Nachlass Friedrich Busch (Bestand)
Vollständigen Titel anzeigen
NLA HA, Dep. 101
Nds. Landesarchiv, Abt. Hannover (Archivtektonik) >> Gliederung >> 2 Nichtstaatliche Bestände >> 2.9 Nachlässe, Handakten und Sammlungen von Einzelpersonen
1200-1963
Bestandsgeschichte: Friedrich Busch, der einem alten Bauerngeschlecht aus Gretenberg im "Großen Freien" (Landkreis Burgdorf) entstammte, wurde am 15. Februar 1891 in Hannover geboren. Dort besuchte er das Kaiser-Wilhelm-Gymnasium bis zum Abitur (1910), um dann in Freiburg, Marburg und Göttingen Geschichte und klassische Philologie zu studieren. Sein Studium wurde vom 1. Weltkrieg unterbrochen, den Busch vom Anfag bis zum Ende als Soldat mitmachte, zuletzt als Leutnant der Reserve bei der 3. Reitenden Abteilung des hannoverschen Feldartillerie-Regiments Nr. 10 Scharnhorst. Bis ins hohe Alter hielter seine Kriegsteilnahme in stolzer Erinnerung.
Ein Jahr nach Ende des Krieges promovierte Friedrich Busch an der Universität zu Göttingen bei Prof. Karl Brandi mit einer Arbeit aus dem Gebiet der Urkundenlehre: Beiträge zum Urkunden- und Kanzleiwesen der Herzöge von Braunschweig und Lüneburg im 13. Jahrhundert.
Nach Abschluß des Studiums wandte er sich der Bibliothekarslaufbahn zu. Nach Ausbildungs- und Aufstiegsjahren in Hannover, Bückeburg und Wolfenbüttel wurde ihm 1925 die Leitung der Stadtbibliothek Hannover übertragen. Die Stadtbibliothek bekam 1932 als erste öffentliche Bücherei Deutschlands ein nach Busch's Angaben und Forderungen gestaltetes Hochhaus an der Hildesheimer Straße und wurde durch zahlreiche Stadtbüchereien zum Mittelpunkt eines großangelegten, das ganze Stadtgebiet umfassenden Bibliothekssystem, in dem auch Fahrbüchereien nicht fehlten. Der schnelle und zielstrebige Wiederaufbau dieser Bibliotheken nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg war weitgehend ein Verdienst von Friedrich Busch. Die
Wiederherstellung war fast abgeschlossen, als er im Jahre 1956 mit Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand ging.
Dr. Friedrich Busch hat nicht viele und meist nur kleinere Arbeiten veröffentlicht. Seine ganze Kraft steckte er in das Sammeln von bibliographischem und biographischem Material. 1938 erschien die "Bibliographie der niedersächsischen Geschichte 1908-1932". Durch den Zweiten Weltkrieg und seine Folgen aufgehalten, konnte er erst 1956 mit der Fortführung der Bibliographie einsetzen, die er dann noch bis 1960 selber herausbrachte.
Bestandsgeschichte: Schwer getroffen durch den Tod seines einzigen Sohnes, des Mainzer Bibliothekdirektors Jürgen Busch (1965), und durch das Hinscheiden seiner Gattin (1971) verbrachte er seine letzten Jahre, ans Bett gefesselt, in einem städtischen Pflegeheim in Hannover-Kirchrode. Dort ist er am 29. April 1974 gestorben.
Der vorliegende Nachlass wurde dem Hauptstaatsarchiv Hannover am 30. April 1970 von Herrn Dr. Busch übergeben und umfasste acht Päckchen mit Materialien über das welfische Urkundenwesen. Im Februar 1972 und Juni 1974 wurden dem Hauptstaatsarchiv von Herrn Hans Mahrenholtz weitere 16 Kästen, acht Pakete und Literatur über Burgdorf bzw. das Grosse und das Kleine Freie aus dem Nachlass Busch mit einer Verzeichnungsliste übergeben.
Der Bestand bietet in erster Linie Materialien über das welfische Urkundenwesen und das Kaiser-Wilhelm-Gymnasium in Hannover, kann aber auch mit Nutzen für manche genealogische und heimatkundliche Fragestellung herangezogen werden. Interessant sind auch die Exzerpte von verlorenen Archivalien (Kontraktenbücher u.a.) aus dem Raume Sehnde.
Der vorliegende Nachlass wurde unter den Akzessionen 57/70, 12/72 und 20/74 in den Bestand Dep. 101 eingeordnet. Da im abgeschlossenen Depositalvertrag keine Sondervereinbarungen aufgenommen wurden, unterliegt der Bestand keiner Benutzungsbeschränkung. Das gesamte Material wurde vom Unterzeichnenden im Dezember 2000 neu gegliedert und verzeichnet.
Hannover, im Dezember 2000 Johann Krizsanits
Ein Jahr nach Ende des Krieges promovierte Friedrich Busch an der Universität zu Göttingen bei Prof. Karl Brandi mit einer Arbeit aus dem Gebiet der Urkundenlehre: Beiträge zum Urkunden- und Kanzleiwesen der Herzöge von Braunschweig und Lüneburg im 13. Jahrhundert.
Nach Abschluß des Studiums wandte er sich der Bibliothekarslaufbahn zu. Nach Ausbildungs- und Aufstiegsjahren in Hannover, Bückeburg und Wolfenbüttel wurde ihm 1925 die Leitung der Stadtbibliothek Hannover übertragen. Die Stadtbibliothek bekam 1932 als erste öffentliche Bücherei Deutschlands ein nach Busch's Angaben und Forderungen gestaltetes Hochhaus an der Hildesheimer Straße und wurde durch zahlreiche Stadtbüchereien zum Mittelpunkt eines großangelegten, das ganze Stadtgebiet umfassenden Bibliothekssystem, in dem auch Fahrbüchereien nicht fehlten. Der schnelle und zielstrebige Wiederaufbau dieser Bibliotheken nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg war weitgehend ein Verdienst von Friedrich Busch. Die
Wiederherstellung war fast abgeschlossen, als er im Jahre 1956 mit Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand ging.
Dr. Friedrich Busch hat nicht viele und meist nur kleinere Arbeiten veröffentlicht. Seine ganze Kraft steckte er in das Sammeln von bibliographischem und biographischem Material. 1938 erschien die "Bibliographie der niedersächsischen Geschichte 1908-1932". Durch den Zweiten Weltkrieg und seine Folgen aufgehalten, konnte er erst 1956 mit der Fortführung der Bibliographie einsetzen, die er dann noch bis 1960 selber herausbrachte.
Bestandsgeschichte: Schwer getroffen durch den Tod seines einzigen Sohnes, des Mainzer Bibliothekdirektors Jürgen Busch (1965), und durch das Hinscheiden seiner Gattin (1971) verbrachte er seine letzten Jahre, ans Bett gefesselt, in einem städtischen Pflegeheim in Hannover-Kirchrode. Dort ist er am 29. April 1974 gestorben.
Der vorliegende Nachlass wurde dem Hauptstaatsarchiv Hannover am 30. April 1970 von Herrn Dr. Busch übergeben und umfasste acht Päckchen mit Materialien über das welfische Urkundenwesen. Im Februar 1972 und Juni 1974 wurden dem Hauptstaatsarchiv von Herrn Hans Mahrenholtz weitere 16 Kästen, acht Pakete und Literatur über Burgdorf bzw. das Grosse und das Kleine Freie aus dem Nachlass Busch mit einer Verzeichnungsliste übergeben.
Der Bestand bietet in erster Linie Materialien über das welfische Urkundenwesen und das Kaiser-Wilhelm-Gymnasium in Hannover, kann aber auch mit Nutzen für manche genealogische und heimatkundliche Fragestellung herangezogen werden. Interessant sind auch die Exzerpte von verlorenen Archivalien (Kontraktenbücher u.a.) aus dem Raume Sehnde.
Der vorliegende Nachlass wurde unter den Akzessionen 57/70, 12/72 und 20/74 in den Bestand Dep. 101 eingeordnet. Da im abgeschlossenen Depositalvertrag keine Sondervereinbarungen aufgenommen wurden, unterliegt der Bestand keiner Benutzungsbeschränkung. Das gesamte Material wurde vom Unterzeichnenden im Dezember 2000 neu gegliedert und verzeichnet.
Hannover, im Dezember 2000 Johann Krizsanits
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
16.06.2025, 12:45 MESZ