Beurkundung der Irrungen des Klosters Chastell wegen der beabsichtigten Teilung der Vogtei des Klosters zwischen den Brüdern Pfalzgrafen Johann und Ludwig nach dem Tode König Ruprechts: Als nach der allgemeinen Erbteilung Pfalzgraf Johann mit dem Vitztum von Amberg von Haydelberg herauf kam, belegte er das Kloster mit einer Steuer von 200 fl. Zunächst verweigerte der Abt die Zahlung, da er noch nicht wüsste, wer Vogt wäre. Erst nach dem Worte des Pfalzgrafen, er wäre Vogt, erfolgte die Zahlung. Daraufhin berief der Vitztum von Amberg den Abt nach Amberg und beschuldigte ihn in Gegenwart von 2 Bürgern des Rats zu Amberg, er hätte ihm die Vogtei entfremdet. Daraufhin verweigerte der Abt bis zur Austragung jeden weiteren Dienst. Pfändung beider Herren im Sulczpecker bezw. im Helfenberger Gericht. Zur Einigung in Haydelberg wurde auch der Schechs, damals Keller zu Chastell, nun Abt zu Enstorff, berufen und ihm dort mitgeteilt, Pfalzgraf Ludwig wäre nun Vogt. von der verbrieften Teilung der Brüder erfuhr das Kloster aber erst in Chastell durch Altman Kempnater, der als "Vogt" des Klosters in Haydelberg eigentlich zur Mitteilung verpflichtet gewesen wäre. Daraufhin liess der Abt die Teilung der Vogtei öffentlich vor Pfalzgraf Johann in Lengenvelt, gleichzeitig in einem Schreiben an Pfalzgraf Ludwig, dann zu Mergentheim vor beiden Fürsten und in Amberg wiederrufen. Schliesslich ritt der Abt selbst nach Haydelberg, und als er auch dort nichts erreichte, nach Lamparten zu König Sygmund, der als oberster Vogt schliesslich dem Kloster den Pfalzgrafen Ludwig zum Vogt setzte. S. Abt Chunrad zu Enstorff.