Urfehde Nr. 85
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A 2 e (Urfehden u.a.) Nr. A 2 e (Urfehden u.a.) Nr. 7161
A 2 e (Urfehden u.a.) Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 19, 21-22, 26)
Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 19, 21-22, 26) >> Bd. 19 Urfehden
1527 März 23
Regest: Eberlin Schertlin von Ginningen (Gönningen) bekennt, dass er ins Gefängnis von Bürgermeister und Rat der Stadt Reutlingen um Wohlverschulden (= wie er verdiente) gekommen ist, weil er dem Sebastian Haug zu Gomaringen einen Zwilch (= Leinengewebe mit doppeltem Faden) heimlich entfremdete (= entwendete) und denselben in die Stadt Reutlingen trug, um ihn zu verkaufen, und dem Sebastian keinen Abtrag darum tat (= ihn nicht dafür entschädigte). Er hat nachher auch etliche Drohworte vernehmen lassen, er wolle den Schneider zu Gomaringen und sein Weib strafen, dass alle die von Gomaringen daran sehen müssen. Darum wäre er an Leib und Leben billig (= mit Recht) zu strafen, wie auch die Herren von Reutlingen ihm Recht ergehen lassen wollten. Das hat er aber verkiest (= abgelehnt) und um Gnad und Barmherzigkeit gebeten. Mit Rücksicht auf seine kleinen unerzogenen Kinder, die Bitten seiner Hausfrau und anderer guter Gönner und Freunde haben sie ihn des Rechts (= Gerichtsverfahrens) und Gefängnisses ledig gestellt. Er hat einen Eid geschworen, wegen des Handels gegen jedermann ewiglich Urfehde zu halten und sich nimmermehr zu rächen. Bei seinem Eid soll und will er strackes Gangs (= gerades Wegs) aus der Stadt Reutlingen und ihrem Zehenten (= Gebiet) gehen und keine Nacht da sein, wo er die andere (= vorige) gewesen ist, bis er samt Weib und Kindern über den Rhein oder die Donau gekommen ist, und samt Weib und Kindern nicht mehr herüberkommen ohne besondere Erlaubnis der Herren von Reutlingen. Wenn er gegen sie künftig eine Forderung hätte, so würde er gegen sie bei ihren ordentlichen Obrigkeiten klagen und deren Spruch nachkommen. Wenn er seine Urfehde nicht hielte, so soll er heissen und sein ein treuloser, eidbrüchiger, meineidiger und zum Tod verurteilter Mann, den die Herren oder andere in ihrem Namen richten oder richten lassen mögen, mit was Pen (= Strafe) des Tods sie wollen.
Beschreibstoff: Pg.
Archivale
Zeugen / Siegler / Unterschriften: Siegler: Bernhard Besenfeld, Bürger zu Reutlingen
Siegel (Erhaltung): Siegel vorhanden
Genetisches Stadium: Or.
Siegel (Erhaltung): Siegel vorhanden
Genetisches Stadium: Or.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
20.03.2025, 11:14 MEZ