Seniorat: Haus- und Phoenixorden (Bestand)
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Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein, GA 35
Landesarchiv Baden-Württemberg, Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein (Archivtektonik) >> Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein >> Gemeinschaftliche Archive des Gesamthauses Hohenlohe >> Hausseniorat
1744-1771, 1773-1821
Inhalt und Bewertung
Die Unterlagen resultieren aus der Sammeltätigkeit des Öhringer Domänendirektors und Archivars Joseph Albrecht (1803-1871), der für eine 1858 erschienene Darstellung zur Geschichte des Ordens Material aus unterschiedlichen hohenlohischen Archiven anforderte und ohne Berücksichtigung der Provenienzen zusammenstellte. Die Anregung zur Wiederbelebung des seit 1806 nicht mehr in Deutschland und seit 1829 auch nicht mehr in Frankreich verliehenen Ordens ging auf die Inititative des Fürsten Friedrich Karl von Hohenlohe-Waldenburg zurück, stieß zunächst aber auf Reserven bei der Neuensteiner Linie. Seit 1862 war die wiederbelebte Würde des Ordenschefs Bestandteil des Seniorats des Gesamthauses. Das Antrags- und Verleihungsverfahren des heute noch blühenden Hausordens wurde damals neu geregelt.
Gliederung: 1. Allgemeine Angelegenheiten des Ordens; 2. Ordensverleihung (alphabetisch nach Ordensmitgliedern)
Zur Geschichte des Ordens vgl. Joseph Albrecht, Historische Nachrichten über den Fürstlich Hohenlohischen Haus- und Phoenixorden in: Archiv für Hohenlohische Geschichte I. Bd., 2. Heft, Öhringen 1860. 1843 regte Fürst Friedrich Karl zu Hohenlohe-Waldenburg bei den Chefs der hohenlohischen Stammesteile das Wiederaufleben des in Deutschland seit 1806, in Frankreich seit dem Tod des Fürsten Ludwig Alois zu Hohenlohe-Bartenstein 1829 nicht mehr verliehenen Ordens an. Das Vorhaben scheiterte zunächst an der reservierten Reaktion insbesondere der Neuensteiner Linie. In den folgenden Jahren bemühte sich der Fürst in Zusammenarbeit mit dem Öhringer Domänendirektor J. Albrecht durch Sammeln von Unterlagen die Voraussetzung für eine Darstellung der Geschichte des Ordens zu schaffen. So forderte er aus den Archiven Bartenstein und Schillingsfürst Schriftgut der ehemaligen fürstlichen Kabinette und der ehemaligen Ordenskanzlei an, das Albrecht ohne Berücksichtigung der Provenienzverhältnisse ordnete und 1854 provisorisch verzeichnete. Als Ergebnis ihrer gemeinsamen Arbeit erschien 1854 ein Neudruck der Ordensstatuten und 1858 eine erste Darstellung der Ordensgeschichte. Kurz nach der Übernahme des Seniorats des Gesamthauses erreichte Fürst Hohenlohe-Waldenburg das seit 1843 verfolgte Ziel. Durch Beschluß der Hauskonferenz in Kupferzell am 7.1.1862 ging die "Würde des Ordenschefs" auf den jeweiligen Senior des Gesamthauses über. Gleichzeitig wurde das Antrags- und Verleihungsverfahren grundsätzlich neu geregelt. Die von Hohenlohe-Waldenburg und Albrecht gesammelten älteren Ordensakten sollten fortan einen Teil der Senioratsregistratur bilden. Sie kamen beim Übergang des Seniorats von Hohenlohe-Waldenburg an Hohenlohe-Oehringen 1870 nach Öhringen, wurden jedoch bei späteren Senioratswechseln nicht mehr weitergegeben. Sie verblieben in der Domänenkanzlei Öhringen und gelangten mit einer Aktenablieferung der Fürst zu Hohenlohe-Oehringen'schen Verwaltung 1977 in das Hohenlohe-Zentralarchiv. Hier wurden die Ordensakten, vermehrt um einige im Autografenhandel erworbene Verleihungsurkunden, im Frühjahr 1988 von Archivamtmann W. Beutter verzeichnet und auf der Grundlage der von Albrecht entworfenen Gliederung geordnet. Die computergestützte Reinschrift des Repertoriums fertige Frau Hildegard Aufderklamm im März 1990 als "Pilotprojekt" für die Bereitstellung einer EDV-Grundausstattung für das HZAN. Der Bestand erhielt die Bezeichnung "GA 35 Seniorat: Haus- und Phoenixorden". Er umfaßt in 0,3 lfd. m 71 Büschel. Neuenstein, im November 1988 Beutter
71 Bü (0,3 lfd.m)
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:39 MEZ