiegel)
Vermerke (Urkunde): Unterschriften: (Adalbertus abbas manu propria
Vermerke (Urkunde): Unterschriften: Bonifacius von / Buseck dechant manu propria
Vermerke (Urkunde): Unterschriften: Christoff Caspar von und zu / der Tann vor mich undt manda-/tario nomine der sämblichen Mer-/lauischen interessenten
Vermerke (Urkunde): Unterschriften: Johannes Nicolaus Melchior / ihr ritterschaftlicher und zu dißer / bevollmechtigter consulent manu propria)
Vermerke (Urkunde): Siegler: Abt Adalbert, Dekan Bonifatius von Buseck, Christoph Kaspar von der Tann, Johann Nikolaus Melchior
Vgl. dazu die Urkunde Nr. 2064.
Information on confiscated assets
Further information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person who submitted a compensation claim for damage caused by Nazi persecution. If the application was submitted by a person other than the persecuted person, this other person is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecuted person, if there is one, is noted. In the sources, the persecuted person is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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