Appellationis Auseinandersetzung um Besitzrechte an einem Haus
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(1) 2876
Wismar S 16 (W S 1 n. 16)
Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803
Prozeßakten des Tribunals 1653-1803 >> 19. 1. Kläger S
(1654-1658) 03.05.1658-07.05.1660
Kläger: (2) Jürgen Sabel, Tuchhändler zu Hamburg (Bekl. in 1. Instanz)
Beklagter: Gallus Humborg zu Lübeck (Kl. in 1. Instanz)
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: Johannes Balthasar (A), Dr. Heinrich Schabbel (P) Bekl.: Dr. Johann Franke (A), Dr. Henning Christoph Gerdes (P); seit 17.10.1659: Dr. Caspar Wilcken (P)
Fallbeschreibung: Kl. hatte dem Wismarer Gewandschneider Johann Boye Tuche im Wert von 362 Rtlr verkauft. Da Boye die Tuche nicht bezahlen kann, verpfändet er 1654 zur Sicherheit sein Haus in der Dankwartstraße und seine gesamte Habe. Da der Vermerk im Stadtbuch nicht erfolgt, macht Bekl. Ansprüche an die Habe Boyes geltend, Kl. hat jedoch die älteren Ansprüche und appelliert daher gegen das Ratsgerichtsurteil, das Bekl. das Haus Boyes zuspricht. Das Tribunal erläßt am 04.05. Subsidiales an den Lübecker Rat und fordert den Wismarer Rat zur Einsendung der Akten der Vorinstanz auf. Am 05.07. bittet Kl. um Eröffnung der Akten der Vorinstanz, die das Tribunal am 09.07. auf den 08.09.1658 ansetzt. Am 18.04. teilt das Tribunal Bekl. den Schriftsatz des Kl.s mit, am 04.07.1659 weist Bekl. alle Ansprüche Sabels zurück, da er als erster dafür gesorgt habe, daß seine Ansprüche auf das Haus ins Stadtbuch eingetragen und damit rechtskräftig wurden. Das Tribunal fordert Kl. am 06.07. zur Antwort auf, am 17.10.1659 trägt Kl. neue Beweise vor, am 30.01.1660 Bekl. Am 07.05.1660 urteilt das Tribunal, daß Jordans Forderungen (Nr. 2877) denen der beiden Parteien vorzuziehen sind und die Forderung Hanckes (Nr. 2878) denen Sabels und Jordans nachzusetzen sei, trägt aber Jordan auf, einzelne Ansprüche besser zu beweisen.
Instanzenzug: 1. Ratsgericht 1658 2. Tribunal 1658-1660
Prozessbeilagen: (7) Ratsgerichtsurteile vom 22.04.1654 und 26.03.1658; von Notar Godtfried Reichardt aufgenommene Appellation vom 02.04.1658; Obligation Boyes vom 22.04.1654; Übergabebescheinigungen von Tribunalsmandaten durch den königlichen Kammerboten" Daniel Winborch vom 05. und 08.05.1658; Prozeßvollmachten des Kl.s für Dr. Schabbell vom 25.06.1658 und des Bekl. für Dr. Gerdes vom 09.06.1658; Bestätigung Mathias Osterstocks und Judith Heyns vom 26.02.1657; Stadtbuchschriften vom 03.02.1657 und 24.06.1659; Prozeßvollmacht des Bekl. für Dr. Wilcken vom 17.10.1659
Beklagter: Gallus Humborg zu Lübeck (Kl. in 1. Instanz)
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: Johannes Balthasar (A), Dr. Heinrich Schabbel (P) Bekl.: Dr. Johann Franke (A), Dr. Henning Christoph Gerdes (P); seit 17.10.1659: Dr. Caspar Wilcken (P)
Fallbeschreibung: Kl. hatte dem Wismarer Gewandschneider Johann Boye Tuche im Wert von 362 Rtlr verkauft. Da Boye die Tuche nicht bezahlen kann, verpfändet er 1654 zur Sicherheit sein Haus in der Dankwartstraße und seine gesamte Habe. Da der Vermerk im Stadtbuch nicht erfolgt, macht Bekl. Ansprüche an die Habe Boyes geltend, Kl. hat jedoch die älteren Ansprüche und appelliert daher gegen das Ratsgerichtsurteil, das Bekl. das Haus Boyes zuspricht. Das Tribunal erläßt am 04.05. Subsidiales an den Lübecker Rat und fordert den Wismarer Rat zur Einsendung der Akten der Vorinstanz auf. Am 05.07. bittet Kl. um Eröffnung der Akten der Vorinstanz, die das Tribunal am 09.07. auf den 08.09.1658 ansetzt. Am 18.04. teilt das Tribunal Bekl. den Schriftsatz des Kl.s mit, am 04.07.1659 weist Bekl. alle Ansprüche Sabels zurück, da er als erster dafür gesorgt habe, daß seine Ansprüche auf das Haus ins Stadtbuch eingetragen und damit rechtskräftig wurden. Das Tribunal fordert Kl. am 06.07. zur Antwort auf, am 17.10.1659 trägt Kl. neue Beweise vor, am 30.01.1660 Bekl. Am 07.05.1660 urteilt das Tribunal, daß Jordans Forderungen (Nr. 2877) denen der beiden Parteien vorzuziehen sind und die Forderung Hanckes (Nr. 2878) denen Sabels und Jordans nachzusetzen sei, trägt aber Jordan auf, einzelne Ansprüche besser zu beweisen.
Instanzenzug: 1. Ratsgericht 1658 2. Tribunal 1658-1660
Prozessbeilagen: (7) Ratsgerichtsurteile vom 22.04.1654 und 26.03.1658; von Notar Godtfried Reichardt aufgenommene Appellation vom 02.04.1658; Obligation Boyes vom 22.04.1654; Übergabebescheinigungen von Tribunalsmandaten durch den königlichen Kammerboten" Daniel Winborch vom 05. und 08.05.1658; Prozeßvollmachten des Kl.s für Dr. Schabbell vom 25.06.1658 und des Bekl. für Dr. Gerdes vom 09.06.1658; Bestätigung Mathias Osterstocks und Judith Heyns vom 26.02.1657; Stadtbuchschriften vom 03.02.1657 und 24.06.1659; Prozeßvollmacht des Bekl. für Dr. Wilcken vom 17.10.1659
Akten
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
29.10.2025, 11:28 AM CET