Der Bürgermeister Nikolaus (Nyckel) Becherer sowie die Bürger und Geschworenen Johann (Hannus) Chemnitz (Kempnitz){1}, Nikolaus von der Heide, Johann (Hannus) Eckelmann (Eckilman), Johann (Hannus) Gebischz, Hermann Schultheiß (Schulteysse), Peter Gompitz (Gumpicz), Johann (Henczil) Alene (Alenen), Franz, Michael Gast und Nikolaus (Nickil) Braun (Bru<e>n) der Stadt Meißen legen ihren Streit (krig) um die drei Groschen jährlichen Zinses bei, die sie bisher von ihrem Mitbürger Matthias gen. von Reichenbach (Richenbach) vom Acker gen. den Wasserraben (den Wassirrabin) hinter dem Weinberg gen. der Judenberg gegenüber der Windmühle gefordert hatten. Sie hätten seinerzeit in einer Schrift gefunden, dass der Zins der Frauenkirche und der Brücke zu Meißen zustehe. Nun habe aber der dauernde Vikar zu Meißen und Pfarrer zu Niederebersbach, Hermann von Neustadt (von der Nuenstad), den Acker gekauft und zu einem Seelgerät dem Afrakloster übereignet. Dabei habe er der Frauenkirche und der Brücke als Entschädigung für den Zins drei Mandeln Freiberger Groschen gegeben. Sie verzichten daher auf die drei Groschen und geloben, das Afrakloster und Matthias gen. von Reichenbach wegen der auf dem Acker liegenden Zinse von insgesamt 14 Groschen und zwei Hühnern nicht mehr zu hindern. - Großes Stadtsiegel angekündigt. 1 Ob der Herkunftsname wirklich von der Stadt Chemnitz oder von einem anderen Ort ähnlichen Namens abgeleitet ist, konnte nicht geklärt werden.