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Schreiben von Karolina Koch geb. Schlamann an ihre Tochter Anna Bürkle geb. Koch sowie deren Ehemann Wilhelm Marx, teilweise mit Nachschriften von Karl Koch
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Schreiben von Karolina Koch geb. Schlamann an ihre Tochter Anna Bürkle geb. Koch sowie deren Ehemann Wilhelm Marx, teilweise mit Nachschriften von Karl Koch
Stadt Minden WN 30 Nachlass Karolina Koch geb. Schlamann, Nr. 90
Stadt Minden WN 30 Nachlass Karolina Koch geb. Schlamann Nachlass Karolina Koch geb. Schlamann
Nachlass Karolina Koch geb. Schlamann
1932-1935
Enthält: u.a. Zettel mit Liste von Zutaten und Kosten für Spekulatius, Nußgebäck, Kokosmakronen und Mürbeteig, [31. Jan. 1931]; "Erich ist nach den Wahlen nicht wieder bei uns gewesen, er wird sehr enttäuscht sein, da er des Sieges gewiß war. Ich habe nicht an den Sieg geglaubt, da die Harzburger Front nicht gehalten hat; zu bedauern war die Spaltung, es wäre sonst anders gekommen. Es werden leider immer Fehler gemacht, der Mensch irrt sich oft. Wir haben das Wahlergebnis bei Bürkles Abend im Rundfunk gehört, die waren sehr erfreut.", 19. März 1932; "Erich kam gestern kurz vor 19 Uhr in großer Eile an, mußte sofort wieder fort, da er Saalschutz hätte. Er opfert sich vollständig für die Partei auf, er wäre bei Tag u[nd] Nacht unterwegs gewesen auch Ostern, er hat die Nacht hier geschlafen, kam auch heute Mittag zum Essen, kommt wahrscheinlich heute Abend wieder. Er hat Lindenthal auch zum organisieren der Flugblätter, ist außer sich über die Vergewaltigungen des Polizei Präsidenten u.s.w. Erich ist übertrieben Idealist, opfert seinen letzten Groschen, trägt alle Ausgaben, und hat schließlich nicht soviel, um seine Stiefel besohlen zu lassen; er sagt der Hunger unter den Leuten S.A[.] wäre so groß, daß sie vor Hunger zusammen brächen. Du kennst ja Erich, fürs Vaterland Alles. Gut, daß er mit B. sich nicht über Politik unterhält.", 7. Apr. 1932; "Gestern waren wir bei Bürkles, zu Annchens Geburtstag, es war sehr gemütlich, u[nd] wurde keine Politik besprochen. Bürkle sagte, Tante Henny wär nicht für Hitler, ist mehr deutschnational.", 8. Sept. 1932; "Was sagt Willi denn zu dem Durcheinander im Reichstag? Der aufgelöste Reichstag kostet dem [!] Volk einige Millionen.", 14. Sept. 1932; "Sonntag Abend kamen Bürkles, Erich war auch da, um ein Haar wären die Kampfhähne wieder aneinander geraten, sie sind beide angreifend, Erich aber ausfallender wie Bürkle.", 12. Jan. 1933; Zeitungsartikel "Die 16 Stämme der Juden. Auch eine Einteilung ...", zum Schluss "16. Stinkjuden: In diese Kategorie gehören sie alle!", angeheftet an Schreiben vom 12. Jan. 1933; Zeitungsartikel "Ganz Köln bereitet den Karneval vor" aus dem Stadt-Anzeiger für Köln vom 12. Jan. 1933; "Am Donnerstag war ich zu Dr. Frankenstein, er hat wieder untersucht, war zufrieden. Die Schmerzen hat er mir genommen, er sagte, ich müßte alle 4 Wochen wieder zum nachsehen kommen. Ich mußte wieder sehr lange warten, es waren viele Patienten da, und zwar keine Juden. Er operiert im Westsanatorium am Stadtwaldgürtel, und noch in einem anderen Sanatorium. Die Nazis haben ihm nicht seine Praxis nehmen können.", 9. Mai 1935; "Gestern war ich beim Arzt, ich hatte große Schmerzen, Bürkle hat Dr. Frankenstein angerufen, vorher angefragt, wann er zu sprechen wäre. Ich wurde auf gestern Nachtmittag bestellt, und muß Montag wieder zu ihn. Dr. Frankenstein sagte, er würde die Sache bessern, Medikamente soll ich fortlassen, er würde am Montag weiter mit mir besprechen. Ich habe zu Dr. Frankenstein das größte Vertrauen, wenn ein Arzt mir helfen kann, so ist er es. Er war ja vor dem dritten Reich leitender Arzt, Chirurg u[nd] Frauenarzt am evangelischen Krankenhaus in Kalk. Er hat ja auch die schwere Bauchoperation bei der Elly gemacht, und andere große Sachen. Weil er nicht arischer Abstammung ist, mußte er gehen, zum Nachteil für die kranken Frauen. Dr. Reicher war ja auch nicht arischer Abstammung. Da ich ja nach keiner Kasse fragen brauche, so gehe ich zu dem Arzt hin, den ich für den Besten halte. Ich dachte, Dr. Frankenstein würde unter den Boykott wohl sehr geschädigt sein, das scheint aber nicht der Fall zu sein. Vor mir saßen im Sprechzimmer 9 Frauen, und zwar arische Frauen, und wie ich an der Reihe war, sagte er mir, er müßte gleich zur Konsultation fort, demnach scheint seine Praxis noch sehr gut zu sein, er hat außerdem noch zur Hilfe in seiner Wohnung eine Krankenschwester, und noch eine Hilfe, und seine Einrichtung ist sehr kostbar. Ich wünschte dem Dr. Reicher nur ein virtel [!] davon. Hoffentlich kann Dr. Frankenstein mir helfen, denn ich habe große Schmerzen gehabt.", 3. Mai 1935; Zeitungsartikel "Die Hauszinsstuer ab 1. April 1935", 4. Mai 1935 u.a. Postkarten mit folgenden Motiven: Bensberg, Neues Schloss, 27. Febr. 1932; Königsbuche im Königsforst, 5. März 1932
Nachlass Maria Marx geb. Koch
Akten
Angaben zum entzogenen Vermögen
Sonstige Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.