Johann Georg Stehele, Bürger und Notar in Ravensburg, beurkundet die Huldigung der in der Landvogtei Schwaben ansässigen leibeigenen Leute des Klosters Weingarten anläßlich des Regierungsantritts von Abt Alfons [I. Stadelmayr]. Nach den Requisitionen seitens der Landvogtei und des Klosters erfolgte die Huldigung im Kloster vor der Großkellerei. Anwesend waren von Seiten des Klosters der Abt, Pater Andreas Hildenbrandt, Prior, Pater Gregorius Krueg, Konventual, und der Kanzler Johann Franz Sprenger. Zu Beginn verlas Landvogteiverwalter Franz Jörg Schmidlin eine schriftliche kaiserliche Protestation. Dieser zufolge bewilligte die Landvogtei den Huldigungseid nur unter dem Vorbehalt der landvogteilichen Rechte, namentlich der hohen und niederen Obrigkeit. Es folgte der vom Weingartener Kanzler vorgetragene Vorhalt an die Bauern, in dem ihnen der Huldigungseid abverlangt und dafür versprochen wurde, daß der Abt ihnen Schutz und Schirm gewähren bzw. ein "gnädiger herr undt vater" sein werde. Den Vorbehalt der Landvogtei läßt man "gutwillig" passieren mit Gegenprotestation unter Verweis auf die bisher geschlossenen und künftig zu schließenden Vergleiche mit dem Haus Österreich. Nach nochmaliger wechselseitiger Protestation bzw. Reprotestation trug der Kanzler die Eidesformel vor, die unter Aufhebung der drei Schwurfinger der rechten Hand bekräftigt wurde.
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Johann Georg Stehele, Bürger und Notar in Ravensburg, beurkundet die Huldigung der in der Landvogtei Schwaben ansässigen leibeigenen Leute des Klosters Weingarten anläßlich des Regierungsantritts von Abt Alfons [I. Stadelmayr]. Nach den Requisitionen seitens der Landvogtei und des Klosters erfolgte die Huldigung im Kloster vor der Großkellerei. Anwesend waren von Seiten des Klosters der Abt, Pater Andreas Hildenbrandt, Prior, Pater Gregorius Krueg, Konventual, und der Kanzler Johann Franz Sprenger. Zu Beginn verlas Landvogteiverwalter Franz Jörg Schmidlin eine schriftliche kaiserliche Protestation. Dieser zufolge bewilligte die Landvogtei den Huldigungseid nur unter dem Vorbehalt der landvogteilichen Rechte, namentlich der hohen und niederen Obrigkeit. Es folgte der vom Weingartener Kanzler vorgetragene Vorhalt an die Bauern, in dem ihnen der Huldigungseid abverlangt und dafür versprochen wurde, daß der Abt ihnen Schutz und Schirm gewähren bzw. ein "gnädiger herr undt vater" sein werde. Den Vorbehalt der Landvogtei läßt man "gutwillig" passieren mit Gegenprotestation unter Verweis auf die bisher geschlossenen und künftig zu schließenden Vergleiche mit dem Haus Österreich. Nach nochmaliger wechselseitiger Protestation bzw. Reprotestation trug der Kanzler die Eidesformel vor, die unter Aufhebung der drei Schwurfinger der rechten Hand bekräftigt wurde.
Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, B 522 III U 2085
02104
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, B 522 III Weingarten, Benediktinerkloster: Urkunden III
Weingarten, Benediktinerkloster: Urkunden III >> Urkunden >> 17. Jahrhundert
1674 April 17 (zinstag den sibenzehendten monats tag Aprilis)
48,5 x 76,6 (Höhe x Breite)
Urkunden
Deutsch
Ausstellungsort: Ravensburg
Aussteller: Johann Georg Stehele, Bürger und Notar in Ravensburg
Empfänger: Verwalter und Beamte der Landvogtei in Obern und Niedern Schwaben
Zeugen: Meister Johannes Bautz, Bäcker, und Baltus Hecht, Schuhmacher, beide Bürger zu Altdorf
Siegler: Aussteller
Überlieferungsart: Ausfertigung
Siegelbeschreibung: 1 S. in Holzkapsel
Beglaubigungs- und Notarzeichen: Signet des Notars Johann Georg Stehele zu Ravensburg
Aussteller: Johann Georg Stehele, Bürger und Notar in Ravensburg
Empfänger: Verwalter und Beamte der Landvogtei in Obern und Niedern Schwaben
Zeugen: Meister Johannes Bautz, Bäcker, und Baltus Hecht, Schuhmacher, beide Bürger zu Altdorf
Siegler: Aussteller
Überlieferungsart: Ausfertigung
Siegelbeschreibung: 1 S. in Holzkapsel
Beglaubigungs- und Notarzeichen: Signet des Notars Johann Georg Stehele zu Ravensburg
Bautz, Johannes
Hecht, Balthasar
Hildebrand, Andreas; Prior von Weingarten
Krueg, Gregor, Konventual
Schmidlin, Franz Georg; Landschreiber, Landvogteiverwalter
Sprenger, Johann Francisc, Dr. iur.; Kanzler
Stehele, Johann Georg, Notar
Weingarten, Alfons I. Stadelmayr; Abt, (1673-1683)
Altdorf = Weingarten RV
Ravensburg RV
Ravensburg RV; Notar
Schwaben, Landvogtei; Verwalter
Weingarten RV; Kloster, Großkellerei
Weingarten RV; Kloster, Kanzler
Weingarten RV; Kloster, Konventherr
Weingarten RV; Kloster, Leibeigene
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Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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