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Nachlass Dr. Johann Schupp, Pfarrer, Heimatkundler (1891-1974) (Bestand)
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Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Sigmaringen (Archivtektonik) >> Nachlässe, Partei-, Vereins- und Verbandsarchive >> Nachlässe >> Nachlass Dr. Johann Schupp, Pfarrer, Heimatkundler (1891-1974)
Überlieferungsgeschichte
Biographische Angaben: Pfarrer Dr. Johann Schupp, geb. 1891 in Oberhof, Pfarrei Hänner, Gemeinde Murg, Landkreis Waldshut; gestorben am 19. Mai 1974 in Geisingen, Landkreis Donaueschingen, war begabt und gewissenhaft, wurde katholischen Priester, kam nach mehreren kürzeren Dienststellen als Kaplan für längere Zeit (1924-1931) nach Malsch bei Wiesenloch, dessen Pfarrer ihn ermunterte, über die Gnadenlehre des Heiligen Petrus Lombardus zu promovieren, was am 3. November 1931 erfolgte. Kurz zuvor war er Kaplaneiverweser in Pfullendorf geworden. Das veranlasste ihn, sich der Geschichte dieser ehemaligen Reichsstadt zuzuwenden. Er tat dies geschickt mit Engagement und Ausdauer, auch nachdem er 1942 Pfarrer in Zell am Andelsbach geworden war, und natürlich besonders intensiv nach seiner Zurruhesetzung im Jahre 1955. Er erhielt nun als Kaplaneiverweser den Titel eines Fürstlich fürstenbergischen Hofkaplans in Neudingen, Kreis Donaueschingen, und eine Wohnung, mit der Möglichkeit zu weiterer Seelsorge und vor allem zur historischen Arbeit. Die Frucht seiner Arbeit sind neben Zeitungsbeiträgen und kleineren Veröffentlichungen die "Kulturchronik der Wallfahrtskirche Maria Schray", das "Geschlechterbuch der Stadt Pfullendorf" (1967) und ein Manuskript für eine Häuserchronik Pfullendorfs. Ein Lebensbild von Dr. Johann Schupp erschien in der Zeitung zu seinem 70. Geburtstag und im Freiburger Diözesanarchiv nach seinem Tod (siehe Nr. 1).
Inhalt und Bewertung
Bestands- und Bearbeitungsbericht:
Dr. Johann Schupp hat im Februar 1973 sein Archiv, d.h. seine umfangreiche Materialsammlung testamentarisch dem Staatsarchiv Sigmaringen zugeeignet (siehe Nr. 12). Er kannte dieses durch seine Besuche als Benützer. Schon bald nach seinem Tod, am 19. Mai 1974, hat das Staatsarchiv Sigmaringen im Juni und Juli 1974 den Nachlass im Pfarrhaus Neudingen, wo Dr. Schupp seit 1955 gewohnt hat, abgeholt. Darin sind zahlreiche Faszikel von Exzerpten aus Archiven, meist in Maschinenschrift, ein Manuskript zu einem Häuserbuch Pfullendorf, und vier große Karteikästen, in denen besonders die Kirchenbücher, die Spitalprotokolle, sowie die Pfarr- und Gemeindeakten exzerpiert und ausgewertet sind - auch in kulturgeschichtlicher Hinsicht.
Leider waren die beiden großen Veröffentlichungen "Denkwürdigkeiten..." und "Geschlechterbuch..." nicht mehr im Bestand. Die Stadt Pfullendorf hat auf zwei Schreiben, ob sie diese beiden Bücher zur Bereicherung und Illustrierung des Nachlasses eventuell zur Verfügung stellen könne, leider nicht geantwortet. So muss der Interessent an die Bibliothek des Staatsarchivs verwiesen werden.
Für wenige Jahre (ca. 1959-1964) hat Dr. Schupp alle verfügbaren Zeitungsausschnitte betreffend Pfullendorf, gesammelt; die Menge nahm wohl überhand und enthielt viel Unnötiges; so beschränkte er sich für die sonstige Zeit auf Beiträge, die Themen seines Interesses, beziehungsweise seiner Sammlung ansprechen.
Da die Zeitungen schnell brüchig werden und vergilben, hat der Bearbeiter die Beiträge kopiert, aber auch die Originale beigefügt.
Von den vielen veröffentlichten und den für das Häuserbuch vorgesehenen Abbildungen sind zahlreiche Fotos in drei mitübergebenen Alben, sowie ca. 200 Einzelfotos vorhanden.
Das Privatarchiv eines Historikers ist oft eine fragwürdige Sache und kann für die Benutzung Probleme bieten, denn die Schrift und eine gestörte oder nicht vorhandene Ordnung können unüberwindliche Schwierigkeiten bereiten. Hier ist dies anders. Zum einen hat Dr. Schupp sein Material durch eigene Beiträge und umfangreiche Veröffentlichungen weitgehend ausgewertet; es dient insofern als Belegmaterial. Zum anderen hat er die Exzerpte aus dem Generallandesarchiv Karlsruhe und andere wichtigen Quellen meist mit der Maschine geschrieben; die sonstigen handschriftlichen Notizen und Karteikarten sind gut lesbar. Auch hat er sich um eine gute Gliederung und Ordnung des Archivs bemüht.
Der Nachlass umfasst ohne die Sonderserien 321 Einheiten. Dazu kommen ca. 800 Fotos, Kopien von Archivalien, Pläne, Karten und Klischees, aber nur 21 Bücher und Broschüren. Sein Umfang beträgt: 9,5 lfd Regalmeter.
Der Nachlass Dr. Schupp wurde im wesentlichen 2003-2004 verzeichnet. Die Verzeichnung 2008 abgeschlossen.
Josef Adam
Enthält:
Material zur Orts-, Kirchen- und Kirchenbaugeschichte im Raum Meßkirch-Pfullendorf des Linzgaus und südliches Hohenzollern; Manuskripte, Fotografien, Zeitungsausschnitte, Pläne, Karten, Klischees.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.