Generalkommissar für Weißruthenien (Bestand)
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BArch R 93
call number: R 93
Bundesarchiv (Archivtektonik) >> Norddeutscher Bund und Deutsches Reich (1867/1871-1945) >> Auswärtiges, Kolonial- und Besatzungsverwaltung >> Besatzungsverwaltung
1941-1945
Geschichte des Bestandsbildners: Am 1. Sept. 1941 Übergabe des um den Bezirk Bialystok verkleinerten, aber um die westlichen Gebiet Russlands um Smolensk erweiterten Weißrussland unter der Bezeichnung Generalbezirk Weißruthenien an die zivile Verwaltung; Dienstsitz des Generalkommissars war Minsk; bis März 1944 dem Reichskommissar Ostland, von April 1944 bis zur Räumung des Gebietes im Juni 1944 unmittelbar dem Reichsminister für die besetzten Gebiete unterstellt.
Bestandsbeschreibung: Bestandsgeschichte
Wie aus den Berichten der Gebietskommissare und des Generalkommisars hervorgeht, begann die Räumung des Generalbezirks Weißruthenien gegen Ende Juni 1944. Die Akten der Verwaltungsdienststellen, insbesondere auch die Geheimakten, sind wegen Transportmangels zum größten Teil am Ort vernichtet worden. Ein kleiner Abwicklungsstab des Generalkommissars Weißruthenien wurde zunächst nach Lida verlegt, während die übrigen Gefolgschaftsmitglieder vorübergehend auf Arbeitsurlaub ins Reich geschickt wurden. Im Verlaufe der Rückführung hatte der Generalkommissar noch Ausweichstellen in Grodno und Lomscha bezogen. Weitere Abwicklungsstellen haben später, und zwar nach Abteilungen getrennt, in Krössinsee, Langenöls, Troppau, Bielitz, Dresden, Sennelager Forellenhof, Dieburg, Kallies, Frankfurt/Oder und Berlin bestanden.
Nach dem Zusammenbruch gelangten die im Bestand verzeichneten Akten in die Hände der Amerikaner und wurde in die Vereinigten Staaten verbracht. Die Rückgabe an die Bundesrepublik Deutschland erfolgte im Februar 1963 zusammen mit den Akten des Reichsministers für die besetzten Ostgebiete und des Reichskommissars für das Ostland.
Archivische Bewertung und Bearbeitung
Der Bestand erhielt im Bundesarchiv die Zugangsnummer I 38/63. Da es sich nur um einen Splitterbestand von wenigen Nummern handelt, war eine Klassifikation nach Aktengruppen unzweckmäßig. Die Ordnung und Verzeichnung erfolgte daher nach sachlichen Gesichtspunkten in fortlaufender Nummernfolge. Kassationen wurden nicht vorgenommen.
Wegen der geringfügigen Aktenüberlieferung konnten die Angaben über die Organisation der Behörde des Generalkommissars Weißruthenien nicht auf die Akten selbst gestützt werden.
Als Quellen wurden herangezogen:
R 43 II/685, R 6/308
Der Bestand wurde 1965 durch Herrn Archivrat Dr. Dienwiebel und Frau Martens verzeichnet.
Inhaltliche Charakterisierung: Der Bestand beinhaltet nur wenige Unterlagen der Personalabteilung und der Dienststellenverwaltung (Räumungsberichte).
Erschließungszustand: Findbuch
Zitierweise: BArch R 93/...
Bestandsbeschreibung: Bestandsgeschichte
Wie aus den Berichten der Gebietskommissare und des Generalkommisars hervorgeht, begann die Räumung des Generalbezirks Weißruthenien gegen Ende Juni 1944. Die Akten der Verwaltungsdienststellen, insbesondere auch die Geheimakten, sind wegen Transportmangels zum größten Teil am Ort vernichtet worden. Ein kleiner Abwicklungsstab des Generalkommissars Weißruthenien wurde zunächst nach Lida verlegt, während die übrigen Gefolgschaftsmitglieder vorübergehend auf Arbeitsurlaub ins Reich geschickt wurden. Im Verlaufe der Rückführung hatte der Generalkommissar noch Ausweichstellen in Grodno und Lomscha bezogen. Weitere Abwicklungsstellen haben später, und zwar nach Abteilungen getrennt, in Krössinsee, Langenöls, Troppau, Bielitz, Dresden, Sennelager Forellenhof, Dieburg, Kallies, Frankfurt/Oder und Berlin bestanden.
Nach dem Zusammenbruch gelangten die im Bestand verzeichneten Akten in die Hände der Amerikaner und wurde in die Vereinigten Staaten verbracht. Die Rückgabe an die Bundesrepublik Deutschland erfolgte im Februar 1963 zusammen mit den Akten des Reichsministers für die besetzten Ostgebiete und des Reichskommissars für das Ostland.
Archivische Bewertung und Bearbeitung
Der Bestand erhielt im Bundesarchiv die Zugangsnummer I 38/63. Da es sich nur um einen Splitterbestand von wenigen Nummern handelt, war eine Klassifikation nach Aktengruppen unzweckmäßig. Die Ordnung und Verzeichnung erfolgte daher nach sachlichen Gesichtspunkten in fortlaufender Nummernfolge. Kassationen wurden nicht vorgenommen.
Wegen der geringfügigen Aktenüberlieferung konnten die Angaben über die Organisation der Behörde des Generalkommissars Weißruthenien nicht auf die Akten selbst gestützt werden.
Als Quellen wurden herangezogen:
R 43 II/685, R 6/308
Der Bestand wurde 1965 durch Herrn Archivrat Dr. Dienwiebel und Frau Martens verzeichnet.
Inhaltliche Charakterisierung: Der Bestand beinhaltet nur wenige Unterlagen der Personalabteilung und der Dienststellenverwaltung (Räumungsberichte).
Erschließungszustand: Findbuch
Zitierweise: BArch R 93/...
Generalkommissar für Weißruthenien, 1941-1945
28 Aufbewahrungseinheiten; 0,4 laufende Meter
Archivbestand
deutsch
Fremde Archive: Staatsarchiv Minsk
Amtliche Druckschriften: Amtsblatt des Generalkommissars für Weißruthenien, 1941 ff.
Literatur: Klaus Oldenhage: Die Verwaltung der besetzten Gebiete. In: Deutsche Verwaltungsgeschichte. Bd. 4: Das Reichs als Republik und in der Zeit des Nationalsozialismus. Stuttgart 1985, S. 1132-1168, hierzu S. 1163-1166
Die faschistische Okkupationspolitik in den zeitweilig besetzten Gebieten der Sowjetunion (1941-1944). Dokumentenauswahl und Einleitung von Norbert Müller. Berlin 1991 = Europa unterm Hakenkreuz. Die Okkupationspolitik des deutschen Faschismus (1938-1945), Bd. Sowjetunion
Amtliche Druckschriften: Amtsblatt des Generalkommissars für Weißruthenien, 1941 ff.
Literatur: Klaus Oldenhage: Die Verwaltung der besetzten Gebiete. In: Deutsche Verwaltungsgeschichte. Bd. 4: Das Reichs als Republik und in der Zeit des Nationalsozialismus. Stuttgart 1985, S. 1132-1168, hierzu S. 1163-1166
Die faschistische Okkupationspolitik in den zeitweilig besetzten Gebieten der Sowjetunion (1941-1944). Dokumentenauswahl und Einleitung von Norbert Müller. Berlin 1991 = Europa unterm Hakenkreuz. Die Okkupationspolitik des deutschen Faschismus (1938-1945), Bd. Sowjetunion
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
24.04.2026, 10:58 MESZ