D 111 - Nachlass Harald Diem (1913-1941) (Bestand)
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D 111
Landeskirchliches Archiv Stuttgart (Archivtektonik) >> D - Private Nachlässe und Sammlungen
1934-1943
Einleitung: Biografische Notiz
Harald Diem wurde am 8. August 1913 als Sohn des Küfermeisters Carl Diem und dessen Frau Martha geb. Schickler in Stuttgart geboren. Er war der Bruder von Hermann Diem (1900-1975).
Nach dem Besuch des Eberhard-Ludwigs-Gymnasiums in Stuttgart und dem Landexamen besuchte Diem 1927-1931 die Seminare in Maulbronn und Blaubeuren. 1931-1935 studierte er als Stiftsstipendiat Theologie in Tübingen und verbrachte 1933-1934 zwei Auswärtssemester in Bonn, wo er u.a. bei Karl Barth studierte. Diem ergriff in der Folgezeit entschieden für die Bekennende Kirche Partei. Im Frühjahr 1935 bestand er die Erste theologische Dienstprüfung mit sehr gutem Ergebnis. Anschließend versah Diem seinen Dienst als Vikar in Baiersbronn (1935-1936), Freudenstadt (1936-1937) und in Ludwigsburg (1937-1938). Seit September 1938 war er Pfarrverweser und dann Pfarrer in Talheim (Kirchenbezirk Tübingen).
Harald Diem, der in Studium und Beruf stets ausgezeichnete Beurteilungen erhielt und sich durch eine beachtliche wissenschaftliche Publikationstätigkeit auszeichnete, promovierte 1938 bei Hanns Rückert über "Gesetz und Evangelium in Luthers Lehre von den zwei Reichen, untersucht von seinem Verständnis der Bergpredigt aus".
Anfang 1940 wurde Diem einberufen. Er fiel 28jährig am 28. November 1941 bei Orel (Belarus).
===
Zum Bestand
Der Bestand enthält eine relativ vollständige Sammlung der Predigten von Harald Diem, sowohl aus seiner Zeit im Vikariat in Kniebis und Ludwigsburg als auch aus Talheim. Ein Teil der Predigten liegt sowohl als Manuskript / Typoskript als auch als Ausdruck einer digitalen Abschrift vor.
Ergänzt wird diese Überlieferung durch Predigten aus dem Umfeld Diems, z.B. von seinem Bruder Hermann Diem, Richard Gölz oder Helmut Gollwitzer.
Des weiteren findet sich im Bestand eine umfangreiche Korrespondenz, u.a. mit Emil Brunner, mit seinem Schwiegervater, dem Neutestamentler Weinel, mit Kollegen ebenso wie Briefe aus seiner Gemeinde Talheim an die Front.
Einen dritten Schwerpunkt bildet die Überlieferung von Rundschreiben, Vorträgen und Aufsätzen aus dem Kirchenkampf, zum Teil von Diem selbst, zum Teil aber auch aus der kirchlich-theologischen Sozietät und der Bekenntnisgemeinschaft.
Der Bestand wurde im Januar 2021 von Harald Diems Tochter Renate Brandt und deren Mann Wilfried Brandt dem Landeskirchlichen Archiv übergeben und im August 2023 von Eric Schultheiss im Rahmen eines Praktikums erschlossen.
Harald Diem wurde am 8. August 1913 als Sohn des Küfermeisters Carl Diem und dessen Frau Martha geb. Schickler in Stuttgart geboren. Er war der Bruder von Hermann Diem (1900-1975).
Nach dem Besuch des Eberhard-Ludwigs-Gymnasiums in Stuttgart und dem Landexamen besuchte Diem 1927-1931 die Seminare in Maulbronn und Blaubeuren. 1931-1935 studierte er als Stiftsstipendiat Theologie in Tübingen und verbrachte 1933-1934 zwei Auswärtssemester in Bonn, wo er u.a. bei Karl Barth studierte. Diem ergriff in der Folgezeit entschieden für die Bekennende Kirche Partei. Im Frühjahr 1935 bestand er die Erste theologische Dienstprüfung mit sehr gutem Ergebnis. Anschließend versah Diem seinen Dienst als Vikar in Baiersbronn (1935-1936), Freudenstadt (1936-1937) und in Ludwigsburg (1937-1938). Seit September 1938 war er Pfarrverweser und dann Pfarrer in Talheim (Kirchenbezirk Tübingen).
Harald Diem, der in Studium und Beruf stets ausgezeichnete Beurteilungen erhielt und sich durch eine beachtliche wissenschaftliche Publikationstätigkeit auszeichnete, promovierte 1938 bei Hanns Rückert über "Gesetz und Evangelium in Luthers Lehre von den zwei Reichen, untersucht von seinem Verständnis der Bergpredigt aus".
Anfang 1940 wurde Diem einberufen. Er fiel 28jährig am 28. November 1941 bei Orel (Belarus).
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Zum Bestand
Der Bestand enthält eine relativ vollständige Sammlung der Predigten von Harald Diem, sowohl aus seiner Zeit im Vikariat in Kniebis und Ludwigsburg als auch aus Talheim. Ein Teil der Predigten liegt sowohl als Manuskript / Typoskript als auch als Ausdruck einer digitalen Abschrift vor.
Ergänzt wird diese Überlieferung durch Predigten aus dem Umfeld Diems, z.B. von seinem Bruder Hermann Diem, Richard Gölz oder Helmut Gollwitzer.
Des weiteren findet sich im Bestand eine umfangreiche Korrespondenz, u.a. mit Emil Brunner, mit seinem Schwiegervater, dem Neutestamentler Weinel, mit Kollegen ebenso wie Briefe aus seiner Gemeinde Talheim an die Front.
Einen dritten Schwerpunkt bildet die Überlieferung von Rundschreiben, Vorträgen und Aufsätzen aus dem Kirchenkampf, zum Teil von Diem selbst, zum Teil aber auch aus der kirchlich-theologischen Sozietät und der Bekenntnisgemeinschaft.
Der Bestand wurde im Januar 2021 von Harald Diems Tochter Renate Brandt und deren Mann Wilfried Brandt dem Landeskirchlichen Archiv übergeben und im August 2023 von Eric Schultheiss im Rahmen eines Praktikums erschlossen.
0,4 lfd. m
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
11.08.2025, 11:05 MESZ