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Schreiben von Wilhelm Marx an seine Braut Maria Koch bzw. Ehefrau Maria Marx, teils mit Nachschriften seiner Mutter Bertha Marx
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Stadt Minden WN 30 Nachlass Karolina Koch geb. Schlamann, Nr. 94
Stadt Minden WN 30 Nachlass Karolina Koch geb. Schlamann Nachlass Karolina Koch geb. Schlamann
Nachlass Karolina Koch geb. Schlamann
1931-1932, 1939
Enthält: u.a.: Auseinandersetzungen mit Mietern; "Heute Sonntag bin ich in der Festhalle [Frankfurt a.M.]. Der Redner ist Dr. Göbels [!]. Bedaure sehr, daß ich Dich nicht mitnehmen kann.", 3. Apr. 1932; "Heil Hitler!" und "Heil Hitlers!", 19. Okt. 1932; "Heil Hitler!" mit Hakenkreuz, 20. Okt. 1932; "Anbei Karte, welche ich in der Nazi-Ver[sammlung] gekauft habe." (Motiv s.u. zum selben Datum), 22. Okt. 1932; "War am gestrigen Tag bei Dr. Marx und habe denselben den vom Grundbuchamt angefertigten Auszug überbracht. Er will mit diesem Auszug als Unterlage versuchen, daß er auf Grund der von Papen erlassenen Notverordnung, ca. 2.-3.000,- Mk. erhält. Ob wir an das Ziel kommen kann kein Mensch sagen! - - Die Möglichkeit liegt nahe, daß ich auf Grund der unternommenen Schritte von Dr. Marx von der Genossenschafts-Bank M. 2000.- erhalte. Ich halte Dr. Marx [mit der Sache beauftragter Rechtsanwalt] für einen tüchtigen ehrlichen Menschen (Deutscher, kein Jude) der seine ganze Tätigkeit daran setzt, damit die Sache gelingt. [...] Es ist für den heutigen Staat eine Schande, daß ich mir solche Sorgen machen muß, wo mein lieber Vater das zehnfache der Hypothekensumme hatte und ich selbst um Mk. 10.000.- gekommen bin. Meine Mutter hatte sich am Munde Mk. 5.000.- abgespart; auch diese Summe haben die roten Gauner gestohlen. [...] Immer rückwärts und nicht vorwärts kommt der Deutsche unter diesem System. Ich könnte verzweifeln, an meinem heutigen Leben! - - Als das deutsche Volk vor dem Kriege reich wqar hatten wir auf dem hiesigen Berufsschulamt, auf der Kanzlei 4 Beamte und in unserer schrecklichen armen heutigen Zeit 29 Stück. [...] Fräulein Scherer war vor einigen Tagen bei meiner Mutter und wird Dir nun inzwischen einen Brief geschrieben haben. Von Fräulein Reifig habe ich noch nicht gemerkt. Sie wird sich inzwischen Gedanken machen, über Hitler & Ludendorff, über Christentum & Tannenbergbund. Die arme Scherer ist voll 100% geistig der katholischen Aktion in die Finger gefallen, und besitzt nicht den Scharfsinn sich frei zu machen.", 23. Okt. 1932; "Bei Familie Raumer konnte ich die Rede von Papen hören, bei welher die Gegner sich bemerkbar machten.", 25. Ok. 1932; "Am Samstag (abends) spricht Goering in der Festhalle. Am Sonntag spricht Hitler in Limburg. Ich hoffe, daß Hitler auch durch Frankfurt kommt!", 26. Okt. 1932; "Gehe soeben nach der Festhalle zu Hauptmann Goering.", 29. Okt. 1932; "Nehme an, daß Du gestern Samstag bei Hitlers zu Besuch gewesen bist. Bei Goering war es großartig. Diese Versmmlung hätte Herr von Papen sehen müssen!", 30. Okt. 1932 u.a. Postkarte mit folgendem Motiv: J. Frank, Hans Sachs und Pogners Töchterlein, 30. März 1932; Prof. Schlabitz, Fidele Gesellschaft, 1. Apr. 1932; Alb. Müller-Lingke, Die Geschwister, 2. Apr. 1932; Frankfurt a.M. aus 500 m Höhe, 2. Apr. 1932; Frankfurt a.M., Schirne, 12. Okt. 1932; Frankfurt a.M., Willemer-Häuschen, 13. Okt. 1932; Frankfurt a.M., Rapunzelgässchen, 14. Okt. 1932; Gasthaus zum Weißen Ochsen, Hanau a.M., 16. Okt. 1932; Frankfurt a.M., Zoologischer Garten - Eingang / Giraffenhaus / Affen (Toto, Peter und Max) / Elefantenhaus, 17. Okt. 1932; Frankfurt a.M., Schauspielhaus, 18. Okt. 1932; Frankfurt a.M., Gerechtigkeitsbrunnen, 20. Okt. 1932; Frankfurt a.M., Alte Häuser am Römer, 21. Okt. 1932; "Adolf Hitler mit der Blutfahne v. 1923", 22. Okt. 1932; Frankfurt a.M., Bahnhofsplatz, 24. Okt. 1932; Frankfurt a.M., Hauptwache, 25. Okt. 1932; "Festhalle in Frankfurt am Main, inder das XI. Deutsche Sängerbundesfest 1932 stattfindet." und "Der Sprudel von Bad Soden am Taunus, dem bekannten Heilbad zur Pflege der Stimme.", 26. Okt. 1932; Frankfurt a.M., Schauspielhaus, 27. Okt. 1932; kolorierter Stich: Porträt König Friedrichs II. von Preußen vor Reichsflagge (schwarz-weiß-rot), darunter Menschenmasse mit Hakenkreuzfahnen, u.a. Standarte, einzelne Figuren zeigen den Deutschen bzw. Hitler-Gruß mit erhobener rechter Hand, darunter Text "Was Du ererbt von Deinen Vätern hast, erwirb es um es zu besitzen!", 29. Okt. 1932; kolorierter Stich: Porträt Otto von Bismarcks in Uniform vor Reichsflagge (schwarz-weiß-rot), im Hintergrund Sonnnenaufgang am Meer mit Hakenkreuz in der Sonne, darunter Text: "Deutschland hat ewigen Bestand, doch jetzt fehlt die starke Hand!", 30. Okt. 1932
Nachlass Maria Marx geb. Koch
Akten
Angaben zum entzogenen Vermögen
Sonstige Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.