B Rep. 250-08 H. Sagert & Co. Kunsthandlung (Bestand)
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B Rep. 250-08
Landesarchiv Berlin (Archivtektonik) >> B Bestände (West-) Berliner Behörden bis 1990 >> B 6 Unternehmen der Wirtschaft >> B 6.2 Unternehmen der privaten Wirtschaft
1836 - 1988
Vorwort: I. Firmengeschichte
Der Berliner Zeichner und Stecher Hermann Sagert (01.01.1822 - 20.04.1889) war Sohn des Wundarztes Karl Sagert und Sophie Sagert, geborene Schütz. Er heiratete Louise von Hedemann und hatte mit ihr elf Kinder. Bekannt wurde er als Kupferstecher und war später als vereidigter Kunst-Taxator tätig. Am 1. Oktober 1865 gründete er die Kunsthandlung H. Sagert und Co. mit Sitz in der Leipziger Straße 26, ab 1898 in der Mauerstraße 63-65 und später in der Potsdamer Straße. Die Firma ist unter der Handelsregisternummer A 430/86292 eingetragen. Auch Lehrer des Malers, Grafikers und Bildhauers Max Klinger soll Hermann Sagert gewesen sein. Paul Sonntag übernahm 1889 die bereits renommierte Firma. Wegen des Baus des Wertheim-Gebäudes in der Leipziger Straße musste die Kunsthandlung die Geschäftsräume wechseln. 1911 folgte ein weiterer Umzug in die Potsdamer Straße 122c. Geschäftsführer seit 1909 und Inhaber seit 1919 war Erich Schlundt (24.04.1881 - 26.09.1959). Im Rahmen der geplanten Neugestaltung Berlins für den Umbau Berlins zur „Welthauptstadt Germania“ in den 1930er Jahren wurden die Räumlichkeiten in der Potsdamer Straße 45 dem Geschäftsführer der Firma Sagert um 1938 gekündigt. Schlundt konnte nach monatelangen Bemühungen und hohen Investitionen dann Ende 1939 die Hausnummer 87 in der Potsdamer Straße beziehen. Aufgrund einer Erkrankung wandelte Erich Schlundt im November 1939 die Fima in eine Kommanditgesellschaft um und setzte Hans-Martin Husung und Walter Titze als Gesellschafter ein. Schlundt blieb als nicht tätiger Kommanditist in der Firma, bezog einen prozentualen Anteil am Gewinn und war vornehmlich beratend tätig. Als die beiden Gesellschafter, wie bereits andere Angestellte zuvor, zum Wehrdienst eingezogen wurden, fungierte die Angestellte Hilde Preuß als Geschäftsführerin. Die Firma bezog zu dieser Zeit eine sogenannte Gemeinschaftshilfe von der Reichskammer der bildenden Künste. Während der nationalsozialistischen Diktatur musste sich auch die Kunsthandlung Sagert nach den neuen Verordnungen (u.a.: Anordnung über den Vertrieb minderwertiger Kunsterzeugnisse vom 01.10.1940) richten und als minderwertig bewertete Werke aus dem Angebot entfernen. Gegen Kriegsende wurde die Kunsthandlung geplündert und unter anderem als Pferdestall genutzt. 1953 zog die Kunsthandlung auf die gegenüberliegende Straßenseite in die Räumlichkeiten der Potsdamer Straße 98. Seit 1959 führten Hans-Martin Husung und Walter Titze als alleinige Geschäftsführer das die Kunsthandlung fort und konnten 1965 ein 100-jähriges Firmenjubiläum mit der Sonderausstellung "Berlin im Bild" feiern.
II. Bestandsgeschichte
Die Überlieferung der Kunsthandlung Sagert wurde am 18.04.2005 durch das Landesarchiv über die Galerie Gerda Bassenge angekauft. Im Auktionskatalog als "Archiv der Kunsthandlung" ausgewiesen, umfasst die Überlieferung vornehmlich Unterlagen zur Firmengeschichte der Kunsthandlung.
Der Bestand wurde 2013 technisch bearbeitet und im Anschluss im Rahmen des Provenienzforschungsprojektes "Galerie des 20. Jahrhunderts" des Zentralarchivs der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz von Frau Dr. Hanna Strzoda in MS-Excel erfasst. Es folgte die Konvertierung in Augias-Archiv 8.3 und die Erstellung des gedruckten Findbuches als PDF-Datei.
Der Bestand H. Sagert & Co. Kunsthandlung ist wie folgt zu zitieren:
Landesarchiv Berlin, B Rep. 250-08, Nr. …
III. Verweise
A Rep. 243-04 Nr. 7525 MF-Nr. 140, Registrierungsakte bei der Reichskammer der bildenden Künste
B Rep. 002 Nr. 197, Allgemeiner Schriftwechsel mit der Kunsthandlung 1948-1949
B Rep. 014 Nr. 1628, Allgemeiner Schriftwechsel mit der Kunsthandlung 1949-1953
IV. Literatur
Opprower, Rolph: Berlin im Bild - vom 17. Jahrhundert bis zur Neuzeit. Ausstellung zum 100-jährigen Geschäftsjubiläum der Kunsthandlung Sagert, Berlin 1965, Umfang: 4 gez. Blatt.
Berlin im März 2013 Jennifer Reiche
Der Berliner Zeichner und Stecher Hermann Sagert (01.01.1822 - 20.04.1889) war Sohn des Wundarztes Karl Sagert und Sophie Sagert, geborene Schütz. Er heiratete Louise von Hedemann und hatte mit ihr elf Kinder. Bekannt wurde er als Kupferstecher und war später als vereidigter Kunst-Taxator tätig. Am 1. Oktober 1865 gründete er die Kunsthandlung H. Sagert und Co. mit Sitz in der Leipziger Straße 26, ab 1898 in der Mauerstraße 63-65 und später in der Potsdamer Straße. Die Firma ist unter der Handelsregisternummer A 430/86292 eingetragen. Auch Lehrer des Malers, Grafikers und Bildhauers Max Klinger soll Hermann Sagert gewesen sein. Paul Sonntag übernahm 1889 die bereits renommierte Firma. Wegen des Baus des Wertheim-Gebäudes in der Leipziger Straße musste die Kunsthandlung die Geschäftsräume wechseln. 1911 folgte ein weiterer Umzug in die Potsdamer Straße 122c. Geschäftsführer seit 1909 und Inhaber seit 1919 war Erich Schlundt (24.04.1881 - 26.09.1959). Im Rahmen der geplanten Neugestaltung Berlins für den Umbau Berlins zur „Welthauptstadt Germania“ in den 1930er Jahren wurden die Räumlichkeiten in der Potsdamer Straße 45 dem Geschäftsführer der Firma Sagert um 1938 gekündigt. Schlundt konnte nach monatelangen Bemühungen und hohen Investitionen dann Ende 1939 die Hausnummer 87 in der Potsdamer Straße beziehen. Aufgrund einer Erkrankung wandelte Erich Schlundt im November 1939 die Fima in eine Kommanditgesellschaft um und setzte Hans-Martin Husung und Walter Titze als Gesellschafter ein. Schlundt blieb als nicht tätiger Kommanditist in der Firma, bezog einen prozentualen Anteil am Gewinn und war vornehmlich beratend tätig. Als die beiden Gesellschafter, wie bereits andere Angestellte zuvor, zum Wehrdienst eingezogen wurden, fungierte die Angestellte Hilde Preuß als Geschäftsführerin. Die Firma bezog zu dieser Zeit eine sogenannte Gemeinschaftshilfe von der Reichskammer der bildenden Künste. Während der nationalsozialistischen Diktatur musste sich auch die Kunsthandlung Sagert nach den neuen Verordnungen (u.a.: Anordnung über den Vertrieb minderwertiger Kunsterzeugnisse vom 01.10.1940) richten und als minderwertig bewertete Werke aus dem Angebot entfernen. Gegen Kriegsende wurde die Kunsthandlung geplündert und unter anderem als Pferdestall genutzt. 1953 zog die Kunsthandlung auf die gegenüberliegende Straßenseite in die Räumlichkeiten der Potsdamer Straße 98. Seit 1959 führten Hans-Martin Husung und Walter Titze als alleinige Geschäftsführer das die Kunsthandlung fort und konnten 1965 ein 100-jähriges Firmenjubiläum mit der Sonderausstellung "Berlin im Bild" feiern.
II. Bestandsgeschichte
Die Überlieferung der Kunsthandlung Sagert wurde am 18.04.2005 durch das Landesarchiv über die Galerie Gerda Bassenge angekauft. Im Auktionskatalog als "Archiv der Kunsthandlung" ausgewiesen, umfasst die Überlieferung vornehmlich Unterlagen zur Firmengeschichte der Kunsthandlung.
Der Bestand wurde 2013 technisch bearbeitet und im Anschluss im Rahmen des Provenienzforschungsprojektes "Galerie des 20. Jahrhunderts" des Zentralarchivs der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz von Frau Dr. Hanna Strzoda in MS-Excel erfasst. Es folgte die Konvertierung in Augias-Archiv 8.3 und die Erstellung des gedruckten Findbuches als PDF-Datei.
Der Bestand H. Sagert & Co. Kunsthandlung ist wie folgt zu zitieren:
Landesarchiv Berlin, B Rep. 250-08, Nr. …
III. Verweise
A Rep. 243-04 Nr. 7525 MF-Nr. 140, Registrierungsakte bei der Reichskammer der bildenden Künste
B Rep. 002 Nr. 197, Allgemeiner Schriftwechsel mit der Kunsthandlung 1948-1949
B Rep. 014 Nr. 1628, Allgemeiner Schriftwechsel mit der Kunsthandlung 1949-1953
IV. Literatur
Opprower, Rolph: Berlin im Bild - vom 17. Jahrhundert bis zur Neuzeit. Ausstellung zum 100-jährigen Geschäftsjubiläum der Kunsthandlung Sagert, Berlin 1965, Umfang: 4 gez. Blatt.
Berlin im März 2013 Jennifer Reiche
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
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22.08.2025, 11:21 MESZ