Grafschaft Lingen - Spanische und oranische Verwaltung (Bestand)
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NLA OS, Rep 130
Nds. Landesarchiv, Abt. Osnabrück (Archivtektonik) >> Gliederung >> 1 Behörden des Staates und der kommunalen Verwaltung >> 1.1 Regionale Verwaltung >> 1.1.1 Altes Reich >> 1.1.1.3 Niedergrafschaft Lingen bis 1803
1554-1727
Geschichte des Bestandsbildners: Der Verwaltungsaufbau in der Grafschaft Lingen gliederte sich in einen Drosten, Rentmeister und Richter. Der Drost unterstand in oranischer Zeit dem Nassauischen Domänenrat, der Rentmeister der Nassauischen Rechenkammer im Haag. Wie eine Durchsicht des Bestandes "Nassausche Domeinraad" im Allgemeinen Reichsarchiv im Haag ergab, fungierte diese Behörde auch als Appelationsgericht für den gesamten oranischen Domänenbesitz, also auch für Lingen. (Vgl. Bericht über die Dienstreise zum Allgemeinen Reichsarchiv im Haag am 14. und 15. Dezember 1967. Tgb.-Nr. 26/1968, Gesch.-Z. E a 3).
Über die Zentralbehörden in spanischer Zeit ließ sich im Allgemeinen Reichsarchiv hingegen nichts ermitteln. Vermutlich werden sich in Betracht kommende Bestände auch in Brüssel befinden.
Bestandsgeschichte: Die Grafschaft Lingen hatte ein wechselvolles politisches Schicksal. Ursprünglich ein Teil des tecklenburgischen Besitzes wurde sie 1493 durch Erbteilung selbständige Grafschaft mit einem durch die dazwischenliegende tecklenburgische Enklave Schale in die Ober- und Niedergrafschaft zweigeteilten Territorium. Seit 1526 war sie geldrisches Lehen. Kaiser Karl V. als Erbe des Herzogs von Geldern belehnte 1548 den Grafen Maximilian von Büren mit der Grafschaft, kaufte sie aber schon drei Jahre später nach dem Tode des Grafen von dessen Tochter Anna. Die Verwaltung übertrug er seiner Schwester Maria, der Statthalterin der Niederlande. Karls Sohn und Nachfolger, König Philipp II. von Spanien, überließ die Statthalterschaft in den Niederlanden ebenfalls seiner Schwester Margarete von Parma. Im Jahre 1578 schenkten die Generalstaaten der Niederlande die Grafschaft dem Statthalter Wilhelm I. von Oranien. Damit kam sie unter die Herrschaft des Hauses Nassau-Oranien. Während des achtzigjährigen Krieges zwischen den Spaniern und Niederländern hatte die Grafschaft häufig wechselnde Besetzungen und war von 1605 bis 1630 in spanischer Hand.
Nach 1630 wurde Lingen wieder oranischer Besitz bis zum Übergang an Preußen im Jahre 1702.
Aus der spanischen und oranischen Zeit sind nur die Rentmeisterrechnungen von 1555 - 1701, einige wenige Akten sowie eine Korrespondenzserie von 1604 - 1702 erhalten. Diese Korrespondenzen sind als Serie jahrgangsweise gebündelt. Innerhalb der Jahrgänge ist weder eine chronologische noch sachliche Gliederung zu erkennen. Da auch alte Signaturen fehlen, hat vermutlich auch ursprünglich kein Registraturschema bestanden. Die für eine Korrespondenzserie bezeichnende Mischung verschiedenster Betreffe in einem Schreiben machte eine sachliche Gliederung unmöglich. Statt dessen wurde versucht, wenigstens die wichtigsten Betreffe innerhalb der einzelnen Jahrgänge durch Intus-Vermerke auszuwerfen. Mit Hilfe eines Personen- und Ortsindex wird der Bestand zu einem großen Teil erschlossen. Dennoch kann dieses Findbuch nicht die Einzeldurchsicht der Korrespondenzen ersetzen.
Osnabrück, Februar 1969
gez. Israel
[Stand: 15.05.2017]
Zusatzinformationen: Abgeschlossen: ja
Zusatzinformationen: Bearbeitungsstand: teilweise verzeichnet
Kurzbeschreibung: Der Bestand enthält Lingener Schriftgut verschiedener Provenienzen. Der größte Teil der alten Registraturen ist verloren oder in Privatbesitz übergegangen (vgl. Dep 43). Der hier vereinigte Rest scheint im Kern aus den Registraturen der Oberbehörden zu stammen.
Benutzung: Die Erschließungsdaten sowie die Archivguteinheiten des Bestandes unterliegen keinen Schutzfristen des Niedersächsischen Archivgesetzes bzw. des Bundesarchivgesetzes. Der Bestand kann vollständig online recherchiert werden.
Aus konservatorischen Gründen sind einzelne Akten für die Einsichtnahme im Lesesaal gesperrt.
Über die Zentralbehörden in spanischer Zeit ließ sich im Allgemeinen Reichsarchiv hingegen nichts ermitteln. Vermutlich werden sich in Betracht kommende Bestände auch in Brüssel befinden.
Bestandsgeschichte: Die Grafschaft Lingen hatte ein wechselvolles politisches Schicksal. Ursprünglich ein Teil des tecklenburgischen Besitzes wurde sie 1493 durch Erbteilung selbständige Grafschaft mit einem durch die dazwischenliegende tecklenburgische Enklave Schale in die Ober- und Niedergrafschaft zweigeteilten Territorium. Seit 1526 war sie geldrisches Lehen. Kaiser Karl V. als Erbe des Herzogs von Geldern belehnte 1548 den Grafen Maximilian von Büren mit der Grafschaft, kaufte sie aber schon drei Jahre später nach dem Tode des Grafen von dessen Tochter Anna. Die Verwaltung übertrug er seiner Schwester Maria, der Statthalterin der Niederlande. Karls Sohn und Nachfolger, König Philipp II. von Spanien, überließ die Statthalterschaft in den Niederlanden ebenfalls seiner Schwester Margarete von Parma. Im Jahre 1578 schenkten die Generalstaaten der Niederlande die Grafschaft dem Statthalter Wilhelm I. von Oranien. Damit kam sie unter die Herrschaft des Hauses Nassau-Oranien. Während des achtzigjährigen Krieges zwischen den Spaniern und Niederländern hatte die Grafschaft häufig wechselnde Besetzungen und war von 1605 bis 1630 in spanischer Hand.
Nach 1630 wurde Lingen wieder oranischer Besitz bis zum Übergang an Preußen im Jahre 1702.
Aus der spanischen und oranischen Zeit sind nur die Rentmeisterrechnungen von 1555 - 1701, einige wenige Akten sowie eine Korrespondenzserie von 1604 - 1702 erhalten. Diese Korrespondenzen sind als Serie jahrgangsweise gebündelt. Innerhalb der Jahrgänge ist weder eine chronologische noch sachliche Gliederung zu erkennen. Da auch alte Signaturen fehlen, hat vermutlich auch ursprünglich kein Registraturschema bestanden. Die für eine Korrespondenzserie bezeichnende Mischung verschiedenster Betreffe in einem Schreiben machte eine sachliche Gliederung unmöglich. Statt dessen wurde versucht, wenigstens die wichtigsten Betreffe innerhalb der einzelnen Jahrgänge durch Intus-Vermerke auszuwerfen. Mit Hilfe eines Personen- und Ortsindex wird der Bestand zu einem großen Teil erschlossen. Dennoch kann dieses Findbuch nicht die Einzeldurchsicht der Korrespondenzen ersetzen.
Osnabrück, Februar 1969
gez. Israel
[Stand: 15.05.2017]
Zusatzinformationen: Abgeschlossen: ja
Zusatzinformationen: Bearbeitungsstand: teilweise verzeichnet
Kurzbeschreibung: Der Bestand enthält Lingener Schriftgut verschiedener Provenienzen. Der größte Teil der alten Registraturen ist verloren oder in Privatbesitz übergegangen (vgl. Dep 43). Der hier vereinigte Rest scheint im Kern aus den Registraturen der Oberbehörden zu stammen.
Benutzung: Die Erschließungsdaten sowie die Archivguteinheiten des Bestandes unterliegen keinen Schutzfristen des Niedersächsischen Archivgesetzes bzw. des Bundesarchivgesetzes. Der Bestand kann vollständig online recherchiert werden.
Aus konservatorischen Gründen sind einzelne Akten für die Einsichtnahme im Lesesaal gesperrt.
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
16.06.2025, 10:42 MESZ
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