Streit um die Rahmheide, von der die Appellanten behaupten, sie sei gemeinschaftliches Eigentum der Essener Gemeinden, das die Appellaten durch den Verkauf von Parzellen und das Ziehen von Gräben ihrer privaten Nutzung zuführen wollen. Sie appellieren an das RKG, weil sie in den Dekreten der Vorinstanz, welche ihnen bei Geldstrafen verboten, die von den Prozeßgegnern geschaffenen Zustände zu verändern, und deren „Zuschlag“ auf die Rahmheide billigten, ein Präjudiz sehen. Sie beantragen das Recht zur Mithude und -weide, die Aufhebung der während des Prozesses eingeführten Neuerungen und den Schadenersatz für die private Nutzung der Rahmheide. Die Appellaten geben zu, 1732 je 3/4 Morgen für je 22 1/2 Rtlr. an Führer Nichamer und Johann Windweyer verkauft zu haben. Sie hätten den Verkaufserlös jedoch nicht privat, sondern zur Schuldentilgung genutzt. Ferner habe die Bauerschaft Schönebeck während des Prozesses ihrerseits ein Landstück namens Nath, das ihr, Altenessen und Stoppenberg gemeinsam gehöre, auf 18 Jahre für nur 115 Rtlr. (Wert ca. 1000 Rtlr.) an das Kapitel zu Stoppenberg verkauft.
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Streit um die Rahmheide, von der die Appellanten behaupten, sie sei gemeinschaftliches Eigentum der Essener Gemeinden, das die Appellaten durch den Verkauf von Parzellen und das Ziehen von Gräben ihrer privaten Nutzung zuführen wollen. Sie appellieren an das RKG, weil sie in den Dekreten der Vorinstanz, welche ihnen bei Geldstrafen verboten, die von den Prozeßgegnern geschaffenen Zustände zu verändern, und deren „Zuschlag“ auf die Rahmheide billigten, ein Präjudiz sehen. Sie beantragen das Recht zur Mithude und -weide, die Aufhebung der während des Prozesses eingeführten Neuerungen und den Schadenersatz für die private Nutzung der Rahmheide. Die Appellaten geben zu, 1732 je 3/4 Morgen für je 22 1/2 Rtlr. an Führer Nichamer und Johann Windweyer verkauft zu haben. Sie hätten den Verkaufserlös jedoch nicht privat, sondern zur Schuldentilgung genutzt. Ferner habe die Bauerschaft Schönebeck während des Prozesses ihrerseits ein Landstück namens Nath, das ihr, Altenessen und Stoppenberg gemeinsam gehöre, auf 18 Jahre für nur 115 Rtlr. (Wert ca. 1000 Rtlr.) an das Kapitel zu Stoppenberg verkauft.
AA 0627, 861 - C 146/413
AA 0627 Reichskammergericht, Teil II: C-D
Reichskammergericht, Teil II: C-D >> 1. Buchstabe C
1735 - 1736 (1733 - 1737)
Enthaeltvermerke: Kläger: Bauerschaften Katernberg und Schönebeck (Stadt Essen) und Konsorten: das Kapitel des adeligen Stifts Stoppenberg und Freiherr von Wenge zum Dick (Schönebeck) als Interessenten, (Kl.) Beklagter: Bauerschaften Altenessen und Stoppenberg (Stadt Essen), (Bekl.) Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Goy 1735 - Subst.: Dr. Georg Melchior Hofmann Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Melchior Deuren 1735 - Subst.: Lic. Ambrosius Joseph Stephani Prozeßart: Appellationis cum mandato attentatorum revocatorio et restitutorio sine clausula Instanzen: 1. Regierung bzw. Stiftskanzlei (Kanzleidirektor und Räte) zu Essen 1733 - 1735 - 2. RKG 1735 - 1736 (1733 - 1737) Beweismittel: Dekrete der Kanzlei Essen vom 23. Feb., 9. Mai, 28. März und 2. April 1735 (28 - 32), vom 20. Mai 1733 (48). Beschreibung: 2,5 cm, 116 Bl., lose; Q 1 - 17, 5 Beilagen prod. 31. Aug. 1736 - 17. Juni 1737.
Sachakte
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
21.04.2026, 09:54 MESZ
Hierarchie
Hierarchie Detailansicht
- Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Rheinland
- Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland (Archivtektonik)
- 1. Behörden und Bestände vor 1816 (Tektonik)
- 1.4. Reichsbehörden (Tektonik)
- 1.4.1. Reichskammergericht (Tektonik)
- Reichskammergericht AA 0627 (Tektonik)
- Reichskammergericht, Teil II: C-D (Bestand)
- 1. Buchstabe C (Gliederung)