Der öffentliche Notar Gottfried Ernst von Hersfeld beurkundet im Jahr 1391, in der 15. Indiktion, im dritten Jahr des Pontifikats Papst Bonifaz IX., am 19. Tag des Monats Dezember, um die Zeit der Vesper, in dem Dorf Großostheim (Ostheim): Vor dem Landgericht – besetzt mit dem Zentgrafen Gerung von Niedernberg (Nydirnborg) und den Schöffen Hermann, Vogt (voit) zu Großostheim, Siegfried, Sohn des Hermann Glockener, von Großostheim, Johann Hebicher von Großwallstadt (Groszin Walstad), Konrad Kulman von Mömlingen (Mummelingin), Johann Simmeler von Mosbach (Mospach), Rutze von Wenigumstadt (Wenigin Omstad), Johann Müller von Pflaumheim (Plu/o/mheim), Heinrich Schonebrod von Ringenheim (Rynginheim), Hermann Renne von Stockstadt (Stoxstad), Gerung, Wirt zu Niedernberg, Hermann Schnabel von Niedernberg, Wenzel Schmied (Smyt) von Großostheim und der junge Siegfried von Großwallstadt – haben in Gegenwart des Notars und der hinzugezogenen Zeugen Peter Schmied (Smyt) von Großostheim und seine Ehefrau Katharina Dekan und Kapitel des Stifts Aschaffenburg eine jährliche Gült von 1 Malter Roggen (korns) für die Stiftspräsenzen verkauft. Diese Gült wurde den Verkäufern bisher von einem Gut in Großostheim, das Virlybin gud genannt wird, und seinen Zugehörungen entrichtet. Die Verkäufer haben vor dem Landgericht mit Hand und Halm auf die Gült Verzicht geleistet. Daraufhin wurde der Stiftsvikar und Präsenzmeister (presencier) Johann Schuppach als Vertreter der Käufer in den Besitz der Gült gesetzt. Auf dessen Bitte hat der Notar darüber ein Notariatsinstrument ausgefertigt. Zeugen: Dieter von Amorbach, Peter Wilde und Johann Baumann (Bouman) von Großostheim. Liste der zu dem Gut gehörenden Äcker und Weinberge: - 1,25 Morgen Weizenacker an einem Stück am Weg nach Großwallstadt in der Gemarkung Großostheim bei dem steinernen Kreuz wo man den Zehnt sammelt. - 1,25 Morgen Roggenacker zwischen Gerung Storg und Berthold Simmeler an dem Wie-senweg (Wy/e/sewege). - 1,5 Morgen Roggenacker unter dem Damm bei den Äcker des Berthold Simmeler. - 2,5 Morgen Roggenacker auf dem Windel bei dem Weingarten gegen Babenhausen (Babinhusin). - 1,25 Morgen Weizenacker an dem Hach zwischen Konrad Kalbin und Johann (Henchin) Storg. - 2 Morgen Roggenacker zwischen dem Rindweg (Ryntwege) und dem Weg nach Stockstadt bei den Äckern des Berthold Simmeler. - 1,5 Morgen Roggenacker ebendort. - Ein 5 Gerten breiter Weizenacker gegen Aschaffenburg zwischen dem Sohn des Peter Misweg und der Otspergin. - Ein 3 Gerten breiter Roggenacker zwischen den Wegen nach Aschaffenburg und nach Nilkheim (Nu/o/lnkeim) neben Johann Zan. - 2 Morgen Weizenacker und 2 Morgen Roggenacker, die auf den Bach stoßen, zwischen Blumener und Berthold Simmeler. - Das Haus in Großostheim in der Oberen Gasse, das derzeit Elisabeth Cles bewohnt. Sie gibt davon jährlich 2 Schwarzburger als Zins in das Gut. - 1 Gerte Weinberg zwischen den zwei Gossilsteln bei Peter Merkel. - Ebendort 2 Gerten Weinberg zwischen Peter Ortleib und Hertil von Ringenheim.

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Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg