Prior und Konvent des Dominikanerklosters ("der bru/e/der zu/e/ den Predigern") in Ulm [abgegangen, Bereich Grüner Hof 7, Lagerbuch Nr. 6, Adlerbastei 1-3] bekennen, dass die Ulmer Bürgerin Adelheid Seng, Witwe des Ulrich Sorg, einen Jahrtag für ihren verstorbenen Ehemann in ihrem Kloster gestiftet hat. Sie hat ihnen dafür einen Kelch, der 24 Gulden wert ist, sowie einen jährlichen Zins von 15 Schilling Heller übergeben. Der Zins gefällt von Haus und Hofstatt des Webers Andreas in Pfuhl ("Pfu/o/l") [Stadt Neu-Ulm]. Sie haben ihr dafür versprochen, einen Jahrtag für sie und ihren Ehemann jedes Jahr an ihrem Todestag mit Vigil, Seelmesse und brennenden Kerzen zu begehen. Den genauen Termin für die Feier des Jahrtages werden sie jedes Jahr dem Kaplan am Ehingeraltar in ihrem Kloster mitteilen. Nimmt dieser an der Feier teil, dann erhält er von dem erwähnten Zins 1 Schilling Heller. Die restlichen 14 Schilling Heller dienen zur Aufbesserung der Kost am Konventstisch an dem Jahrtag. Bei Säumnis fällt der Zins in dem betreffenden Jahr an den Kaplan am Ehingeraltar.