Die Testamentsvollstrecker [u. a. nicht mehr lesbare Namen: Peter Lütteringkhausen] der Hiltgen Lütteringkhausen, der Witwe des verstorbenen kölnischen Ratsverwandten Otto van Geller, bekunden, dass Hiltgen von dem Erzbischof Salentin von Isenburg eine Rente von 15 Malter Roggen und eine solche von 120 Talern (beziehungsweise statt deren von 6 Fudern Wein) für ein Kapital von 2500 Talern gekauft habe. Damit habe sie in der Pfarrkirche zu S.-Columben eine Spende für die dortigen Hausarmen und eine Memorie für sich und ihren Mann gestiftet mit der Weisung, dass der Pfarrkirche S.-Laurentius in Köln zu Behuf des "Kirchen-Leinenwerks" 10 Taler Rente und dem Louffs-Convent in Köln bei S.-Mariengarten gleichfalls 10 Taler aus der gen. Isenburgischen Rente gezahlt werden sollten. Weiter habe Hiltgen verfügt, 1000 Taler aus ihren Mobilien und Schulden bei der Stadt Köln zinsbar anzulegen, deren Zinsertrag nach dem Tod der Erblasserin für arme Dienstboten verwendet werden solle, und zwar bezüglich der männlichen Personen, "daß sie ein bürgerlich amt oder handwerk lehren und notdürftige Kleidung davon haben mögen" bis zur Zeit, dass die Lehrjahre verlaufen, und bezüglich der weiblichen Dienstboten, dass man ihnen zur Aussteuer für den geistlichen und weltlichen Stand je 40 Taler geben solle. Sind keine Bewerber aus der nächsten Verwandtschaft vorhanden, so sollen die Erträge für arme Bürgerkinder der Stadt Neuss, wo Hiltgen geboren und erzogen wurde, mögen sie nun in Neuss oder in Köln wohnen, verwandt werden, und zwar in derselben Art. Die Testamentsvollstrecker stiften mit Rat und Zustimmung des Barthold Questenberg, ältesten Kirchmeisters zu S.-Columben, sowie des dortigen Pfarrers Lic. theol. Johannes Nopelius und der anderen Kirchmeister Caspar Kannegießer, Bürgermeisters, Otto von Fuerden und Gerhard Angelmecher die Memorie am Tage nach Visitatio Mariae zu halten (Todestag der Hiltgen) und die Spende (am Tage vor Simon und Judas, Todestag des Otto van Geller) usw. und treffen Bestimmungen über die Zahlungen an den Louffs-Convent und die Matersche und Konventsschwestern der Klause S.-Vinzenz auf der Burgmauer in Köln. Bezüglich der Zuteilung an Neusser Arme solle die Stadt Neuss der Pfarrkirche S.-Columban jährlich Vorschläge machen.

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