Gebrüder Christians, Stahlwarenfabrik (Bestand)
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Fi 26
Stadtarchiv Solingen (Archivtektonik) >> Bestände nichtstädtischer Provenienz >> Firmenarchive
1884 - 1950
Vorwort Die Firma Gebrüder Christians wurde 1824 durch Johann Abraham und Karl Wilhelm Christians gegründet. Die Familie, von Cronenberg kommend, hatte in der Mitte des 18. Jahrhunderts im Altenfeld in Gräfrath Grundbesitz erworben und die Männer waren als Landwirte und Schmiede tätig und auf die Herstellung von Stiefeleisen spezialisiert. Im Gründungsjahr der Firma beschäftigten die Christians bereits 26 Handschmiede und Arbeiter. 1838 wurde das in der Nähe liegende Gut Schafenhaus zur Erweiterung der Produktionsstätten gekauft. 1856 traten Reinhard und Carl, die Söhne Wilhelm Christians, in die Firma ein und erwarben 1860 ein großes Grundstück an der Kaiserstraße in Solingen. Für den geplanten Umzug der Firma 1862 bauten sie dort neue Wohnhäuser, Kontor- und Lagergebäude und Fabrikanlagen. Das Warensortiment der Firma war inzwischen auf Messer, Schneidwaren und Bestecke erweitert worden. Das Geschäft war erfolgreich und Christians verkaufte nach der Jahrhundertwende Waren in der ganzen Welt. Bis 1975 wurde die Firma von drei weiteren aufeinander folgenden Brüdergenerationen geführt. Die Firmenvillen (heute: Konrad-Adenauer-Straße 72-74) wurden in den 1980-er Jahren von neuen Besitzern erhalten und großzügig renoviert. (Dazu: Fahmüller/Rogge/Kieser, Villen in Solingen, Worms 2009, S. 147-148). Der überlieferte Archivbestand ist nicht sehr umfangreich. Vor allem der Teil über das Firmengeschäft hat nur Einzelstücke, allerdings liegt eine größere Anzahl von Musterbüchern aus den Jahren 1885 bis 1920 vor. Hauptstück der Überlieferung sind Urkunden und Verträge, die Erbschaften, Firmenübergaben und Grunderwerb der Familie Christians seit 1741 bis in die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts festhalten. Eine Sonderrolle nimmt dabei der Verzeichnisteil 3.3 Grundbesitz Fleussmühle ein. Eugen Christians hatte die Mühle mit Ländereien in der Nähe von Kohlfurth 1920 von der Familie Fedder erworben und mit dem Kauf wohl auch zahlreiche Dokumente zur Mühle und ihren Besitzern seit 1746 erhalten. Mit diesen Unterlagen können die Darstellungen Ludwig Lunkenheimers (Schleifkotten, Mühlen und Hämmer an den Solinger Bächen, Köln 1990, S. 42-44) und anderer Heimatforscher zur Fleussmühle ergänzt und in Einzelheiten korrigiert werden. Vor allem die Besitzübergänge 1746 und 1803 an die Familien Fleuss und Kohl und der Grundbesitz der Mühle lassen sich durch die Urkunden nun besser verfolgen. Die Bestandserschließung erfolgte durch Hartmut Roehr im Jahre 2011. Bereits 1913 erschien unter dem Protektorat des Düsseldorfer Regierungspräsidenten Kruse die Schrift "Gebrüder Christians - Fabrik feiner Stahl- und Messerschmiedewaren Solingen" in den Historisch-biographischen Blättern (Nummer 16 des Bestands). 1924 gab die Firma eine Festschrift zum 100-jährigen Bestehen unter dem Titel "300 Jahre Familie Christians nachweisbar im Bergischen Land 1625-1925" heraus (Bibliothek des Stadtarchivs Solingen GF 55). Die Ausführungen zur Geschichte der Firma und Familie sind diesen Schriften entnommen.
Eingrenzung und Inhalt: Der überlieferte Archivbestand ist nicht sehr umfangreich. Vor allem der Teil über das Firmengeschäft hat nur Einzelstücke, allerdings liegt eine größere Anzahl von Musterbüchern aus den Jahren 1885 bis 1920 vor. Hauptstück der Überlieferung sind Urkunden und Verträge, die Erbschaften, Firmenübergaben und Grunderwerb der Familie Christians seit 1741 bis in die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts festhalten.
Eingrenzung und Inhalt: Der überlieferte Archivbestand ist nicht sehr umfangreich. Vor allem der Teil über das Firmengeschäft hat nur Einzelstücke, allerdings liegt eine größere Anzahl von Musterbüchern aus den Jahren 1885 bis 1920 vor. Hauptstück der Überlieferung sind Urkunden und Verträge, die Erbschaften, Firmenübergaben und Grunderwerb der Familie Christians seit 1741 bis in die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts festhalten.
erschlossen: 38 AE
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.11.2025, 13:59 MEZ