Vorst (Bestand)
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Kreisarchiv Viersen (Archivtektonik) >> H Tönisvorst
Vorwort Johann Wilhelm Brewer schreibt in seinen ab 1825 herausgegebenen Heften "Vaterländische Chronik der Königlichen-Preußischen Rheinprovinz im Allgemeinen und der Stadt Köln insbesondere" auf Seite 435 über Vorst: "Die Pferdezucht im Lande ist uralt. In der Designatio iurium capellae in foresto (Vorst bei Kempen) heißt es: Parochiani tenentur pastori praesentare equum, si vocaverint ad infirmum. Sie ist aus dem 14. Jh. Daher kommt es auch, daß die Ochsen am Pflug hier eine Seltenheit sind." "Das Kirchdorf Vorst hat 1081 Einwohner, die ländliche Beschäftigung treiben. Es hat seinen Namen vom Walde; lateinisch hieß es in Foresto. Im Jahre 1259 (erste Erwähnung) vermachte die Frau Elisabeth Hovings zur Stiftung der Bartholomäus-Kapelle in Vorst ein ihr zugehöriges Freigut. Später wurde diese Kapelle zur Pfarrkirche erhoben, jenes ist das alte Pastorat. Im Jahre 1310 trennte sie sich mit Genehmigung des Abtes von Gladbach von der Pfarrkirche von Kempen, und Johann von Werden stand ihr als erster Pfarrer vor. Während der Kriegsunruhen des Jahres 1582 wurde der größte Teil des Dorfes mit der Kirche eingeäschert. In der Bürgermeisterei liegen die Rittergüter Donk, früher ein Lehen des Amtes Kempen - im 17. Jh. im Besitze der von Weyenhorst; Niersdonk, wovon ein Edelgeschlecht den Namen führte, war im 17. Jh. im Besitz der von der Portzen; Raedt, früher im Besitz derer von Nievenheim; Routenburg, im 17. Jh. von den von Kemmerich bewohnt und Brempt." (Eduard Hölterhoff; Vaterlandskunde, ein geographisch-geschichtliches Handbuch zunächst für die Bewohner der preußischen Rheinprovinz, Solingen 1841, S. 142)Die Großhonschaft (Vorst) war flächenmäßig die größte des Amtes Kempen und im Erzbistums Köln. Sie gehörte von 1264 bis 1797 zum Amt Kempen.Die Landesherrschaft der Kölner Erzbischöfe ging zu Ende, als 1797 das Amt Kempen mit seinen Honschaften (Schmalbroich, Broich Orbroich, Benrath, Klein- und Großhonschaft) nach den Bestimmungen der Friedensschlüsse von Basel und Campo Formio mit den Gebieten links des Rheins dem französischen Hoheitsgebiet eingegliedert wurde. Nach dem napoleonischen Verwaltungsgesetz vom 17. Februar 1800 wurde Vorst eine Mairie (Bürgermeisterei) des Kantons Kempen im Arrondissement Krefeld im Rur-Departement (Départment de la Roer). Nach der beim Wiener Kongreß (1815) beschlossenen preußischen Herrschaft über das Rheinland bildete Preußen die Rheinprovinz. Die Gemeinde Vorst wurde 1816 dem Kreis Kempen zugeordnet, der seinerseits bis 1822 zum Regierungsbezirk Kleve gehörte. Nach der Auflösung des Regierungsbezirks Kleve gelangte Vorst 1822 zum Regierungsbezirk Düsseldorf. Hieran änderte auch die kommunale Neugliederung von 1929, mit der Vorst zum neuen Landkreis Kempen-Krefeld kam, und die Bildung des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen vom August 1946 nichts. 1970 wurde die Gemeinde mit Sankt Tönis zur neuen Gemeinde Tönisvorst vereint. Bestandsgeschichte Am 27.8.1979 wurden Unterlagen der Gemeinde Vorst auf dem Speicher des Rathauses in Vorst gesichtet und bewertet. Archivwürdige Unterlagen wurden durch das Kreisarchivs übernommen, die restlichen Akten wurden zur Kassation freigegeben. Der vorgefundene Bestand befand sich in relativ gutem Zustand; einzelne Akten waren stark verschmutzt.Beim Aufarbeiten konnten drei Registraturperioden festgestellt werden, die nacheinander in die je vorhergehende Registratur eingeheftet wurden (1925, 1936, 1948).Aus der französischen Zeit sind nur Reste vorhanden. Von diesen sind hervorzugehen die Gemeinde-Rechnung 1804/05 und die Contributionen von 1799/1800 (Nr. 1407, 2596). Dagegen sind die Akten der preußischen Zeit umfangreicher, aber auch unvollständig. Als wichtig sind hier die Archivalien (Nr. 2229) über das Schulwesen (Nr. 2227), evgl. Kirchenwesen, Liste der Bürgermeister (Nr.1226) und Niederlassung der Clemens-Schwestern in Vorst (Nr. 2210) zu bezeichnen. Von den sogenannten Massenakten (Wohlfahrtsfürsorge) wurde nur jede zehnte Akte archiviert. Akten der NS-Zeit sind nur sporadisch vorhanden.Herr Stefan Ank hat den Bestand 1981/82 geordnet und verzeichnet. Der Bestand Vorst wurde in zwei Repertorien erschlossen: Repertorium I (Signatur Nr. 1-885) und Repertorium II (Signatur Nr. 886-2635). Die beiden Repertorien entsprachen zwei verschiedenen Übernahmen, liefen jedoch zeitlich parallel und mussten daher für eine vollständige Recherche jeweils parallel benutzt werden. Ergänzungen ab Nr. 2700 waren mit dem früheren Archivinformationssystem des Kreisarchivs erfasst worden.Die Retrokonversion der analogen Findbücher sowie die Migration und Implentierung des digitalen Teil-Findbuchs in das aktuelle Archivinformationssystem wurde von J. Grams 2021 durchgeführt.
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
05.11.2025, 1:59 PM CET