Hans Speth (Spette) von Sulzburg, der eheliche Sohn des verstorbenen Wilhelm Speth [von Sulzburg], beurkundet: Nach seiner Heirat mit Lieppurg von Wernau (Werdnaw), der ehelichen Tochter des verstorbenen Eitel (Ytals) von Wernau, hat er von ihr eine Heimsteuer von 1000 fl rh aus ihrem väterlichen Erbe und Gut erhalten und ihr dafür eine Widerlegung von 1000 fl rh mit einer Morgengabe von 100 fl rh gegeben. Daraufhin hat der Aussteller nach dem Wittumrecht seine Ehefrau mit folgendem Witwengut ausgestattet: Die 1000 fl rh, die ihm seine Ehefrau zugebracht hat, kann er nach dem Heiratsvertrag mit der Zustimmung seiner Ehefrau, ihrer Erben und Verwandten an einen anderen Herren zu seinem Nutzen verleihen, wenn er ihnen dafür jedes Jahr eine Gülte von 50 fl rh gibt. Der Schuldbrief oder das Geld sollen nach dem Willen seiner Ehefrau und ihrer Erben an einer öffentlichen Stelle (hinder ein gemeyn hand) hinterlegt werden. Sollte aber der Aussteller die Heimsteuer von 1000 fl rh an keinen Herren mehr verleihen und in liegenden Gütern anlegen wollen, soll er es ebenfalls nur mit Zustimmung seiner Ehefrau Lieppurg von Wernau, ihren Erben und Verwandten tun, damit sie auch dafür jedes Jahr eine Gülte von 5fl rh erhalten. Solange aber der Aussteller das nicht getan hat, können und mögen Lieppurg von Wernau und ihre Erben die 1000 fl rh dort hinterlegen, wo sich bereits der Schuldbrief befindet, bis der Aussteller sie anlegen wird. Für die Widerlegung von 1000 fl rh setzt der Aussteller folgende liegende Güter als Unterpfand ein, die jedes Jahr von 20 fl rh einen Zins von 1 fl rh geben sollen: [1] Das Gut von Jung Hansen im Lendinger Tal gibt jährlich 30 h, 4 Simri Roggen, 4 Simri Dinkel, 12 Simri Hafer, 2 Sommerhühner und 1/2 Fastnachtshenne, außerdem 3 ß h Auslösung bei Auswanderung (weglößin). Der Handlohn ist der Gnade überlassen. [2] Der Erhard gibt aus seinem Garten 10 h. Ulrich Rodmeyer gibt 1 lb 8 ß h, 5 Scheffel jeweils Dinkel und Hafer, 8 Sommerhühner, 100 Eier und 1 Fastnachtshenne, außerdem 1 lb 8 ß h Auslösung bei Auswanderung. Der Handlohn ist der Gnade überlassen. [3] Das Nülin Gut gibt 14 ß h, 2 Sommerhühner und 1 Fastnachtshenne. [4] Konrad (Contz) Velner gibt 1 lb 4 ß h, 10 Simri Dinkel, 10 Simri Hafer, 5 Sommerhühner und 1 Fastnachtshenne, außerdem 1 lb 4 ß h Auslösung bei Auswanderung. Der Handlohn ist der Gnade überlassen. [5] Ulrich Wytler gibt 1 Scheffel Roggen, 20 Simri Dinkel, 20 Simri Hafer, 2 lb h, 4 Sommerhühner, 1 Fastnachtshenne und 100 Eier, außerdem 2 lb h Auslösung bei Auswanderung. Der Handlohn ist der Gnade überlassen. [6] Der Fröhlich gibt 1 lb h, 2 Scheffel Dinkel, 2 Scheffel Hafer, 10 Sommerhühner und 1 Fastnachtshenne, außerdem 1 lb h Auslösung bei Auswanderung. Der Handlohn ist der Gnade überlassen. [7] Nu(o)l Hirtter gibt 18 ß h, 4 Sommerhühner und 1 Fastnachtshenne. [8] Hans Locher gibt 1 lb 5 ß h, 2 1/2 Scheffel Dinkel, 2 /12 Scheffel Hafer, 10 Sommerhühner, 100 Eier und 1 Fastnachtshenne, außerdem 10 lb h Auslösung bei Auswanderung. Der Handlohn ist der Gnade überlassen. [9] Die untere Mühle zu Lendingen gibt 1 lb h Zins und 1 lb h Auslösung bei Auswanderung. Der Handlohn ist der Gnade überlassen. [10] Der Stickleder und Heinz Kummer geben 16 ß h, 6 Sommerhühner und 1 Fastnachtshuhn. [11] Der Stechelin gibt 1 Scheffel Roggen, 6 Scheffel weniger 3 Simri Dinkel und Hafer, 10 ß h, 10 Sommerhühner, 100 Eier und 1 Fastnachtshenne, außerdem 10 ß h Auslösung bei Auswanderung. Der Handlohn ist der Gnade überlassen. [12] Hans Kag gibt 10 ß h, 10 Sommerhühner, 50 Eier und 1 Fastnachtshenne, außerdem 1ß ß h Auslösung bei Auswanderung. Der Handlohn ist der Gnade überlassen. [13] Der Dietrich gibt 5 ß h. [14] Der Kueny gibt 10 ß h, 8 Sommerhühner und 1 Fastnachtshenne. [15] Der Drybel von Grabenstetten (Grabensten) gibt 4 Schef fel Dinkel und Hafer, 10 ß h, 4 Sommerhühner, 50 Eier und 1 Fastnachtshuhn, außerdem 10 ß h Auslösung bei Auswanderung. Der Handlohn ist der Gnade überlassen. [16] Der Hachenstein von Ochsenwang gibt 16 ß h Zins. [17] Hans Sybolt von Schopfloch gibt 6 ß h Zins. [18] Der Wytler gibt aus dem Schotten Gütlein 8 ß h, 8 Sommerhühner und 1 Fastnachtshuhn. [19] Der Schöning gibt 4 ß h, 2 Sommerhühner und 1/2 Fastnachshuhn. [20] Der Brendling gibt 20 ß h. [21] Der Ruffgantz gibt 8 Imi Roggen, 6 Simri Dinkel, 10 Simri Hafer, 20 ß h, 10 Eier und 2 Sommerhühner. [22] Der Sprenger von Brucken gibt 4 lb h, 10 Käse, 10 Sommerhühner, 1 Fastnachtshenne und 1000 Setzling Kraut, außerdem 5 lb h Auslösung bei Auswanderung. Der Handlohn ist der Gnade überlassen. [23] Der junge Hans Wytler gibt 7 ß von einem Berg, von denen ein Viertel der Schwelher erhält. [24] Hans Nüberlin gibt 3 Hühner aus einer Mahd zu Krebsstein. [25] Der Hüpscher gibt 4 ß, von denen ein Viertel der Schwelher erhält. [26] Von dem Hannenstein fallen jedes Jahr 4 lb h mehr oder weniger "umb ein kleins ongeverlich", von denen ein Viertel ebenfalls der Schwelher erhält. [27] Die Schneiderin gibt aus ihrem Gut 2 Gänse, 2 Sommerhühner und 1 ß h. [28] Heinrich Vogler gibt aus seinem Gut 8 ß h, 200 Eier, 10 Sommerhühner und 1 Fastnachtshenne. [29] Konrad Kag gibt 1 Scheffel Roggen, 2 Scheffel Dinkel, 3 Scheffel Hafer, 4 ß h, 4 Sommerhühner, 100 Eier, 1 Simri Öl und 1 Fastnachtshuhn, außerdem 4 ß h Auslösung bei Auswanderung. Der Handlohn ist der Gnade überlassen. [30] Das Medlin zu dem Redlin gibt 20 h Zins. [31] Das Mahd in dem How gibt 3 ß h. [32] Der alte Ziegler von Brucken (Bruckheim) gibt 4 Simri Roggen, 2 Scheffel Hafer, 1 lb 1 ß h, 20 Käse, 100 Eier, 8 Sommerhühner, 2 Fastnachtshennen und einen Mahdertag, außerdem 1 lb 1 ß Auslösung bei Auswanderung. Der Handlohn ist der Gnade überlassen. [33] Die Rueffin gibt 1 Scheffel Roggen, 2 Scheffel Dinkel, 3 Scheffel Hafer, 1 lb 7 ß h, 200 Eier, 20 Sommerhühner, 20 Käse, 2 Gänse, 2 Fastnachtshennen und 1 Mahdertag, außerdem 1 lb 7 ß Auslösung bei Auswanderung. Der Handlohn ist der Gnade überlassen. [34] Die Mühle zu Brucken (Bruckheim) gibt 5 ß h, 10 Hühner, 100 Eier, 1 Fastnachtshuhn und 1 Mahdtag, außerdem 3 lb 5 ß Auslösung bei Auswanderung. Der Handlohn ist der Gnade überlassen. [35] Der Garten bei der Mühle gibt 1 lb 6 ß Zins, 6 Sommerhühner und 1 Fastnachtshuhn, außerdem 1 lb 6 ß h Auslösung bei Auswanderung. Der Handlohn ist der Gnade überlassen. [36] Konrad Pfaller gibt 1 lb h aus einem Garten. [37] Ulrich Hack gibt 6 ß h, 6 Hühner und 1 Mahdtag. [38] Das Gut von Dietrich Lechen gibt 3 Scheffel Dinkel, 3 Scheffel Hafer und 6 ß h, außerdem 6 ß h Auslösung bei Auswanderung. Der Handlohn ist der Gnade überlassen. Zur Sicherheit für die Widerlegung von 1000 fl rh und die als Unterpfand eingesetzte Gülten bestimmt der Aussteller als Bürgen und Selbstschuldner seine Vettern, die beiden Brüder Dietrich Speth den Älteren zu Sulzburg und Heinrich Speth zu Thumnau, ein, die Bürgschaftsleistung und Schadloshaltung im Einlager zu Ulm oder Reutlingen erklären. [Es folgen Bestimmungen über die Witwenversorgung und über die Nutznießung bzw. die Vererbung von Ehesteuer und Widerlegung]. Der Aussteller erklärt abschließend Schadloshaltung.