Schreiben bezüglich der Nachfolge Ludwig Lindenschmits
Vollständigen Titel anzeigen
LLA 005/017
LLA Lindenschmit, Ludwig d. Ä.
Lindenschmit, Ludwig d. Ä. >> Korrespondenz >> Briefe von LLA/RGZM
1882-12-08
Inhalt/Beschreibung/Darin: "8 Dez 82 [In Bleistift]
Hochverehrter Herr!
[in Bleistift]
den 22 Dez mit Dr Wenzel u Linden-
schmit gesprochen und Dr Beck vorgeschlagen
[andere Tinte]
d 24ten Dr Beck geschrieben
Der Localausschuß des Römisch-Germanischen Central-
Museums erklärt sich in Wahrung der Statuten § 8 den
verehrten auswärtigen Herren Mitgliedern des Gesammt-
Vorstandes eine für die Anstalt wichtige Angelegenheit
zu geneigter Erwägung vorzutragen.
Sie kennen, hochverehrter Herr, die Vorgeschichte
unseres Museums - während mehr denn zwanzig Jahren
unablässiger Arbeit bei völlig unzureichenden Mitteln
ermöglichte es nur die selbstlose Hingebung und un-
ermüdliche Opferwilligkeit die stets wiederkehrenden
Schwierigkeiten der Lage zu überwinden, und die An-
stalt jenem Zustande der Lebensfähigkeit entgegen-
zuführen, welcher derselben durch die Anerkennung
ihrer wissenschaftlichen Bedeutung von Seiten des
deutschen Reichstages und durch die Gewährung einer
Unterstützung aus Reichsmitteln seit zehn Jahren
gesichert worden ist.
Nachdem aber durch diese Erledigung der
Existenzfrage die materiellen Hindernisse beseitigt
erscheinen, welche die Entwicklung des Römisch-Ger-
manischen Central-Museums erschwert hatten,
und ihm die Anerkennung seiner hohen Bedeutung
als einer nationalen Anstalt zu Theil geworden
ist, erachtet es der Vorstand als Pflicht, die wissenschaft-
liche
wissenschaftliche Leitung derselben auch für eine
fernere Zukunft zu sichern.
Das hohe Alter des Museums, dessen reichen Kennt-
nissen und aufopferungsvoller Thätigkeit es in erster Linie
zu verdanken ist, daß die in dreißig Jahren mächtig ange-
wachsenen Sammlungen des Museums zu einer Fundgrube
der Aufhellung der ältesten Geschichte unseres Volkes gewor-
den sind, läßt den Gedanken nicht abweichen, daß die Anstalt
eines Tages seiner Führung wird entbehren müssen und
Direktor Lindenschmit selbst trägt sich mit der Sorge um
die Weiterführung der Aufgabe, der er seither seine Kräfte
und sein Leben gereicht hat.
Deshalb erlaubt sich der Lokalausschuß des Gesammt-
Vorstandes um Erfüllung eines dringenden Wunsches
des Direktors an die hochverehrten auswärtigen Mit-
glieder desselben die ergebene Bitte zu richten, im Kreise
der Ihnen bekannten Männer der historischen- und
Alterthumswissenschaft Umschau zu halten nach den
Persönlichkeiten, welche bei der Weiterführung
der wissenschaftlichen Leitung des Museums in
Betracht kommen können.
Der Lokalausschuß wird jederzeit mit Dank
die Meinungsäußerungen der hochverehrten
auswärtigen Herren Mitglieder entgegennehmen
und sich beehren im kommenden Frühjahre die-
selben zu einer gemeinsamen Berathung nach
Mainz einzuladen.
Mit vorzüglicher Hochachtung
für den Lokalausschuß des R. G. C. Museums:
der Secretär:
[Unterschrift] Dr Noiré
der Präsident:
[Unterschrift] D Wenzel
Mainz den 8t December 1882."
Transkription: Lara Beringer
Hochverehrter Herr!
[in Bleistift]
den 22 Dez mit Dr Wenzel u Linden-
schmit gesprochen und Dr Beck vorgeschlagen
[andere Tinte]
d 24ten Dr Beck geschrieben
Der Localausschuß des Römisch-Germanischen Central-
Museums erklärt sich in Wahrung der Statuten § 8 den
verehrten auswärtigen Herren Mitgliedern des Gesammt-
Vorstandes eine für die Anstalt wichtige Angelegenheit
zu geneigter Erwägung vorzutragen.
Sie kennen, hochverehrter Herr, die Vorgeschichte
unseres Museums - während mehr denn zwanzig Jahren
unablässiger Arbeit bei völlig unzureichenden Mitteln
ermöglichte es nur die selbstlose Hingebung und un-
ermüdliche Opferwilligkeit die stets wiederkehrenden
Schwierigkeiten der Lage zu überwinden, und die An-
stalt jenem Zustande der Lebensfähigkeit entgegen-
zuführen, welcher derselben durch die Anerkennung
ihrer wissenschaftlichen Bedeutung von Seiten des
deutschen Reichstages und durch die Gewährung einer
Unterstützung aus Reichsmitteln seit zehn Jahren
gesichert worden ist.
Nachdem aber durch diese Erledigung der
Existenzfrage die materiellen Hindernisse beseitigt
erscheinen, welche die Entwicklung des Römisch-Ger-
manischen Central-Museums erschwert hatten,
und ihm die Anerkennung seiner hohen Bedeutung
als einer nationalen Anstalt zu Theil geworden
ist, erachtet es der Vorstand als Pflicht, die wissenschaft-
liche
wissenschaftliche Leitung derselben auch für eine
fernere Zukunft zu sichern.
Das hohe Alter des Museums, dessen reichen Kennt-
nissen und aufopferungsvoller Thätigkeit es in erster Linie
zu verdanken ist, daß die in dreißig Jahren mächtig ange-
wachsenen Sammlungen des Museums zu einer Fundgrube
der Aufhellung der ältesten Geschichte unseres Volkes gewor-
den sind, läßt den Gedanken nicht abweichen, daß die Anstalt
eines Tages seiner Führung wird entbehren müssen und
Direktor Lindenschmit selbst trägt sich mit der Sorge um
die Weiterführung der Aufgabe, der er seither seine Kräfte
und sein Leben gereicht hat.
Deshalb erlaubt sich der Lokalausschuß des Gesammt-
Vorstandes um Erfüllung eines dringenden Wunsches
des Direktors an die hochverehrten auswärtigen Mit-
glieder desselben die ergebene Bitte zu richten, im Kreise
der Ihnen bekannten Männer der historischen- und
Alterthumswissenschaft Umschau zu halten nach den
Persönlichkeiten, welche bei der Weiterführung
der wissenschaftlichen Leitung des Museums in
Betracht kommen können.
Der Lokalausschuß wird jederzeit mit Dank
die Meinungsäußerungen der hochverehrten
auswärtigen Herren Mitglieder entgegennehmen
und sich beehren im kommenden Frühjahre die-
selben zu einer gemeinsamen Berathung nach
Mainz einzuladen.
Mit vorzüglicher Hochachtung
für den Lokalausschuß des R. G. C. Museums:
der Secretär:
[Unterschrift] Dr Noiré
der Präsident:
[Unterschrift] D Wenzel
Mainz den 8t December 1882."
Transkription: Lara Beringer
1 Blatt
Papier
Brief
Deutsch
Weitere Institutionsrollen: Römisch-Germanisches Zentralmuseum, Lokalausschuss: Erwähnt
Gesamtvorstand des Römisch-Germanischen Zentralmuseums, Mainz - Erwähnt
Mainz - Absendeort
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
13.05.2026, 11:29 MESZ