Berufung gegen das Dekret der Vorinstanz vom 15. Sept. 1597, womit diese sich zum zuständigen Gericht erklärte. Die Appellanten erheben dagegen die Einrede, daß Haus Vorst, der Wohnsitz der Minderjährigen von Lützerode, im Herzogtum Jülich liege ebenso wie der Wohnsitz ihres Vormunds von Gymnich und daß die streitigen Erbgüter unter verschiedenen Jurisdiktionen liegen. Der Hintergrund des Jurisdiktionsstreits ist der Besitzstreit um Lörsfeld in der Herrlichkeit Kerpen (Kr. Bergheim) mit seinen Pertinenzien. 1583 hatten Johann von Lützerode und Margarethe Haes vertraglich vereinbart, daß sobald Johann tatsächlich Lörsfeld in seinen Händen halte, er 6000 Tlr. zu je 52 Albus an Margarethe in bar zahlen solle. In weiteren Verträgen wurden einerseits die Zahlungsmodalitäten zugunsten des Schuldners verändert, andererseits wurde der Margarethe Haes zugesichert, daß ihr Lörsfeld abgetreten werde, falls die vereinbarten Geldzahlungen nicht erfolgten. Da dies offenbar nicht geschehen war, ließ Margarethe Haes durch die Vorinstanz einen Arrest auf die Erbgüter der Appellanten legen.
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Berufung gegen das Dekret der Vorinstanz vom 15. Sept. 1597, womit diese sich zum zuständigen Gericht erklärte. Die Appellanten erheben dagegen die Einrede, daß Haus Vorst, der Wohnsitz der Minderjährigen von Lützerode, im Herzogtum Jülich liege ebenso wie der Wohnsitz ihres Vormunds von Gymnich und daß die streitigen Erbgüter unter verschiedenen Jurisdiktionen liegen. Der Hintergrund des Jurisdiktionsstreits ist der Besitzstreit um Lörsfeld in der Herrlichkeit Kerpen (Kr. Bergheim) mit seinen Pertinenzien. 1583 hatten Johann von Lützerode und Margarethe Haes vertraglich vereinbart, daß sobald Johann tatsächlich Lörsfeld in seinen Händen halte, er 6000 Tlr. zu je 52 Albus an Margarethe in bar zahlen solle. In weiteren Verträgen wurden einerseits die Zahlungsmodalitäten zugunsten des Schuldners verändert, andererseits wurde der Margarethe Haes zugesichert, daß ihr Lörsfeld abgetreten werde, falls die vereinbarten Geldzahlungen nicht erfolgten. Da dies offenbar nicht geschehen war, ließ Margarethe Haes durch die Vorinstanz einen Arrest auf die Erbgüter der Appellanten legen.
AA 0627, 3547 - L 952/3277
AA 0627 Reichskammergericht, Teil V: I-L
Reichskammergericht, Teil V: I-L >> 3. Buchstabe L
1598 - 1611 (1583 - 1601)
Enthaeltvermerke: Kläger: Adam von Gymnich zu Kettenheim (Kr. Düren), jül. Amtmann von Born und Millen, jül. Kommissar, und Philipp Roist von Wers zu Niederdrees (Rhein-Sieg-Kr.), kurköln. Rat, Hofmeister und Amtmann von Zülpich, als Vormünder und Peter Lantrop als Generalsachwalter und Sollicitator der Kinder des verstorbenen Johann von Lützerode zu Vorst im Herzogtum Jülich (bei Frechen, Kr. Köln), Amtmanns von Windeck, und der Judith von Seelbach mit Namen Reinhard, Agnes und Franziska von Lützerode, (Bekl.) Beklagter: Margarethe Haes (Haas), Witwe des Erasmus Schall von Bell, bzw. ihre hinterlassene Tochter Agnes Schall von Bell zu Schloß Bell (Kr. Köln) und ihr Gatte Heinrich von der Horst, (Kl.) Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann von Vianden 1598 - Dr. Walther Aach 1601 Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Konrad Lasser 1599 Prozeßart: Appellationis Instanzen: 1. Kurköln. Offizialat oder Hofgericht zu Köln 1596 - 1597 - 2. RKG 1598 - 1611 (1583 - 1601) Beweismittel: Vormundschaftsbestellung von 1595 (Q 9). Vergleich von 1583 (72-74). Zusatzverträge von 1584 (74-79), 1585 (79-84), 1586 (84-89), 1587 (89-92) und 1589 (92f.). Beschreibung: 9 cm, 357 Bl., lose; Q 1 - 4, 5* (Priora), 6 - 14 und 15*, 1 Beilage prod. 2. Juni 1598. Die Vorakten in lateinischer Sprache enthalten Zeugenverhöre.
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
28.04.2026, 8:30 AM CEST