B 1.11 Nachlass Else Dörfler (Bestand)
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B 1.11
Stadtarchiv Amberg (Archivtektonik) >> B Abteilung Archivgut nichtstädtischer Herkunft >> B 1 Privatpersonen
Die Familie des Sanitätsrats Dr. Julius Doerfler gehörte sicherlich zu den gesellschaftlich herausragenden der Stadt Amberg. Im Folgenden soll freilich nicht der am 29. Januar 1872 in Berolzheim als Sohn des Bezirksarzts Dr. Karl Doerfler geborene Julius Doerfler stehen, der sich 1901 als praktischer Arzt und Facharzt für Frauenheilkunde und Chirurgie in Amberg niedergelassen hatte und 1918 als Krankenhausarzt in den Dienst der Stadt Amberg getreten war, sondern dessen Ehefrau Else, eigentlich Elise. Wie ihr Mann, der spätere Sanitätsrat Dr. Julius Doerfler, der von 1922 bis 1938 das Städtische Marienkrankenhaus leitete, entstammte auch Else Anna Theresia einer großbürgerlichen Familie. Sie erblickte als Tochter des Apothekers Otto von Huber und seiner Frau Bertha am 30. August 1878 in Alexandrien in Ägypten das Licht der Welt, wo sie auch ihre Kindheit verbrachte. Ihre weitere Ausbildung erfolgte in München, wo auch der Lebensmittelpunkt der Familie war. Am 6. August 1905 vermählte sich Else von Huber mit Dr. Doerfler in Arnstadt in Thüringen und folgte ihrem Mann nach Amberg in das Anwesen am Mariahilfbergweg, das heute noch den Namen der Familie trägt. In Amberg kamen auch die drei Kinder zur Welt, die Töchter Ruth (1906) und Elisabeth (1908) und der nach dem Vater genannte Julius (1910). Im März 1941 verließ Else Doerfler zusammen mit ihrem Mann und einer Hausangestellten Amberg – die Kinder waren inzwischen längst aus dem Haus – und zog nach München. Hier verstarb am 14. März 1952 Dr. Julius Doerfler, nachdem ihn die Stadt Amberg wenige Wochen zuvor mit der Ehrenbürgerwürde geehrt hatte, am 4. April 1952 Else. Das Besondere an Else Doerfler, die mit ihrem Mann eine tief christliche Grundeinstellung teilte, ist ihr schriftstellerisches Wirken. Beide Komponenten vereinigten sich bei der Herausgabe einer monatlichen Kinderbeilage des „Evangelischen Sonntagblattes aus Bayern“ in den Jahren 1927 bis 1939 und 1945 bis 1952.
"Archivierungsgeschichte": Über ihre schriftstellerische Tätigkeit hat Else Doerfler genau Buch geführt und ein chronologisches Verzeichnis ihrer Gedichte, Skizzen, Erzählungen und Märchen hinterlassen, das den Zeitraum von 1891 bis 1952 umfasst. Das Verzeichnis gibt auch Hinweise auf die zwölf Bücher, die von der Autorin herausgegeben wurden. Dabei wird deutlich, dass das lyrische Werk von Else Doerfler nicht publiziert wurde. Aus dem Verzeichnis geht auch hervor, dass die 13jährige in München mit dem Schreiben von Erzählungen und Märchen begann. Ein Jahr später nennt das Verzeichnis das erste Gedicht der jetzt 14jährigen „Mütterchen weint“. Schon vor ihrem ersten Buch, den „Sonntagsgeschichten“ von 1903 erschien eine ganze Reihe von Novellen und Erzählungen im Druck. Gelegentlich finden sich in dem Verzeichnis auch Hinweise auf den Ort oder den Grund der Abfassung des jeweiligen Textes. So erfahren wir am Ende des Jahres 1905 „in Amberg“ geschrieben. Manches entstand offensichtlich auch im Urlaub, so die Erzählung „Schlampinchen“ 1907 in Bayrisch Gmain, die Skizze „Das Musikantenkind“ 1912, „geschrieben als ich in Porterone mit Juliusle gewesen; nachts“. Die Erzählung „Lena Fixe, Ilse Fröhlich, Trude Langsam“ schrieb Else Dörfler 1922 „zu meines lieben Juls Geburtstag“ am 22. Januar. Die Erzählung „Das Lebzeltschränkle“ entstand am Heiligabend des Jahres 1924. oder wie Else Doerfler schreibt: „an Ruth und Emils Verlobungstag frühmorgens heimlich geschrieben“. Die Tochter Ruth vermählte sich am 22. Mai 1926 mit Emil Macher. Aus den Angaben geht auch hervor, dass sich Else Doerfler gerne in Rupprechtstegen aufhielt, ab 1938 auch in Bad Ischl. Auch der Wegzug von Amberg im Jahr 1941 findet sich dokumentiert. Der Nachlass „Else Doerfler“ geht auf die freundliche Überlassung von Frau Kroll in Stockdorf zurück, der dafür sehr herzlich gedankt sei. Er umfasst neben dem schon erwähnten „Werkverzeichnis“ drei Bände mit von Else Doerfler handschriftlich eingetragenen Gedichten sowie die meisten ihrer im Druck erschienen Bücher. Aus historischer Sicht ist vor allem die 1949 erschiene Erzählung „Halima“ von großem Interesse, spiegelt sie doch die Lebensverhältnisse der kleinen Else von Huber in Alexandrien sehr anschaulich wieder. Den Nachlass verzeichnete Dr. Johannes Laschinger. Das Repertorium schrieb Frau Christine Widder.
"Archivierungsgeschichte": Über ihre schriftstellerische Tätigkeit hat Else Doerfler genau Buch geführt und ein chronologisches Verzeichnis ihrer Gedichte, Skizzen, Erzählungen und Märchen hinterlassen, das den Zeitraum von 1891 bis 1952 umfasst. Das Verzeichnis gibt auch Hinweise auf die zwölf Bücher, die von der Autorin herausgegeben wurden. Dabei wird deutlich, dass das lyrische Werk von Else Doerfler nicht publiziert wurde. Aus dem Verzeichnis geht auch hervor, dass die 13jährige in München mit dem Schreiben von Erzählungen und Märchen begann. Ein Jahr später nennt das Verzeichnis das erste Gedicht der jetzt 14jährigen „Mütterchen weint“. Schon vor ihrem ersten Buch, den „Sonntagsgeschichten“ von 1903 erschien eine ganze Reihe von Novellen und Erzählungen im Druck. Gelegentlich finden sich in dem Verzeichnis auch Hinweise auf den Ort oder den Grund der Abfassung des jeweiligen Textes. So erfahren wir am Ende des Jahres 1905 „in Amberg“ geschrieben. Manches entstand offensichtlich auch im Urlaub, so die Erzählung „Schlampinchen“ 1907 in Bayrisch Gmain, die Skizze „Das Musikantenkind“ 1912, „geschrieben als ich in Porterone mit Juliusle gewesen; nachts“. Die Erzählung „Lena Fixe, Ilse Fröhlich, Trude Langsam“ schrieb Else Dörfler 1922 „zu meines lieben Juls Geburtstag“ am 22. Januar. Die Erzählung „Das Lebzeltschränkle“ entstand am Heiligabend des Jahres 1924. oder wie Else Doerfler schreibt: „an Ruth und Emils Verlobungstag frühmorgens heimlich geschrieben“. Die Tochter Ruth vermählte sich am 22. Mai 1926 mit Emil Macher. Aus den Angaben geht auch hervor, dass sich Else Doerfler gerne in Rupprechtstegen aufhielt, ab 1938 auch in Bad Ischl. Auch der Wegzug von Amberg im Jahr 1941 findet sich dokumentiert. Der Nachlass „Else Doerfler“ geht auf die freundliche Überlassung von Frau Kroll in Stockdorf zurück, der dafür sehr herzlich gedankt sei. Er umfasst neben dem schon erwähnten „Werkverzeichnis“ drei Bände mit von Else Doerfler handschriftlich eingetragenen Gedichten sowie die meisten ihrer im Druck erschienen Bücher. Aus historischer Sicht ist vor allem die 1949 erschiene Erzählung „Halima“ von großem Interesse, spiegelt sie doch die Lebensverhältnisse der kleinen Else von Huber in Alexandrien sehr anschaulich wieder. Den Nachlass verzeichnete Dr. Johannes Laschinger. Das Repertorium schrieb Frau Christine Widder.
Archivbestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.05.2026, 13:19 MESZ