Teschow - Schloss
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N20-0150
o. Sign.
N 20 Guts- und Herrenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern
Guts- und Herrenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern >> 01. Guts- und Herrenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern
Mai 2001
Enthält: - Schloss Teschow (4 km NO von Teterow) Zweigeschossiger klassizistischer Putzbau mit 11 Achsen und Walmdach, das mit Gauben besetzt ist. Der Mittelrisalit ist 3-achsig mit flachem Dreiecksgiebel. Zum Vordereingang führt eine beidseitige Auffahrt empor, die von einer Mauer gestützt wird. In deren Mitte durchbricht sie eine einläufige Treppe, die von gestützten Mauern eingefasst ist. Ziergitter umrahmen die Auffahrt, vor der im Rasenrondell ein Zierbrunnen und zwei Reiterstandbilder stehen. An der Schlossrückseite zum Park ist eine große Terrasse vorgebaut. Linksseitig mehrere neue Hotelbauten und im Umkreis mehrere große Golfplätze. Teschow in Mecklenburg Teschow befindet sich nordöstlich von Teterow, wunderschön am Teterower See gelegen. 1920 wird die Größe des Gutes mit 909 ha angegeben, davon 554 ha Acker, 13 ha Wiese, 74 ha Hutung und 25 ha Wald. Im Mittelalter war Teschow ein Lehen der alten mecklenburgischen Adelsfamilie Wutzen (oder Wutzenitz), die in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zu erlöschen drohte. 1585 wurde Henneke Moltke zum Stritfelde mit der einen Hälfte des Gutes belehnt; die andere Hälfte verlieh Herzog Ulrich 1590 an Werner Hahn auf Basedow. Den Moltkeschen Anteil kaufte Christoph von Levitzow und empfing 1608 einen Lehnsbrief darauf. Die andere Hälfte nahm er von Hans Hahn für 30 Jahre zum Pfandbesitz. Dieser ging jedoch dann an Fritz vom Berge, später an dessen Neffen und Brüder von Maltzan. Diese traten den Anteil 1636 für 31.000 Gulden an Kurd Joachim von Möller und seine Brüder ab. Anfang des 18. Jahrhunderts vertauschte Joachim Christian von Möller seinen Anteil an die verwitwete Frau von Lowtzow (1706 landesherrlicher Willensbrief). so war Teschow wieder in einer Hand. Nachdem Christoph von Lowtzow das Gut 1730 auf 18 Jahre an Theodosius von Levitzow verpfändet hatte, brachte dieser es 1754 für 70.000 Reichstaler in seinen Besitz (Lehnsbrief 1755). 1835 kaufte es der Landrat Ernst von Blücher - Kuppentin aus dem Hause Teschow (26.04.1793 - 26.08.1863, XVIII) von J.O.U. von Levitzow zusammen mit dem kleinen, in Richtung Neukalen liegenden Gut Hangensruhm (landesherrliche Bestätigung 27.01.1835). 1863, mit Ernsts Tod, übernahm sein ältester Sohn, Helmuth von Blücher (03.05.1818 - 00.11.1882. XIX) nach Übereinkunft mit seinen Brüdern Teschow und Hagensruhm (Lehnseid 20.11.1863) 1882 fielen bei der Erbteilung die Güter Teschow und Hagensruhm seinem zweiten Sohn, Ernst von Blücher (25.10.1852-06.08.1906) XX) zu. Dieser nahm deshalb 1888 seinen Abschied aus dem Militärdienst, war jedoch wegen zunehmender Krankheit gezwungen, 1904 Teschow an seinen Vetter Max von Blücher aus dem Hause Bobbin-Quitzenow (25.02.1854-01.09.1923, XX) zu verkaufen. 1905 verlegte dieser seinen Wohnsitz nach Teschow. Nach dem Tod von Max erhielt sein Sohn Horst von Blücher (05.11.1880-10.10.1978, XXI) Teschow. Da Horsts Sohn Max (XXII wegen des Krieges nicht übernehmen konnte, führte Horst den Betrieb weiter. Am 01. Mai 1945 zog die Russenfront durch Teschow. Am Tag vorher brannten der Kuhstall und der Schafstall durch Tieffliegerbeschuss ab. Der Hof wurde Umschlaglager für etwa 8.000 Russen. Horst wurde vertrieben, konnte aber mit seinen Schwestern Karin und Elisabeth noch bis zum Herbst 1945 aushalten. Am 01. Oktober 1945 kam ein Befehl, dass sich alle Gutsbesitzer innerhalb von 2 Stunden mindestens 30 km von ihren Gütern entfernen mussten. Am 18. November wurde Horst dann noch weiter nach Thüringen deportiert.
Dr. Helmut Stiehler
Akten
Veröffentlichungs- und Nutzungsrecht: Nutzungs- und Veröffentlichungsrecht wurden dem Kreisarchiv übertragen
Format: 10x15 cm
Fototyp: Abzug fbg. Abzug fbg Abzug fbg. , Fotokopie
Fotograf: Dr. Helmut Stiehler
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Fototyp: Abzug fbg. Abzug fbg Abzug fbg. , Fotokopie
Fotograf: Dr. Helmut Stiehler
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
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