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Stadt Warendorf Urkunden
1607 September 24
Regest: Bürgermeister und Rat der Stadt Warendorf bekunden, ihr Mitbürger David zur Woesten habe, nachdem er und seine Kinder von der Pest befallen sind, vor ihnen und den Zeugen Henrich Krahmer, Ratsherr, Henrich Brueninck, Henrich Tonneken, Berndt Klothe und Hermann Stoecker sowie vor dem Notar Christopherus Rhamanus sein Testament aufgestellt. Dies geschah im Haus des thor Woesten vor der Hoftür, er saß dabei krank auf einem Stuhl. Es erhalten: die Kirche und die Schule je 5 Reichstaler; der Almosenkorb 20 Taler; Jorgen Nuning 3 1/2 Stücke Tuch (dokes) und 3 Reichstaler, die dieser ihm geliehen hatte; Trine Froeling 10 Reichstaler; Stineke Jockweg zwei der besten Anzüge; alle, die ihm Garn schulden (garnschuldeners), erläßt er die Hälfte; sein Patenkind Dieterich zur Woesten 5 Reichstaler; das Kind des Hermann Boemhoeder, auch sein Patenkind 5 Reichstaler; seine drei Kinder erben seinen Nachlaß zu gleichen Teilen. Falls die Kinder auch sterben, soll sein Bruder Henrich zur Woesten in Warendorf die Hälfte erben. Die andere Hälfte erhalten dann der Bruder seiner verstorbenen Frau Johann Jockweg, Bürger zu Köln, Henrich Jockweg, Schmiedeknecht zu Münster, Lubbert, Ernst und Katharina Weßeling gen. Luitzen zu drei gleichen Teilen. Testamentsexekutoren werden: Hermann Hagedorn, Jorgen Jaspers und Dietrich thor Woesten, von denen jeder 2 Reichstaler erhält. Ankündigung des Stadtsekretsiegels.
Ausfertigung - 2 Foliobogen, Sekretsiegel als Oblatendruck. Unterschrift des Notars Rhamanus. Alt: Abt. 2 D IV 1a, jetzt: A 237.
Urkunden
Angaben zum entzogenen Vermögen
Sonstige Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.